Phileassonsage 6: Totenmeer

Ein Roman von Robert Corvus und Bernhard Hennen

Zwei Meister in einer See, die weder Land noch Wasser ist? Ein Kelch der zwischen ihnen steht. Das sollte sich doch recht einfach finden lassen. Zumindest wenn man ein Schiff hat. Und an dem fehlt es Phileassons Mannschaft nach der Seeschlangen Geschichte. Zwar konnten sie den Piraten für sich gewinnen, aber natürlich möchte Phileasson schon selbst weiter reisen. Daher ist es ganz praktisch, dass die Piraten die Stern von Silz erobert haben, jedoch wollen diese natürlich erst einmal überzeugt werden das Schiff auch ab zu geben. Und Geld hat die Mannschaft nach der nun schon längeren Reise um halb Aventurien keines mehr.
Beorn hingegen konnte mit einem eigenen Schiff den Seeschlangen zu Leibe rücken und hat daher einen guten Vorsprung auf der Suche nach den zwei Meistern und dem Kelch und dank ortskundigen Mannschaftsmitgliedern findet er auch recht schnell den Weg zur Sargassosee in der ein riesiges Tangfeld jede Menge Schiffe eingefangen hat.
So ganz geheuer ist das der Mannschaft natürlich nicht, doch die Aufgabe will erfüllt werden und so begeben sich alle auf die Suche nach ihrem Ziel und treffen sogar relativ schnell auf den ersten der beiden Meister, welcher zwar nicht wirklich vertrauenswürdig ausschaut, aber immerhin ein paar Details beitragen kann und Beorn anbietet ihm zu helfen, so denn die Mannschaft ihm bei einer kleinen Sache hilft. Doch dieser Kleinigkeit erweist sich als überaus gefährlich für die Mannschaft, und Phileasson ist in der Lage aufzuholen und wird vielleicht sogar den Kelch vor Beorn erreichen können?

In der Rollenspielkampagne, auf der diese Buchreihe ja beruht, ist dieses sechste Abenteuer ein klassische Closed-Room-Szenario, also ein Ort an dem die Helden mit dem zurecht kommen müssen, was da ist bis die Aufgabe erledigt ist. Auch der Roman ist natürlich daran gebunden, hat aber gerade durch die Lange Vorgeschichte bis Phileassons Mannschaft auch in der Sargassosee angekommen ist, etwas mehr Luft. Dadurch das aber dann in der Sargassosee nicht viel zusätzliches existiert mit dem interagiert werden kann, beschäftigen sich die beiden Mannschaften zwangsläufig viel mit sich selbst. So wird etwa besonders der Konflikt zwischen Tjorne und Zidane zu einem Ende gebracht, aber dies führt dann zu einer Auseinandersetzung zwischen Zidaine, Praioslob und Tylstyr. Der aus dem Himmelsturm mitgenommene Magier Abdul trifft auf Selime, seine Nichte, Beorn und Phileasson müssen sich in ihrem Vorgehen abstimmen und Lialath, die Wüstenelfe sieht endlich ihre Chance das Schwert Selflanatil an sich zu bringen.
Die Autoren zweigen hier die weitere Entwicklung einiger Charaktere auf, die dann auch für die späteren Bände wichtig werden können, wobei hier Beorns Gruppe gefühlt mehr Zeit im Roman bekommt als Phileassons.
Etwas schade ist, dass es an mindestens zwei Stellen eine Ungereihmtheit zwischen den Abläufen zwischen Abschnitten gibt. So wird Phileasson zusammen mit den Piraten von der Seeadler von Beilunk verfolgt, Phileasson schafft es den Piraten einen Vorsprung zu verschaffen und die Seeadler verflogt dann die Piraten, im nächsten Abschnitt wird Phileassons Schiff jedoch von der Seeadler beschossen und mit keinem Wort erwähnt, warum das Schiff denn nun plötzlich wieder da ist. Eine ähnliche Stelle gibt es auch später nochmals und es stellt sich die Frage ob die beiden Autoren hier getrennt von einander geschrieben haben und nicht ganz geklärt wurde, was passieren soll, bzw dem Lektor diese Stellen einfach entgangen sind. Letztlich sind aber beide nicht so gravierend, dass sie das Buch zu einem inhaltlich unzuzsammenhängenden Roman machen – es ist schlicht unschön, da es den sonst sehr runden Lesefluss stört.
Der Prolog dieses Bandes klärt im übrigen die Vorgeschichte der beiden Meister, etwas das im eigentlichen Abenteuerband zwar im groben enthalten ist, aber so gerade einem Spielleiter dieses Abenteuers deutlich mehr Tiefe für die Darstellung der beiden NSCs ermöglicht.

Fazit:
Wieder liegt hier ein Roman vor, der nicht nur eine absolut unterhaltsame Geschichte erzählt, sondern gerade auch Spielleitern der Phileasson Kampagne eine große Hilfe sein wird. Leser der übrigen 5 Bände können auch bei diesem sechstem (und damit Halbzeit) Band bedenkenlos zugreifen, ebenso wie Spielleiter. Wer die restlichen Bände nicht gelesen hat, wird zwar bei diesem auf Grund der Struktur wenig Schwierigkeiten haben, zu folgen, aber die volle Tragweite bestimmter Ereignisse erst begreifen, wenn auch die restlichen Bände konsumiert wurden. Wie auch bei jenen ist also angeraten von vorne zu beginnen. Wie immer für Spieler des Abenteuers: Hände weg – ihr spoilert euch sonst, und das ist an einigen Punkten einfach schade in diesem Band.

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  1. Rezensionsspiegel Dezember 2018 | Nandurion

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