Things to Do in Denver When You’re Un-Dead

Urban Fantasy

Things to Do in Denver hat alles was einen schlechten Urban Fantasy Roman ausmacht. Da wäre die World Under, eine Kongolmeratsbeschreibung für Monster, Mythen und Magie – Mage-Tech, Ghule und ein paar Zombies – , ein Kick-Ass Charakter mit leicht konservativer Einstellung, das BSI – das Büro für Supernatürliche Investigationen – und eine Wagenladung Waffen und Action. Also alles das was  schlechtee Urban Fantasy ausmacht. Aber eben auch alles was den Hintergrund für gute Stadtphantastik ausmacht.

Stones Buch gehört für mich zum letzteren. Nicht nur weil es in der wohl schönsten Stadt der Welt – Denver, CO – spielt, sondern vor allen Dingen wegen des Flairs. Die coole Atmosphäre die der Roman versrüht liegt dabei wenig am Hintergrund. Der ist durchaus mau. Die Magietheorie ist nett aber auch nicht mehr. Zwar kann der Background ein paar nette Plothooks abwerfen, originell ist aber kaum was, und das wenige wirkt fast albern. Aber hey, wer auf kleine magische milchtrinkende Helferlinge im Büro, einen Cyberghost und Magiegranaten steht… wieso nicht.

Nein, wenn der Hintergrund auch seine guten Seiten hat, so lebt das Buch vom Stil. Nicht nur der Superagenten-mit-unbegrenzt-high-tech-ausstattung Stil, sondern auch der Schreibstil. Stone schafft es den Leser in der gleichen Geschwindigkeit wie die Charaktere durch das Buch zu jagen. Das würzt er neben einem haufen kerniger Sprüche mit ein paar popcultural references inklusive zwei Rollenspielwitzen und legt eine sprunghafte, aber nachvollziehbare Erzählstruktur drauf. Die ist Charakterzentriert. Auch wenn der Hauptplot  – die Jagd auf den Organ Donor – nicht uninteressant ist und alles andere als willkürlich gewählt wurde, geht es doch primär um die Charaktere. Hauptsächlich um DEN Hauptcharakter. Kalevi Hakala. Kal. Der nach Minnessotta ausgewanderte Finne ist zwar die gewohnte Lone Wolf  Missgeburt aus Rachlust, lebendig gewordenem Aggressionsproblem und Talent – Aber so ganz austauschbar dann irgendwie doch nicht. Durch Zeitblenden erleben wir wieso er zu dem geworden ist was er ist, wie er sich im BSI eingearbeitet hat und was er für Opfer bringen msste. So erleben wir auch manche seiner Begleiter in verschiedenen Phasen ihres Lebens und lernen das Büroteam lieb gewinnen. Besonders gut gelungen ist dabei die Schrittweise Einführung des Lesers durch Kal selber, der – ganz in-time – einer Green Pea das Magieuniversum vor die Füße dekliniert.

Anders gesagt: Stone schreibt lebendig und schnell, er schafft es den Charakteren Leben einzuhauchen und schreibt schnelles Hollywoodfantasy das einfach Spaß macht. Wenn man – anders als ich – auch noch auf Waffen und Autos steht, wird einem vermutlich noch mehr Wasser im Mund zusammenlaufen als mir. Das Ganze hat dabei ausreichend Tiefe und mehr als ausreichend Spannung bis zur letzten Seite. Stone ist Pulp mit tiefen Charakteren, der mir -und das ists elten – bis zur letzten Seite gute Unterhaltung geboten hat. Auch wenns nicht immer in Denver spielte…

Und das PS.: Das Ganze ist auf englisch und für $15,95 als paperback erhältlich.  Ansonsten – wie auch der Nachfolger – für ~4€ als kindle und ePub zu haben…

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