Rabenkind

Roman 127

Der 127te DSA Roman Rabenkind zeigt auf seinem Cover einen Raben und im Hintergrund Magier vor einer großen Burgkulisse.

Die Handlung beginnt mit der Geschichte eines lange gefangenen Magiers aus dem Orkensturm, dessen weiterer Lebensweg zwischendurch auch immer wieder fortgeführt wird, gekennzeichnet durch kursive Schrift.
Die eigentliche Handlung spielt jedoch um das Dorf Dunkelbach. Dorthin verschlägt es zuerst einen Magier mit seinem Söldnerbruder, die das Haus des ehemaligen Dorfmagiers beziehen, dann einen vom Dorfvorsteher erbetenen Borongeweihten in Form eines geweihten Golgariten mit seinem vor kurzem kennengelernten Zwergenfreund, und schließlich noch ein Bekannter (Magier) des ersten Magiers, der zu seiner Unterstützung dazu kommt. Außerdem lagert noch eine Gruppe Orks vor dem Dorf im Wald.
Die Magier sehen im Golgariten eine Bedrohung für ihre Pläne mit dem Dorf und so versuchen sie zunächst durch eine kleine Gruppe Untoter diesen los zu werden. Als das nicht ganz funktioniert, versuchen sie mit den Orks, die das Dorf für sich haben wollen, gemeinsame Sache zu machen. Doch dann spitzt sich die Lage zu und es treten einige Gestalten auf, die nicht das sind, was sie zu sein scheinen.

Der Roman erzählt eine nette Geschichte, ist recht solide und wartet mit einigen unvorhergesehen Überraschungen auf. Die Beschreibungen der Charaktere und vor allem der Handlungen sind ausführlich ohne langatmig zu sein. Jedoch kann der Rest des Stils des Autors nicht überzeugen. Da die Kapitel nicht mit einem Datum versehen wurden, bemerkt der Leser immer erst nach einem Teil der Seite, dass sich ein einzelner Abschnitt auf etwas schon Vergangenes und von anderer Seite aus Berichtetes bezieht, wie etwa der Späher der Orks, welcher erst ein paar Abschnitte später zu den Orks zurückkommt und wieder los geschickt wird, obwohl die Handlung im Dorf schon längst weiter fortgeschritten ist.
Etwas bis zur Hälfte des Romans wird man das Gefühl nicht los, dass alle handelnden Personen wohl bei Hesindes Vergabe von Weisheit ihre Schnürsenkel zubinden mussten und damit leer ausgingen (etwa der zweite Magier der ausgerechnet einen Haufen Zombies ruft um einen Golgariten zu töten, der aber (als hätt’s der Magier gewusst) trotz Weihe keine einzige nützliche Liturgie zu beherrschen scheint und so tatsächlich beinahe umgebracht wird obwohl sein Orden ja nun der ist, der extra für solche Fälle da ist).
In der zweiten Hälfte jedoch werden wenigstens in einigen Situationen gesunder Menschenverstand benutzt und auch mal etwas Intelligentes gesagt und unternommen. Leider kommt dies für eine Identifikation mit den handelnden Personen zwecks Leserbindung zu spät.
Zudem sollte der Autor wohl mal einen Blick in die Regelwerke werfen, dann hätte er festgestellt, dass das ‚Blenden“ eines Dämons mit Nichten durch Ausbrennen seiner Augen zu erzeugen ist (die zwar optisch an der Gestalt dran sitzen, aber eben nichts direkt mit der Wahrnehmung zu schaffen haben).

Fazit:
Der Roman bietet dem Aventurien-Unkundigen die Möglichkeit die einfach Handlung zu verstehen und nicht von fehlendem Hintergrundwissen daran gehindert zu werden, ist aber wohl für Wissende eher uninteressant, da der Erzählstil des Autors und die handelnden Personen doch eine großen Teil des Lesevergnügens nehmen und so den Roman wohl nur für bestimmte Lesergruppen geeignet machen.
2/5

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