The Book of Crafts

Eine Mage: the Ascension-Rezension von Infernal Teddy

1st Edition:
1: Mage: the Ascension
3: The Book of Chantries
5: Technocracy: Progentiors
6: Digital Web
7: The Book of Shadows
9: Technocracy: Iteration X
10: The Book of Madness
11: Technocracy: New World Order
12: Ascension’s Right Hand

The Fragile Path – Tales of the First Cabal

2nd Edition:
13: Mage: the Ascension 2nd Edition Teil 1 Teil 2
14: Hidden Lore and Storytellers Screen
15: Technocracy: Void Engineers
16: Horizon: the Stronghold of Hope

Tradition Books:
Five Traditions, gathered
Five Traditions, assembled

20th Anniversary Edition:
20th Anniversary Edition Quickstart
Mage: the Ascension – 20th Anniversary Edition Teil 1 Teil 2 Teil 3

Weitere World of Darkness-Titel:
Halls of the Arcanum

Romane:
The Road to Hell (Caninus)
The Ascension Warrior (Caninus)

Anthologien:
Truth Until Paradox
Truth Beyond Paradox

Die meisten Magi in der Welt der Dunkelheit (und noch mehr Spieler) glauben das es beim Erleuchtungskrieg um die Traditionen und die Technokraten geht. Manchmal erinnert man sich noch daran das es die Nephandi gibt, und an die Maroudeure erinnert man sich am liebsten gar nicht. Sie alle vergessen, das es vor der Gründung des Rates sehr viele kleine Bünde gab, von denen nicht alle von den Traditionen vereinnahmt wurden. Diese Bünde dagegen habe es nicht vergessen – und sie beobachten die Fraktionen des Krieges sehr genau, auch wenn sie nach Möglichkeit dem Krieg den Rücken kehren. Aber wer sind diese Magi, diese Disparates? Um diese Frage zu beantworten hat White Wolf das The Book of Crafts veröffentlicht, eine Betrachtung einer Auswahl an solchen kleinen Traditionen, welche am Rande der beiden Hauptkontrahenten agieren, ihre eigenen Ziele verfolgen, und versuchen dabei nicht zerquetscht zu werden.

Zur Gestaltung dieses Softcovers mit 140 Seiten gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Artwork und Layout entsprechen dem, was man von der 2nd Edition von Mage erwartet, und auch der goldene Aufdruck auf dem Cover ist – nachdem ich ihn beim letzten Buch vermisst hatte – wieder da. Wenden wir uns also lieber dem Inhalt des Buches zu.

Auch das Book of Crafts beginnt mit einem weiterem Kapitel aus der Geschichte von Amanda, einer Geschichte welche ich immer noch gerne in Romanform hätte, welche wir aber wie gewohnt überspringen, um mit der Einleitung weiter zu machen. Diese ist kurz und knapp, und beschreibt kurz was denn Crafts bzw. Disparates sind, zusammen mit einer Karte um die „Hauptverbreitungsgebiete“ der Crafts anzuzeigen. Acht dieser Gruppen werden im Text dieses Buches beschrieben, welche über den ganzen Globus verteilt sind. Jedes Kapitel beschreibt dabei die Geschichte und Kultur der jeweiligen Craft, mit einem Lexicon welches die Begriffe der Craft übersetzt. Dazu gibt es noch eine Reihe von Hinweisen zur Charaktererschaffung, Beispielrotes, Vor- und bzw. Nachteile und zuletzt auch einen Beispielcharakter, wie man es auch aus den Tradition Books her kennt. Die enthaltenen Crafts sind wie folgend:

  • Bata’a: Eine Tradition, welche auf die Praktiken verschiedener afrikanischer Stämme basiert, und diese mit Elementen des Katholizismus vermischt. Bata’a hat Ähnlichkeiten mit und gemeinsame Wurzeln mit Voudoun. Die meisten Praktizierenden dieser Craft finden sich in Zentralafrika, der Karibik, und in der Umgebung von New York. Ihre bevorzugten Sphären sind Spirit und Life.
  • Children of Knowledge: Diese Alchemisten, welche Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts auftauchten, hüten ein Geheimnis: sie sind die Überreste der Solificati, einer Tradition aus der Gründungszeit der Traditionen, welche sich nach den Ereignisse aus The Fragile Path auflösten. Hauptsächlich in Europa und Neuengland zuhause nutzen diese Magi hauptsächlich Matter und Mind.
  • Hem-Ka Sobk: Diese Craft wirkt auf dem ersten Blick wie eine ägyptische Mörderband, aber es handelt sich um einen Kult von Mördern und Kannibalen, welche im Namen des Krokodilgottes die Sündigen richten. Ihre wichtigsten Sphären sind Correspondence und Spirit, während Entropy, Forces, Matter und Prime ihnen verboten sind.
  • Kopa Loei: Eine kulturelle Guerilla, welche im Pazifikraum darum kämpft, die Kultur und die Religionen der Inseln am Leben zu erhalten und die Geister des Landes zu erhalten und zu rächen. Diese Magi versuchen aber nicht nur die Kultur am Leben zu erhalten sondern bereiten sich auf einen spirituellen Krieg vor. Die Craft hat keine magische Spezialität, sondern vereinigt eine Reihe von kleineren Traditionen unter sich.
  • Sisters of Hippolyta: Eine magische Schwesternschaft, welche ursprünglich aus Griechenland stammt und ihre Wurzeln auf die Amazonen zurückführt. Sie sehen es als ihre Aufgabe an, Frauen und Kinder zu beschützen, welche sich nicht gegen Gewalt – vor allem männliche Gewalt – wehren können, und ist gespalten zwischen denen, welche ein Leben in abgeschiedene Gemeinschaften befürworten, und jene, welche hinaus in die Welt ziehen wollen. Die Schwesternschaft konzentriert sich auf Life und Mind als Sphären.
  • Templars: Ähnlich wie die Children of Knowledge die Überlebenden einer ehemaligen Tradition sind, so handelt es sich bei den Templern um die Nachfolger einer Fraktion des Ordens der Vernunft – nämlich die militanten Christen der Cabal of Pure Thought. Nachdem der Orden zur Technokratischen Union umgebaut wurde entledigte sich diese ihrer religiösen Mitglieder – diese verschwanden allerdings in den Untergrund, und warten seid dem auf ihre Stunde der Rache. Ihre bevorzugte Sphäre ist Forces, die Gewalt des Herren.
  • Wu-Keng: Diese Gruppe ist „etwas“ problematisch aus heutiger Sicht, und exisiteirt zurecht in der Gegenwart der M20 nicht mehr – diese Magi wurden von Wesen vor Verfolgung geschützt, welche wohl Nephandi-kreaturen sind. Dazu werden die männlichen Magi dieser Craft dazu gezwungen, sich stets als Frauen auszugeben, zu verhalten und letztendlich auch als Frauen zu verstehen. Ihre Sphären sind Entropie und Forces, und sie dürfen bereits bei der Charaktererschaffung demonic investments wählen.
  • Wu Lung: Die letzte Craft in diesem Buch, die sogenannten Drachenmagi erhielten vor langer, langer Zeit das Mandat des Himmels, und sind die einzigen Zaubernden deren Magie im Reich in der Mitte vom Himmel als legitim angesehen wird.

Abgerundet wird der Band durch den fast schon obligatorischen Charakterbogen.

Fazit:
Ich erwähnte ja am Ende meiner letzten Mage: the Ascension-Besprechung gesagt das wir mit diesem Band den Erleuchtungskrieg hinter uns lassen. Das ist natürlich nicht ganz richtig – auch im Book of Crafts hinterlässt der krieg und auch der Metaplot seine Spuren, aber das Buch tut der Reihe sehr gut, in dem es die fast schon monolithischen Strukturen aufbricht, welche bis hierhin das Geschehen dominiert haben (Masquerade hatte diese Probleme bis zum Ende der Reihe) und aufzeigt das es in der Welt der Dunkelheit mehr als genug Platz gibt für Magier, welche eben nicht den großen Traditionen angehören. Ich würde sehr gerne mal eine kleine Chronik leiten, in der alle Charaktere einer der Crafts angehören, und dann einfach mal schauen, welche Geschichten sich mit dem geänderten Fokus entwickeln. Auf jeden Fall kann ich das Book of Crafts empfehlen, wenn man mehr Vielfalt unter den spielbaren Optionen haben möchten. Die einzige Schwachstelle sind die Wu Keng, welche selbst der Line Developer und der Autor recht schnell als „unglücklich“ bezeichneten.

Verwendbarkeit mit M20:
Wer die M20 im Regal stehen hat braucht das Book of Crafts nicht zwingenderweise – schließlich sind die Disparates bereits im Buch enthalten. Allerdings bietet dieses Quellenbuch der geneigten Gruppe mehr Hintergrund und mehr Tiefe, sollte das von einem Spieler oder von der Spielleitung gewünscht werden. Ich würde also auch hier das Buch wärmstens empfehlen.

Nächstes Mal lassen wir die Erde für eine Weile hinter uns, und reisen mit Beyond the Mirror: the Book of Worlds hinaus in die Weiten des Tellurians.

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