Praios Vademecum

Unter den Strengen Augen des Sonnengottes

Praios – in vielen Fällen oberste der Götter in Aventurien – hat nun auch endlich sein eigenes Vademecum bekommen. Passend natürlich zur Quanionsqueste in der wohl viele Spieler vielleicht zum ersten Mal praiosorientierte Charaktere spielen werden. Der Band ist wie die vier anderen auch klein und handlich und in diesem Fall sonnengelb mit einer Sonnenscheibe vorne drauf und dem obligatorischem „Das schwarze Auge“ und „Ulisses-Spiele“ hinten drauf.

Auch inhaltlich ist dieser Band nicht groß anders als die anderen Vademeci vorher, allerdings enthält er ein zusätzliches Kapitel in dem nicht wie bei den anderen etwa neue Liturgien drin stehen – sowas macht Praios ja nicht – sondern die Veränderungen die die Quanionsqueste mit sich bringt. Aber mal zu den Kapiteln im einzelnen…
Das Buch beginnt – neben dem Vorwort – mit den Gebeten, die so ein Praiosgläuber kennen sollte. Übrigens inklusive der wichtigsten Gesten, welche dann auch später in den Beschreibungen der Liturgien verwendet werden. Dann folgen weitere Gebete und Lieder. Letztere sind diesmal am Ende des IT Teils mit Erwähnungen versehen zu welcher Melodie sie gesungen werden können. Dann folgt eine Beschreibung der Liturgien bei der allerdings durchaus darauf eingegangen wird, dass das heilige Licht nicht mehr da ist während der Queste und so einige der Liturgien nicht mal so eben gesprochen werden können sondern besonderer Vorbereitung bedürfen. Die Purgation etwa kann gar nicht mehr durchgeführt werden.
Es folgt dann das übliche Kapitel zu Ritualen und Gottesdiensten und dann jenes in dem der Leser erst über das Gefolge des Gottes informiert wird.
Da die Praioskirche sich auf bestimmte Glaubenssäulen stützt haben natürlich auch diese ein eigenes Kapitel bekommen (und werden im Post-Quanion-Kapitel dann noch ergänzt). Die restlichen Kapitel widmen sich dann der derischen Form, also der Kirche des Praios. Zunächst der Geschichte der Kirche und dann deren Aufbau.
Neben dem erwähnten Post-Quanion-Kapitel gibt es noch zwei Kapitel, die IT nicht im Buch zu finden sind, und zwar das bislang in allen Bänden vorhandene Kapitel in dem ein wenig erklärt wird, wie man den jeweiligen Geweihten spielen sollte – gerade bei Praios keine leichte Sache und ein Kapitel mit Anmerkungen, hier rein auf die Lieder bezogen.. was irgendwie halb IT, halb OT ist.

Auch dieses Vademecum ist natürlich auch für den LARP Einsatz gedacht und kann nicht nur am Spieltisch verwendet werden. Gerade die Gesten, Gebete und Lieder – so man denn singen kann – sind wunderbar um den eigenen Praiosgeweihten, oder auch einfach einen praiosgläubigen Charakter noch viel mehr Leben zu geben. Zusätzlich ermöglicht der Band aber auch, dass man etwa einem Magier oder überhaupt Magieanwender in der Gruppe mal vertickert warum seine Verhaltensweisen schädlich sind. Daraus können sich dann wunderbare Dialoge zwischen den Spielern entspannen – zumindest sofern sich die Beteiligten darauf einlassen.
Die zweite durchaus informative Textstelle sind die Liturgien. Natürlich auch wegen den allgemeinen Ratschlägen, wie die denn gefälligst abzulaufen hat, aber besonders durch die Erwähnung was denn mit jenen Liturgien passiert ist, die eben das heilige Licht benötigen. Denn davon gibt es mehr als eine und als Spieler, der einfach nur mit den Beschreibungen der Liturgien im Wege der Götter arbeitet wird man auf die Idee kommen, dass einfach diese Liturgien weggefallen sind. Denn im WdG steht nicht drin, dass es das heilige Licht in Flaschen gibt. Hier im Vademecum allerdings schon – ebenso wie auch in der Quanionsqueste übrigens
Ein weiteres Highlight sind dann die „wie spiel ich dass denn überhaupt?!“ Tipps im Buch. Denn wie schon erwähnt, Praiosgeweihte haben keinen guten Stand in vielen Runden, weil sie doch in den meisten Abenteuern sehr anecken mit ihren Vorstellungen der Welt. Die meisten Abenteuer sind ja nun darauf ausgelegt doch mindestens hellgrau für die Gruppe zu sein – also auch mal hinterlistiges Verhalten erwarten, was mit einem Praiosgeweihten schlicht nicht drin ist. Hier stehen also ein paar Ratschläge für Spieler und Spielleiter gleichermaßen.
Das letzte Kapitel – für das es sogar einen niedlichen Siegelstreifen gibt – ist besonders wichtig um nicht gleich veraltet zu sein. Denn die Änderungen durch die Quanionsqueste sind in manchen Punkten schon keine Kleinigkeiten mehr.

Fazit
Wie auch die anderen Vademeci für einen Spieler eines Praiosgeweihten eigentlich unverzichtbar, wenn man am Tisch eine entsprechende Stimmung mit den Texten verbreiten möchte und diese eben nicht alle selbst schreiben will.

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