Neue Abenteuer in der Kurpfalz X

Neues vom Rollenspielverein Kurpfalz

Unser letztes Vereinstreffen stand ganz unter dem Einfluss des Termins. So fielen am Freitag, dem 13ten prompt zwei Spielleiter dem gnadenlosen, als Real Life bekannten Slasher zum Opfer, so dass wir mit vier übergroßen Runden in den Abend starteten.

Thematisch waren die zwar eher #fantasyfreitag als blanker Horror – vielleicht hätte ich doch The Final Girl anbieten sollen, aber die Beteiligten haben sich dennoch alle Mühe gegeben, dem unseligen Datum gerecht zu werden.

Da gab es einmal die elfische Waldläuferin in Dungeon World, die offenbar mit so hundsmiserablen Würfen gestraft war, dass mir danach nicht nur mehrere Leute grinsend davon berichteten, sondern ihr auch das Kunststück gelang, noch vor Erreichen des Endgegners eine Stufe aufzusteigen. Wenigstens in dieser Hinsicht waren die miesen Würfe also doch eher Segen als Strafe, denn in Dungeon World gibt es für jeden so richtig misslungenen Wurf einen Erfahrungspunkt als Trostpreis. Inwieweit sie damit allerdings ihrer Gruppe geholfen hat, die auf der Suche nach einer Reliquie der besonderen Art, dem Zehennagel des Kronos, Eishexen und Mumien aus dem Weg zu räumen hatten, ist nicht überliefert.

Keine Babys verletzt wurden während einer Runde Kobolde fressen Babys. Der grausame Schnitter muss trotzdem ordentlich gewütet haben – und offensichtlich auch die Herrin Gonzo, mutierten doch einige Kobolde zu „Drachenponys“ – denn es wurden aus purem Wahnsinn heraus genau 13 Todesmarker angesammelt. Maliziös!

Nach einer veritablen Blutoper hört sich der Bericht der Runde an, die sich an dem mittlerweile zum Inventar des Treffens gehörenden PbtA-Hack für 7te See versuchte:
„Zu spät erreicht unsere Helden der Brief einer alten Freundin, die sich in Montaigne als Gräfin niedergelassen hat. In diesem teilt sie ihnen mit, dass sie an einer unheilbaren Krankheit leide und bittet ihre Freunde darum, sich nach ihrem Tod um ihre Stiefkinder zu kümmern. Als man schließlich in Paix in Montaigne eintrifft, haben die Geschwister die Stadt aber bereits durch einen bitteren Nachfolgestreit ins Chaos gestürzt. Verkompliziert wird die ganze Situation dadurch, dass sich der intrigante Erzfeind der Gräfin vor der Stadt breitmacht und auch die montaignische Armee auf dem Weg ist. Als zu allem Überdruß noch ein Dienstmädchen ermordet wird und, vollkommen unerwartet natürlich, die Inquisition auftaucht“ …war die Runde zu Ende. Kein Wunder also, dass beim nächsten Treffen weitergespielt werden soll.

Ich selbst habe dieses Mal mit ein paar Mutigen Swords Without Master ausprobiert, ein ungewöhnliches Sword & Sorcery-Rollenspiel, in dem es im Gegensatz zu den meisten anderen Rollenspielen nicht darum geht, ob und wie man etwas schafft, sondern ob und wie eine Szene entweder „glum“, also trist, oder „jovial“, d.h. fröhlich und bunt ist. Dafür benutzt der gesamte Tisch ein einzelnes Paar W6. Wir begannen – wie hätte es an einem Freitag, dem 13ten auch anders sein können – trist mit einer Gruppe abgehärmter Kriegsveteranen, die sich auf einem schlammigen Dschungelpfad ihren Weg zur uralten Stadt Phanagor bahnten. Dort angekommen bekamen sie es schnell mit der maskierten Herrin des sagenumwobenen Türkispalastes, der Kriegsfürstin Bao, zu tun, die sie vergiften und in Ketten gelegt auf einen Feldzug schicken ließ. Mit den Schwertern ohne Herrn hatte die Fürstin allerdings die Falschen zu ihren Opfern auserkoren, denn die entledigten sich bald ihrer stählernen Bande und kehrten mit einem einzigen Ziel nach Phanagor zurück: Die Kriegsfürstin zu stürzen. Denn ihnen war eine alte Prophezeiung zu Ohren gekommen, nach der diejenigen den Platz einer unsterblichen Kriegsfürstin einnehmen, die sie an silbernen Haken aus ihrer eigenen Stadt schleifen. Nachdem die Schwerter eben jene Haken aus den Verliesen unter der Stadt gestohlen hatten, stellten sie die Kriegsfürstin zwischen den Teichen im Innenhof des Türkispalastes und fanden einen glorreichen Tod im Kampf. Ist das das Ende ihrer Saga oder erst der Anfang? Die Zukunft ist in dunkle Nebel gehüllt. Das Fazit der – erfreulich jungen – Runde zu Swords war durchwachsen: Ein vorbereitetes Abenteuer, d.h. weniger Improvisation und eine weniger strenge Spielstruktur (das Spiel läuft in drei Phasen, Perilous, Discovery und Rogues‘ Phase, ab aus den Einzelne kaum ausbrechen können) hätten den Meisten besser gefallen. Ich selbst war überrascht, dass sich Swords deutlich einfacher liest als es sich spielt, hätte aber durchaus Lust, es noch das ein oder andere Mal auszuprobieren, um es ein bisschen mehr in den Griff zu bekommen.

Für den Verein ist der nächste Termin der Jugendtreff am 28.10., es folgt der reguläre Vereinstreff am 10.11., auch vetreten sind wir auf der Mannheim Spielt! am 11. und 12.11. sowie auf der Trendnacht der Stadtbibliothek am 25.11.; wir freuen uns, euch vielleicht bei dem ein oder anderen Termin zu treffen. Mehr Informationen und vorangekündigte Spielrunden findet ihr auf unserer Website, auf Facebook und im Tanelorn. Bis dahin!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*