Die Foundation-Trilogie

Einer der Klassiker der Science Fiction

Zu den wichtigsten Autoren des „Golden Age“ der Science Fiction (die Periode zwischen dem Ende des 2. Weltkrieges und dem Ende der Fünfziger Jahre) zählt auch heute noch der Biochemiker Professor Isaac Asimov (1920 – 1992), den man bisweilen zusammen mit Robert A. Heinlein und Arthur C. Clarke als die „Supergiants of SF“ bezeichnete. Zu seinen wichtigsten Werken als Autor phantastischer Literatur gehören natürlich seine Robotergeschichten in denen er die berühmten „Drei Gesetze der Robotik“ aufstellte (Und auch gleich ihre Schwachstellen auslotste), aber vor allem (Und vor allem für die SF-Rollenspieler am wichtigsten) seine Foundation-Geschichten. Die ersten drei Romane um die Foundation, die „Klassische Foundation-Trilogie„, sind es die uns heute beschäftigen werden.

Die mir vorliegende Ausgabe ist ein Sammelband den der Heyne Verlag im Jahr 200 herausgab als Jubiläumsausgabe zu „40 Jahre Heyne Science Fiction“. Dieser Band ist allerdings bis heute unverändert im Buchhandel zu erwerben. Neben einer Hochglanzseite auf der das Bild nachgedruckt ist, von dem ein Ausschnitt auf dem Cover zu sehen ist (Kein sonderlich tolles Bild, aber dieser Verlag hat schon schlimmeres verbrochen) enthält das Buch ein Vorwort von David Brin, einen Anhang, und die drei Romane Foundation, Foundation und Imperium und Zweite Foundation. Die Aufmachung des Buches entspricht den Standard den Heyne schon seid Jahren hält, die Übersetzung ist sehr gut (Ich lese Asimov mitterweile lieber auf Deusch muss ich zugeben), und die Bindung der über 900 Seiten ist spitze.

Nach dem Vorwort (In dem Brin nur erklärt, wie toll er Asimov als Schriftsteller findet) eröffnet das Buch mit dem ersten Roman, Foundation. Foundaton erschien ursprünglich als vier Einzelgeschichten in Astounding Magazine und wurde um eine fünfte Geschichte ergänzt als die Geschichten zum ersten mal in Buchform veröffentlicht wurden. Zu Beginn von Foundation, in der Geschichte Die Psychohistoriker, finden wir uns auf Trantor, der Hauptwelt des seid 12.000 Jahre existierenden Galaktischen Imperiums. Der Mathematiker Hari Seldon hat vor kurzem eine neue Wissenschaft entwickelt die er Psychohistorie nennt und mit der man Vorhersagen über das Verhalten von größeren Menschenmengen machen kann. Diese neue Wissenschaft hat ihn sehr unbeliebt gemacht, denn er hat das Ende des Imperiums vorhergesagt. In dieser Erzählung überredet Seldon die regierende Kommission dazu, ihm zu erlauben eine Stiftung (Engl.: Foundation) zu gründen mit dem Ziel eine Enzyklopedia Galaktica zu veröffentlichen – mit dem Ziel, das dunkle Zeitalter das nach dem Fall des Imperiums kommen wird von 30.000 Jahren auf nur Tausend zu verkürzen. Nach einigem Ringen akzeptiert die Kommission (Um Seldon und seine Leute loszuwerden), schickt sie aber auf einen Planeten namens Terminus, am Rande der Galaxis. An dieser Stelle setzt die zweite Erzählung an, Die Enzyklopädisten. Terminus ist vor fünfzig Jahren von der Stiftung besiedelt worden, und die Veröffentlichung des ersten Bandes der Enzklopädie steht kurz bevor. Allerdings haben sich die umliegenden Provinzen des Imperiums mehr oder weniger von diesem losgesagt – der von Seldon vorhergesagt Zerfall hat begonnen. Trotz Drohungen seitens der neuen Königreiche weigert sich die Leitung der Stiftung die Gefahr zu erkennen und pocht auf die Unterstützung des Kaisers. Der Bürgermeister von Terminus jedoch sieht die Gefahr, und unternimmt schritte um dieser zu begegnen, unter anderem einen Putsch gegenüber der Stiftungsleitung. Dieser Schritt wird von einem Hologramm Hari Seldons als richtig bestätigt – das Hologramm erscheint um zu verkünden das die Foundation sich jetzt auf einen von ihm und seinen Mitarbeitern berechneten Pfad befindet, der dazu führen wird das sie das neue Imperium gründen. Die Psychohistorie würde ihnen keine anderen Möglichkeiten mehr lassen. Die dritte Geschichte, Die Bürgermeister, spielt einige Jahre später, aber mit dem selben Bürgermeister, Salvor Hardin, als Protagonist. Die Königreiche, welche die Foundation umgeben, sind noch weiter in die Barbarei verfallen und sind jetzt von der Foundation abhängig um mittels einer erfundenen Religion ihre Technologie zu erhalten. Der Herrscher eines dieser Reiche plant jedoch die Foundation zu überfallen um selbst die Wissenschaftsreligion zu beherrschen. Aber auch diese „Seldon-Krise“ wird nicht durch Gewalt sondern durch Vernunft, Planung und Timing Hardins verhindert. Die Händler spielt wieder nach einem Zeitsprung, die Foundation nutzt nicht mehr Religion als Mittel zur Eroberung, sondern den Handel. Als eine Welt sich weigert Handel mit der Foundation zu eröffnen, aus Angst vor der Religion die dazugehört, wird ein ganz besonderer Händler ausgeschickt um die Welt zu knacken. Seine Mission gelingt ihm, doch dabei entdeckt er Hinweise das sich das Imperium langsam wieder in den Randgebieten bemerkbar macht. Die letzte Geschichte, Die Handelsfürsten, baut direkt auf den Ereignissen der vorherigen auf, Ereignisse die zu einem Krieg mit einem kleinen Königreich geführt haben. Dieses Königreich kann zwar auf Mittel des alten Imperiums zurückgreifen, kann sich aber letztenendes nicht mit der fortschrittlichen Technik der Foundation und dem Druck der sozialen und geschichtlichen Zwänge messen.

Der zweite Roman, Foundation und Imperium, erschien ursprünglich als zwei Novellen, Der General und Das Maultier. Die erste Geschichte erzählt davon wie das alte Imperium unter der Führung eines jungen, erfolgreichen Generals zum ersten mal von „den Zauberern“ erfährt und nach ihnen sucht. Diese Zauberer sind die Menschen der Foundation, die isch einen technologischen Standard erhalten haben der im Rest der Galaxis mittlerweile unbekannt ist. Während dieser general seinen Krieg gegen die Foundation führt versucht ein Händler mit wirtschaftlichen Mitteln Druck auf Trantor gegen den General aufzubauen, scheitert aber kläglich – nur um zu erfahren das der General wegen seiner Erfolge vom Kaiser exekutiert worden ist. Die geschichtlichen Zwänge und de Psychohistorie haben wieder die Foundation geschützt. Die zweite Geschichte spielt 150 Jahre später. Die Bürgermeister haben sich zu diktatorischen Herrschern aufgeschwungen, während eine kleine Rebellenfraktion am Rande der Foundation den Aufstand plant. Die Rebellen wollen einen Kriegsherren als Verbündeten gewinnen, einen Mann den man das Maultier nennt, der bisher ungeschlagen geblieben ist und kurz davor steht sich mit der Foundation anzulegen. Die Kontaktaufnahme gelingt nicht, und zwei junge Rebellen, Toran und Bayta, fliehen aus dem Herrschaftsgebiet mit dessen Hofnarren, Magnifico. Doch egal wo sie hinfliehen, jeder Planet wird im Handstreich genommen – selbst Terminus, obwohl der Rest der Foundation sich weiter wehrt. Diese Eroberung geschieht als das Hologramm von SHari Seldon sich wieder zeigt um über eine Krise zu sprechen, aber nicht vom Maultier spricht – ein unvorhergesagtes Ereigniss! Toran und Bayta fliehen mit Magnifico und einem Psychologen, Ebling Mis, nach Trantor. Mis glaubt herausgefunden zu haben das Hari Seldon nicht eine sondern zwei Foundations gegründet hatte, und hofft in der Bibliothek von Trantor Hinweise zu finden wo diese sei. Die Flüchtlinge finden Trantor als Ruine vor, die planetenweite Stadt zerstört, mit einige Flächen zur Landwirtschaft freigelegt. Mis ist kurz davor den Aufenthaltsort der zweiten Foundation zu entdecken als er von Bayta erschossen wird – sie hat herausgefunden wer das Maultier ist, ein Mutant mit der Gabe die Gedanken anderer zu lesen und zu kontrollieren. Und als Magnifico ist er schon die ganze Zeit bei ihnen…

Auch das dritte und letzte Buch in dieser Zusammenstellung, Zweite Foundation,  erschien zunächst als zwei Novellen, Die Suche des Maultiers und Die Suche der Foundation. Die erste Geschichte spielt wenige Jahre nach dem Ende von Foundation und Imperium und beschreibt wie das Maultier seine Jagd nach der Zweiten Foundation fortsetzt. Die letzte Suche des Maultiers führt ihn und seine Untertanen zu einer Welt namens Tazenda in der Hoffnung dort das „Star’s End“ zu finden wo Seldon seine zweite Stiftung gegründet haben sollte. Sie treffen dort auch auf Vertreter der Zweiten Stiftung, die ähnlich wie das Maultier über hochentwickelte psionische Fähigkeiten verfügen, doch erst als dieser ebenfalls unerwartet auf Tazenda erscheint wird klar das es sich um eine Falle handelt um diesen Mutanten unschädlich zu machen. Am Ende wird dem Leser klar das es sich bei der Zweiten Foundation um die Hüter des „Seldon-Plans“ handelt, welche dafür sorgen das die Erste Stiftung tatsächlich auch das Zweite Imperium gründet. Allerdings hat die Foundation während der Herrschaft des Maultiers von der Existenz der zweiten Foundation erfahren, was nie hätte passieren dürfen, was zu Die Suche der Foundation führt. Es ist einige Jahre nach dem Tod des Maultiers, die Foundation ist wieder die größte Macht in ihrem Teil der Galaxis, und sogar die Vorhersagen des Seldon-Hologramms sind wieder korrekt. Gleichzeitig macht einer der „Erben“ des Maultiers sich bereit, einen Krieg mit der Foundation auszutragen, eine Clique von Verschwörern sucht einen Weg, die Zweite Foundation zu finden und auszuschalten, während dies erkennen muss das der Seldon-Plan kurz davor steht zu scheitern. Alle drei Fraktionen versuchen verzweifelt ihre Ziele zu erreichen, aber am Ende wird Kalgan besiegt und die Zweite Foundation auf Terminus selbst entdeckt – oder doch nicht…?

Der Anhang ist eine Einführung in die Psychohistorik von Michael F. Flynn, und beschreibt die versuche die „heute“ gemacht werden um aus Asimovs fiktiver Wissenschaft eine tatsächliche zu machen.

Fazit:
Puh, wie bewertet man einen Klassiker? Wie schreibt man ein faires urteil zu einem Buch das mehr 50 Jahre auf dem Buckel hat und ein komplettes Genre entscheidend geprägt hat? Nun, eines vorweg: man merkt sehr deutlich an den vorgestellten Technologien wann dieses Buch entstand: Atomenergie ist hier das Nonplusultra, Computer noch immer seltsame und schwerfällige Maschinen, und die Berechnungen für Hyperraumsprünge werden hier noch von Hand durchgeführt. Als Autor war Asimov auch nie wirklich besser als Durchschnitt, wer komplexe und tiefe Charaktere erwartet wird hier bitterlich enttäuscht. Warum sollte man sonst Asimov lesen? Wegen den Ideen. Asimov zählt zu den Großen wegen den Ideen die er nimmt, entwickelt, ausarbeitet um dann zu sehen welche Folgen sich daraus entwickeln und welche Schwächen diese Ideen – innerhalb des Settings – haben würden. Außerdem ist Asimov interessant um zu sehen wo die moderne Space Opera herkommt – ohne der Foundation-Trilogie gäbe es wohl weder die Honour Harrington-Romane, noch Star Trek, noch Traveller, noch… Was als Übertragung des Falls des Römischen Reiches und dessen Nachwirkungen auf die Science Fiction seiner Zeit begann wurde zur Revitalisierung der Space Opera. Die Foundation-Trilogie ist kein Buch das man lesen MUSS – wer sich für kalssische SF interessiert HAT es schon gelesen, und die meisten Leser die mit ST:TNG oder Star Wars aufgewachsen sind werden dieses Frühwerk Asimovs ähnlich anstrengend finden wie die meisten von euch verzogenen Rollenspieler Tolkien, aber dennoch: Wer SF lesen will sollte neben Frank Herberts Dune, Heinleins Starship Troopers und Clarkes Rendezvous mit Rama auf jeden Fall Asimovs Foundation-Trilogie gelesen haben.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*