Geschichte machen III – Konstantinopel bei Nacht

Teddys Vorbereitungen für seine Dark Ages: Vampire Kampagne

Willkommen zurück zu unserer Reihe über das Bespielen historischer Szenarien. Wie letztes mal schon erwähnt wollte ich euch heute kurz umschreiben wie ich mich auf meine derzeitige historische Kampagne vorbereitet habe, eine Dark Ages: Vampire Kampagne welche derzeit in der Stadt Konstantinopel im Jahre 1197 angesiedelt ist.

Der erste Schritt war natürlich die nochmalige Lektüre des Grundregelwerks und der Settingübersicht.  In meinem Fall hauptsächlich weil ich seid über zehn Jahren kein Vampire mehr gespielt oder geleitet hatte, aber selbst wenn man gerade eine erfolgreiche Kampagne abgeschlossen hat bietet es sich an die Regeln nochmal durchzulesen, zu schauen welche Regeln für die geplante Runde sinnvoll oder weniger sinnvoll erscheinen, welche Optionen man als Spielleiter vielleicht ausschließen möchte, oder welche Charaktertypen in das gewählte Setting nicht hineinpassen. Im gegebenen Fall war für mich wichtig mich anhand der DA:V-Regeln wieder auf den aktuellen Regelstand zu bringen, während ich für das allgemeine Setting das von mir mehr geschätzte Vampire: the Dark Ages zu Rate zog. Ich wollte eine Kampagne leiten mit möglichst wenig Sonderregeln, bei der jederzeit ein neuer Spieler einsteigen konnte ohne zu viele Schwierigkeiten. Schwierigkeiten wollte ich auch bei den Charakteroptionen umgehen, weswegen ich die Auswahl auf die Clans im GRW beschränkte, und dann sowohl die Assamiten als auch die Ravnos ausschloss. So weit, so gut.

Die Entscheidung für Konstantinopel fiel aus mehreren Gründen: zunächst ist die Stadt eine von wenigen Regionen des mittelalterlichen Europas an dem sich Charaktere verschiedenster Clans und Herkünfte treffen können, ohne das es gleich zu einem Konflikt kommen muss. Dazu kommt noch das die Stadt einer der Schnittstellen zwischen dem finsteren Europa, dem noch finsteren Russland, dem ganz finsteren Afrika und dem zu dieser Zeit illuminierten Asien (Sowohl Vorderasien als auch dank der Seidenstraßen über Persien bis nach China, wenn man das denn einbringen möchte). Ein weiterer Grund war natürlich auch das es als Teil der Dark Ages-Reihe ein recht gutes Quellenbuch zu Konstantinopel gibt, welches bereits bei Caninus in der Sammlung steht und deswegen nicht noch extra angeschafft werden musste. Bei der Lektüre dieses Buches fand ich auch sehr schnell einen schwelenden Konflikt bei dem ich die Spieler einbinden konnte, ohne das vorher feststehen musste auf welcher Seite des Konflikts die Spieler stehen, und den man bespielen kann ohne das die Spieler direkt auf die Großen und Mächtigen treffen müssen – die Kainitische Häresie und der Konflikt um das Lateinische Viertel unter der Kontrolle des Lasombra-Bischofs Alfonso von Venedig. So weit, so gut – wir haben eine Zeit, einen Ort, einen Konflikt und einen Haufen NSCs. Was noch?

Mir war klar das ich zwar die Kampagne in Konstantinopel starten wollte, und das wir auch zunächst dort würden bleiben wollen, aber dennoch wollte ich das Ganze nach und nach in ein Epochenspiel übergehen lassen. Damit stellte sich aber auch die Frage nach der historischen Genauigkeit. In Hinblick auf die Spieler in der Runde und der geringen Spielzeit die uns jede Woche zur Verfügung steht beschloss ich die Genauigkeit irgendwo zwischen Hollywood und Wikipedia einzustellen – für die meisten Sachen sollte also einfaches Wikisurfen ausreichen als Recherche. Also Übersichten des 12. und 13. Jahrhunderts zusammengestellt, und eine Geschichte Konstantinopels (Auch wieder aus Wikipedia) gelesen, und wichtige Eckpunkte und Momente herausgesucht, und damit einen ersten Kampagnenrahmen erstellt. Als letztes habe ich noch ein paar NSCs gebaut die nicht in Konstantinopel bei Nacht stehen, hauptsächlich Sterbliche und andere Vampire (Unter anderem der „Big Bad“, der persönliche Antagonist der Gruppe), und damit bin ich dann auf die Gruppe zu getreten, habe Charaktere erstellt, und nun muss die Zeit zeigen was daraus wird.

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