Nebenjobs

Kurzgeschichten aus den dunklen Fällen des Harry Dresden

Es ist eine Weile her seid ich mich das letzte mal an dieser Stelle mit dem zaubernden Privatschnüffler Harry Dresden beschäftigt habe. Aber wir haben freundlicherweise von Feder & Schwert ihre neuste Veröffentlichung aus der Reihe Die dunklen Fälle des Harry Dresden erhalten, die Anthologie Nebenjobs. Dieser Band sammelt die ganzen Kurzgeschichten die Jim Butcher über seinen zaubernden Protagonisten geschrieben hat, und bietet sie den Lesern zum verzehr. Schauen wir also, was die Geschichten taugen und wie sie sich in die Dunklen Fälle einfügen.

Optisch fügt sich der Band nahtlos in die bisher veröffentlichten Bänder ein, mit dem Cover der UK-Ausgabe als Bild auf einem braunen Hintergrund auf dem sich mystische Zeichen befinden. Der Titelschriftzug ist wieder in einem fast handschriftlichen Titel. Die Schrift im Buch selbst ist angenehm zu lesen, und das Layout ist okay. Leider fehlt allerdings ein Inhaltsverzeichnis wie ich es von einer solchen Anthologie erwarten würde. Eigentlich gibt es hier nicht groß etwas zu sagen, das Buch liegt halt gut in der Hand. Wenden wir uns also den eigentlichen Geschichten zu.

Insgesamt haben wir es hier mit elf Kurzgeschichten aus verschiedenen Epochen von Harrys Leben und Karriere. Der Band eröffnet mit „Wiedererwachter Glaube“, einer der ersten Geschichten die Butcher je geschrieben hat, und in der Harry eine junge Ausreißerin vor einem Brückentroll rettet, und gleichzeitig erzählt wird wie er Murphy kennenlernt. Von dort aus geht es weiter entlang der Karriere von Harry, die Geschichten sind chronologisch geordnet, und mit einem Kommentar versehen der nicht nur erklärt wie die Geschichte entstanden ist, sondern auch wo sie innerhalb der Timeline der Dunklen Fälle steht und wo sie zuerst veröffentlicht wurde. Die Ereignisse sind auch einige male innerhalb der Romane erwähnt worden, wie zum Beispiel die Hochzeit von Billy und Georgia von den Alphas, bei der Georgia von einer ziemlich fiesen Fee entführt wird. Ebenso die Story vom Geburtstag von Thomas, dem vampirischen Halbbruder von Harry, und dem Larp bei dem er dann auch mitspielt. Harrys versuch einen freien Tag zu haben endet ebenfalls in einer absoluten Katastrophe – wie könnte es auch anders sein? Die beiden wirklich herausragenden Geschichten sind allerdings nicht wie üblich aus Harrys Sicht erzählt, sondern von Leuten aus seinem Umfeld. Zum einen hätten wir da eine Geschichte aus der Sicht von Thomas, der in einem Schattenkrieg verwickelt ist der an den Magiern des Weißen Rates völlig vorbeigeht, und von dem Harry niemals erfahren darf – nur blöd das dessen neuster Fall ihn in genau da hineingezogen hat. Die zweite ist auch die letzte Geschichte des Bandes, und wird aus der Sicht von Karrin Murphy erzählt. Und ohne zu viel verraten zu wollen sei nur so viel gesagt: sie spielt nur wenige Stunden nach dem Ende von Wandel.

Fazit:
Wer bereits Fan der Dunklen Fälle des Harry Dresden ist wird, logischerweise nicht um diesen Band herum kommen. Elf kleine Geschichten die kurze Momentaufnahmen von Harrys Welt darstellen, jede davon zu kurz um einen ganzen Roman zu gerechtfertigten, aber großartig genug sie den Lesern nicht vorenthalten zu können. Ist man allerdings Chicagos magischen Privatermittler noch nicht begegnet… dann ist Nebenjobs auch nicht unbedingt der beste Ort um ihn kennenzulernen, da ist man bei Sturmnacht, dem ersten Band der Reihe, besser aufgehoben. Für Fans dennoch ein Muss, zumal die Übersetzung auch wieder sehr gelungen ist. Einziger Wermutstropfen ist das bereits erwähnte fehlende Inhaltsverzeichnis, welches ich bei einer solchen Anthologie erwarten würde. Und wer sich noch eine zweite Meinung einholen möchte, der sei an die Rezension zur englischsprachigen Ausgabe verwiesen, die Caninus vor einiger Zeit veröffentlichte.

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