Neue Abenteuer in der Kurpfalz IX

Neues vom Rollenspielverein Kurpfalz

Vorletzten Freitag war wieder Vereinstreffen. Und was für eins. Der Rollenspielverein Kurpfalz war in großer Zahl vertreten, dazu kamen wieder viele spielfreudige Gäste. Mit sechs Rollenspielrunden, die jeweils mit 5 oder mehr Leuten besetzt waren, erinnerte das Treffen fast schon an eine kleine Convention. Und es waren gerade so genug Runden vorbereitet, für mich eine Mahnung immer noch was in der Hinterhand zu haben, wenn man zum Treffen fährt.

Im einzelnen wurden gespielt: Ein Space 1889-Abenteuer auf dem Mars, bei dem es für eine mit ihrem Flugschiff abgestürzte Expedition nicht nur ums Überleben ging, sondern auch gefährlichen marsianischen Luftpiraten ihr Entführungsopfer entrissen werden musste. Wenn das nicht Pulp ist, dann weiß ich auch nicht.

Um eine andere, schleimigere Sorte Verbrecher ging es am Rande des Imperiums. In einer Runde Star Wars war die Crew im Auftrag eines Hutten unterwegs, für den es eine seiner Schiffsladungen zu bergen galt. Leider stellte sich heraus, dass die bereits abgeholt worden war; ein Manöver, hinter dem ein unerwarteter Gegner steckte. Und man durfte niemanden über Bord werfen, wie ein Spieler besonders hervorhob.

Zwei Runden operierten dagegen unter dem gemeinsamen Thema „Gefährliche Sportarten.“ Zum Rodeo wurden die Ponies in Tails of Equestria gebeten, da Freundschaft auch im Wilden Westen Magie ist und es um einen echten Herzenswunsch ging.

Die andere… OH MEIN GOTT. DAS IST UNFASSBAR. ER IST WIEDER DA. LIVE BEI WORLD WIDE WRESTLING. ICH GLAUBE ES NICHT. ICH GLAUBE ES EINFACH NICHT. Ja, es ging um Wrestling. Powered by the Apocalypse. Dabei nahmen die Spieler die Rolle von Wrestlern in einer der selbst erstellten Promotion „CSW (Central South Wrestling) – sponsored by dunkin donuts and budwiser“ ein. Im Rampenlicht des aus San Louis gesendeten Payperviews stand der Streit um eine Chance auf den Vanilla Glace Tagteam Gürtel. 5 Wrestler versuchten in dieser Episode an den Gürtel zu kommen. Das Goldengirl Lula, der Veteran Fatboy Fokuma, der Hardcore Wrestler Pain in the brain, der highflyer Dio und last but not least der Führer persönlich (nur ein Jobber, schließlich mags jeder wenn Nazis verprügelt werden.)
Diese besagten Wrestler wurden natürlich von den Spielern erdacht und gespielt. Nach einem hitzigen Match zwischen Dio und Pain in the brain, bei dem Dio endlich seine Rache für Pain in the Brains Verrat an seiner Familie nehmen konnte, wurde der bereits lange ausstehende Konflikt zwischen Fatboy Fokuma und dem Führer vorerst zu Gunsten von Fatboy aufgelöst.
Der Hauptkampf des Abends war natürlich ein Tagteammatch zwischen Lula an der Seite von Dio, sowie den beiden Heels (Bösewichte) Pain in the brain und dem Führer. Das Spektakel wurde von fachkundigen und gefühlsgeladenen Kommentaren des CSW Stammmoderators Mike Pomeroy (gesprochen von Greedo) und des CSW Champions von 1994 Steelfist (gesprochen von Fatboys Spielerin) begleitet. Entschieden wurde dieser Kampf der Giganten durch einen ärgerlichen Fehler des Führers zugunsten der Babyfaces (die Guten), die sich somit eine Chance auf den Titelkampf um den Vanilla Glace Tagteamgürtel verdienten.
WWW war für die Spieler mit Sicherheit eine etwas spezielle Erfahrung, allerdings hatten alle Beteiligten lange nicht mehr einen solch absurden Spaß beim Rollenspiel.

Ich selbst hatte viel Spaß in einer Runde 13th Age, das ich für seine taktisch spannenden Kämpfe schätze. (Taktisch im Sinne von: Die Fähigkeiten und Manöver der eigenen Figur geschickt einsetzen. Damit mir die Oldschoolerinnen hier nicht aufs Dach steigen.) Das Ganze war ein Playtest der neuen Demonologist-Klasse und besonders interessant, weil unser Spielleiter für alle vier Spieler unterschiedliche Varianten dieser Klasse vorbereitet hatte. So haben wir zwar alle dasselbe gespielt, aber trotzdem unterschiedliche Nischen ausgefüllt. Im Abenteuer sollten wir uns in einem kleinen Dorf umsehen, auf dessen Friedhof eine unbekannte Macht Gräber geöffnet hatte. Am Ende stellte sich der Priester des Dorfes, der uns zu Beginn ziemlich zum Narren gehalten hat, als der eigentliche Übeltäter heraus und einem zum Unleben erhobenen Helden des Dorfes musste mit seinem eigenen, heiligen Streitkolben der verrottende Schädel eingeschlagen werden. Der finale Encounter war durchaus knackig und hätte einen von uns beinahe das Leben gekostet.

Definitiv die meisten Leben gekostet hat aber erwartungsgemäß Cthulhu im Gaslicht. Von der Serie Ripper Street inspiriert mussten die viktiorianischen Ermittler hier einen grausamen Mordfall lösen, von dem sie im Nachhinein lieber die Finger gelassen hätten. Denn mit den Verantwortlichen ist nicht zu scherzen und laut Bericht der Gruppe war wieder mal nur einer von ihnen klug genug, aufzugeben und die Sache fallen zu lassen, während der Rest selbst zum Mordfall wurde.

Als Nächstes steht am 23.09. unser Jugendtreff an. Am 13.10. ist wieder Vereinstreffen. Gäste sind wie immer herzlich willkommen! Mehr Informationen und vorangekündigte Spielrunden findet ihr auf unserer Website, auf Facebook und im Tanelorn. Bis dahin!

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