Ghouls of the Miscatonic

Ein Arkham Horror Roman

Der erste Band einer Trilogie zum bekannten Spielesetting Arkham Horror von dem es inzwischen neben dem eigentlichen Spiel auch noch die Ableger Villen des Wahnsinns (Mansions of Madness) und ‚Das ältere Zeichen‚ gibt. Offensichtlich ist es bei FFG in Romane zu ihren Spielen zu produzieren und nach dem Romanerfolg zu ihrem Rollenspiel Fireborn gibt es eben nun einen hier zu – ganz klassisch in den 20er Jahren in Lovecraft Country.

In Arkham, der Stadt mitten in Massachusetts, geschehen schon seid einiger Zeit seltsame Morde bei denen Teile der Leichen einfach aufgegessen wurden – aber nicht von einem wilden Tier, sondern von Zähnen wie ein Mensch sie hat. Die Polizei kümmert sich allerdings nicht sonderlich um die Aufklärung dieser Taten, für sie ist es einfach nur eine Sache, die eben mal vor kommt. Der Pathologe jedoch sieht die Sache etwas anderes und würde nicht nur gerne verhindern, dass weitere junge Frauen diesem „Tier“ zum Opfer fallen, sondern auch klären was genau das überhaupt ist.
Amber ist eine junge Studentin an der Arkham University, die seid Tagen schon schlimme Alpträume von ewigen Untiefen, seltsamen Städten unter dem Meer und etwas bedrohlichem, schlafendem dort unten hat, sich aber selbst nicht erklären kann, woher diese übelkeiterregenden Träume kommen.

Und dann ist da noch Oliver Grayson, ein Professor für Anthropologie und alte Sprachen, der vor einiger Zeit drei Jahre bei einem pazifischen Ureinwohner Stamm verbracht hat, welche inzwischen spurlos – zusammen mit seiner wissenschaftlichen Karriere – untergegangen sind, und der einen Freund im Arkham Asylum hat, welcher als angesehener Kriegsheld nach Arkham zurück kam, aber dann Brandstiftungen beging.
Welchen Zusammenhang all diese Personen haben und ob sich das Rätsel um die Morde aufklärt? Und was macht der Ölplattformbesitzer mit einer Tauchglocke, die ihn bis auf 1000 Meter tief tauchen lassen könnte?

Der Roman ist, obwohl nur 329 Seiten dick, mit sehr kleiner Schrift versehen und enthält somit wesentlich mehr als der vergleichbar dicke Fireborn Roman.
Die Geschichte selbst wird ständig aus verschiedenen Blickwinkeln und ihren jeweiligen Personen berichtet, so dass sich zwar für den Leser ein Gesamtkonzept ergibt, für die handelnden Personen – hier allen voran wohl die Hauptfigur des Professors – jedoch erst sehr viel später im Buch. Man benötigt im übrigen keinerlei Vorwissen über den Cthulhu Mythos. Besitzt man es jedoch, erkennt man an vielen Stellen um was genau es sich handelt und das Buch wirkt gleich deutlich vollgestopfter als es etwa ein Abenteuer im Cthulhu Rollenspiel sein würde. Dieser Umstand tut aber der Geschichte tatsächlich keinen Abbruch, die auch einfach nur deswegen sehr praktisch ist, um das leben in den 20ern mal so richtig kennen zu lernen.
Spieler der Arkham Horror Spiele werden mehr als einmal bei der Erwähnung von Orten oder Personen einen Aha-Moment erleben, da diese als Charaktere, Verbündete oder eben aufsuchbare Plätze dort ebenfalls auftauchen. Auf der letzten Seite ist sogar eine Möglichkeit den Professor als weitere Zusatzkarte für Arkham Horror zu bestellen. Ob das allerdings aus Deutschland gut funktioniert bleibt mal dahin gestellt.

Fazit
Dieses Buch ist eher etwas für Spieler des Rollenspiels – um die Weltdarstellung etwas realistischer zu machen – denn für die Brettspieler, die zwar Bekanntes wiedererkennen werden, aber natürlich kaum Mehrwert für das Spiel selbst haben. Wer allerdings einfach eine gute Horrorgeschichte lesen möchte ist gleichermaßen gut bedient.

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