Hordes: Vernichtung

Eine Tabletop-Rezension von Infernal Teddy

Nachdem wir uns zuletzt im August mit den Eisernen Königreichen beschäftigt haben, wird es jetzt wieder Zeit, uns in die Wildnisse des westlichen Immoren zu begeben, und uns Vernichtung anzusehen, das neuste Quellenbuch zum Tabletop Hordes, dem „kleinen Bruder“ von Warmachine. Wieder einmal bekommen wir neue Einheiten, neue Modelle, und der Hintergrund der Eisernen Königreiche entwickelt sich ebenfalls weiter. Aber kann dieser Band überzeugen, oder ist es wie das 2014 vorgestellte Rache mehr ein Fall von „alles schon mal da gewesen“? Zeit, uns von dem Ganzen ein Bild zu machen.

Mir liegt auch dieses Mal ein PDF vor, welches uns freundlicherweise von Ulisses zur Verfügung gestellt wurde. Vernichtung ist 96 Seiten lang, als Printausgabe ein Softcover, und 25,2 MB groß, was mir für ein so kleines Werk recht viel vorkommt, auch wenn es wie immer üppig illustriert ist, und mit dem üblichen großartigen Layout aufwartet, welches man von Privateer Press gewohnt ist. Es finden sich auch wieder die gewohnten Fotos der im Text vorgestellten Miniaturen am Ende des Buches, aber auch das will mir die Größe des PDF nicht erklären. Egal, schauen wir in das Buch selbst hinein.

Wie eigentlich bei jedem solchen Werk aus dem Hause Privateer wird auch Vernichtung eröffnet mit dem ersten Teil einer Kurzgeschichte, welche ich auch wieder überspringe. Danach folgt dann das eigentliche Buch, und zwar mit den Themenarmeen. Diese thematischen Armeenlisten schränken, wie wir es aus den vorangegangenen Publikationen kennen, die wählbaren Optionen für die eigene Armee ein, bieten aber dafür interessante Spezialregeln, um ein bestimmtes Thema zu forcieren. Hier haben wir nur eine kleine Auswahl an Themenlisten, eine pro Fraktion, welche sich auf die neuen Warlocks der jeweiligen Fraktionen beziehen. Nach den Themenlisten geht es an die neuen Einheiten der jeweiligen Fraktionen, angefangen mit den Trollblütigen. Die neuen Einheiten – und hier folgen alle Listen dem selben Aufbau – beginnen mit einem neuen Warlock, in diesem Fall einer neuen, epischen Version von Hoarluk Doomshaper, gefolgt von einem neune Giganten, einem riesigen Gletschertroll. Danach folgt eine neue Einheit, Dhunias Knoten, welche aus drei Trollzauberinnen besteht, und eine Einheitenangliederung für die Pyg-Heckenschützen, bestehend aus einem Offizier und einem Mörser. Als nächstes folgt der Zirkel Oboros. Auch hier haben wir als erstes einen neuen epischen Caster, Kromag, Streiter des Wurms. Der darauf folgende Gigant ist allerdings nicht wie bei den Trollen eine Variante eines bestehenden Giganten, sondern etwas neues, der Sturmraptor. Als neue Einheit haben wir hier die Schwarzmantel-Nebelreiter, welche auf Bergziegen in die Schlacht reiten, und dazu noch einen neuen Solo, die Blutweber-Nachthexe. Auch die Skorne werden hier aufgerüstet, zunächst mit einem neuen epischen Warlock, Zaal, der Advokat der Ahnen, welcher als neuen Giganten die Wüstenhydra mit sich bringt, welche zumindest in der Illustration schon beeindruckend aussieht. Dazu kommt noch eine Charaktereinheit, die Legenden von Halaak (Eine Prätorianereinheit) und eine Einheitenangliederung in Form des Ahnenorakel-Advokaten, welcher einer Einheit Unsterblicher angegliedert wird. Everblights Legion kommt natürlich auch nicht zu kurz, hier gibt es eine epische WarlockEINHEIT – Saeryn und Rhyas, die Klauen von Everblight, Zwillinge die zusammen als Warlock agieren. Der Plagenbote, scheinbar eine Art „Rieseninsekt“ oder so ähnlich, ist der neue Gargant, während es zwei neue Einheiten der Grotesken gibt, die Todesfee, und den Assassionen, ein neuer Solo. Zuletzt geht es an die Lakaien. Da gibt es zunächst zwei neue leichte Warbeasts für die Farrow, den Kampfkeiler und den Mörserkeiler, gefolgt vom schweren Blinden Wandler für die Alligatorenspieler. Dazu kommen noch einige neue Einheiten – die Croak-Räuber, die Charaktereinheit Lynus Wesselbaum und Edrea Lloryrr, und den Kriegsherrn der Farrow-Briganten (eine Einheitenangliederung für die Schweinemenschen). Den Abschluss der Lakaien bilden zwei Solos, dem merkwürdigen Gremlinschwarm, und dem Ogrun-Kopfgeldjäger Hutchuck. Abgerundet wird der Band wie üblich mit Fotos einiger der neuer Miniaturen, einer Bemalanleitung, und der zweiten Hälfte der Kurzgeschichte.

Fazit:
Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden: die neuen Einheiten, welche hier in Hordes: Vernichtung eingeführt werden, sind ja ganz nett (Vor allem die neuen Giganten), aber als die diesjährige Erweiterung für Privateers zweitem Standbein ist die Auswahl an neue Einheiten eher… dürftig. Außerdem entsteht der Eindruck, all das sei schon mal da gewesen, es fehlen die wirklich herausragenden neuen Einheiten, es fehlen die überraschenden neuen Konzepte. Wer unbedingt neue Optionen haben will, wer es nicht erträgt, nicht auf dem neusten Regelstand zu sein, oder wer die neuen Giganten protzen will bevor er sich die entsprechenden Modelle kauft, der wird wohl dieses Buch kaufen, aber ich sehe nichts, das einen Kauf zwingend notwendig macht. Leider.

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.

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