Opus Anima: Investigation

Abenteuer auf den Schollen

Der erste Quellenband zu Opus Anima ist zugleich Setting, als auch Abenteuerband. Optisch ist er dem Grundregelwerk entsprechend aufgemacht mit einem weißen Cover und schwarzer Schrift, sowie innerhalb des Büchleins mit Abwechselnd schwarzem und weißem Hintergrund für den Text und Zeichnungen in schwarz/weiß.

Inhaltlich unterteilt sich der Band in einen Regelteil, welcher allgemein etwas zur Charaktererschaffung und dem Kampf mitteilt und einen Settingteil, der die Stadt beschreibt in der die Kurzabenteuer spielen können, sowie näheres zum Hintergrund der Charaktere.

Die Kurzabenteuer, welche mit diesem Buch gespielt und geleitet werden können spielen in Leuterskoog, einer Stadt der Scholle Schelfberg, die auch im Grundbuch in ihrer Gesamtheit näher erläutert ist.
Den Charakteren ist eines gemein: Sie sind zunächst einmal alle Menschen und sie gehören alle zu einer Abteilung der Polizei, hier Schutzwacht genannt, von Leuterskoog – der Abteilung für unerklärliche Phänomene, die EG:BO (Ermittlungsgruppe: Bizarromantie und Okkultes). Die spielbaren Charakterklassen sind: Bizarromant, Ermittler, Jungspund, Schutzkonstrukt, Sondersergant für Moral und Etikette, Schutzmann, Tatortermittler und Techniker. Aus diesen acht Klassen kann sich jeder vor Beginn des Abenteuers eine aussuchen und mit den ebenfalls im Buch enthaltenen Erschaffungsregeln die Werte und Geschichte seines Charakters festlegen. Im Internet können auch fertige Charaktere heruntergeladen werden.
Die Beschreibungen der Stadt sind nach Stadtteil aufgeteilt und enthalten auch Kurzfassungen zu den wichtigsten Persönlichkeiten, Orten und Begebenheiten der Stadt am Rande der Scholle. Auch werden Grundsätze des Lebens auf der Scholle und eine kurze Einführung in die Welt der Verzerrung, also der Absonderlichkeiten und deren Ausprägungen und Messarten, gegeben, die sich für Abenteuer verwenden lassen.
Ein weiterer großer Teil des Büchleins befasst sich mit der Schutzwacht an sich. Also deren Organisation und Abteilungen, mit Aufführung der einzelnen Abteilungsleiter, sowie der Anzahl der Mitarbeiter.
Der letzte Teil ist mehr für den zukünftigen Spielleiter gedacht. Er enthält Beschreibungen über mögliche Gegner der Abenteuergruppe – hierzu zählt RUME, eine ähnlich arbeitende Organisation, die aber nicht im Auftrag des Staates handelt und Beschreibungen der Seelenlosen, die im eigentlichen Opus Anima als Charaktere gewählt werden können- , einige Abenteuerideen, Tipps gibt wie man die Charaktere zusammenstellen kann und am Ende sogar ein zweiseitiges Beispielabenteuer.
Den Anhang bilden dann Materiallager (eine Inventarliste für die Charaktere), Index und Charakterbogen.

OA: Investigationen bietet dem Interessierten einen guten aber einfach gehaltenen Überblick über Opus Anima aus Sicht jener die nicht zu den Seelenlosen zählen, welche in Opus Anima ja auch Charaktere sein können (aber wie man hier sieht nicht müssen).
Durch die im Grunde schon vorgegebenen Klassen und die sehr, sehr simple Charaktererschaffung kann man mit diesem Büchlein direkt losspielen.
Wenn da nicht das kleine Problem wäre, dass der Spielleiter zumindest ein wenig Erfahrung in der Welt benötigt um alles weltengetreu abbilden zu können. So werden zwar Beispiele für Abenteuermöglichkeiten gesagt, aber wenn der Spielleiter nicht das Grundbuch zumindest mal angesehen hat – was dank kostenlosem Regelwerk ja jederzeit möglich ist – dürfte er Schwierigkeiten haben, die Hintergründe der Verzerrungen für die Charaktere vernünftig lösbar einzubauen. Es wird einfach an keiner Stelle im Buch beschrieben welche Gründe es auch nur geben könnte und so ist der Spielleiter gezwungen, sich diese zunächst selbst zu überlegen, was wiederum den Aufwand für ein Abenteuer auf Spielleiterseite erhöht.
Die Spieler dürften recht gut mit ihren Rollen zu Recht kommen, da sie den Standard Polizeirollen entsprechen. Lediglich der Sondersergant für Moral und Etikette wird einige Schwierigkeiten haben, da er zwar auf Moral und Etiketteverstöße achten soll, aber wie auch schon im Grundbuch eine Beschreibung derer nicht enthalten ist, wohl aber die Beschreibungen im Text über die Art der Etikette darauf deuten, dass diese deutlich mehr Regeln enthält, als es in der westlichen Welt üblich ist oder auch war.
Das Beispielabenteuer ist einfach gehalten und beschreibt nur grob die Szenen und den Ablauf, der stattfinden kann, so dass dem Spielleiter und seine Spielern einige Freiheiten gelassen werden.
Insgesamt ist es ein guter Einstieg um die Welt und das Regelsystem von Opus Anima kennen zu lernen oder auch um einfach mal ein Detektivabenteuer mit einem interessanten Hintergrund zu erleben.
(3/5 Punkten)

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