Geistergeschichten – Die dunklen Fälle des Harry Dresden Band 13

Der dreizehnte Dresden Files Roman

[Um nicht in der Übersicht zu Spoilern – wer Band 12 schon gelesen hat, darf getrost auf den Link klicken bzw weiterlesen. Alle anderen nehmen BITTE Abstand davon!]

Irgendjemand hat Geister in Chicago losgelassen. Genauer gesagt Gespenster, also diejenigen Abbilder oder Schatten von Menschen, die ihre Erinnerungen verloren und nunmehr gieriger Esser geworden sind. Und diese Gespenster haben es auf Mort abgesehen. Mortimer Lindquist, seines Zeichens Ektomant, also jemand, der mit Geistern sprechen und diese auch unter seine Willen zwingen kann – übrigens nicht zu verwechseln mit Nekromant – wird seid einigen Tagen von Geisterhorden angegriffen und kann sie noch mit Hilfe einiger befreundeter Geister abwehren. Zumindest konnte er dies, denn bei jenem Angriff bei dem auch Dresden anwesend ist, haben die Geister noch jemanden mitgebracht, der ganz und gar kein Geist, sondern höchst lebendig ist. Und nur mit Dresdens Hilfe gelingt es den Killer unschädlich zu machen.
Wobei Dresden nicht ganz freiwillig bei Mort ist. Denn Dresden ist tot und auch ein Geist. Und nicht etwa schön entschwunden in ein Paradies oder wenigstens die Hölle, nein, er „darf“ ermitteln wer dafür verantwortlich ist.
Das ist natürlich nicht so ganz einfach als Geist. Man kann nicht wirklich etwas anfassen, niemand hört einen und die Gespenster wollen einen auch noch fressen. Zum Glück kann Mort ihn hören und begleitet ihn zu Karrin Murphy, die nach einigem hin und her auch glaubt, dass er Harry ist. Und ganz und gar keine schönen Dinge zu berichten hat von den letzten sechs Monaten, die seit dem Tod Harrys – dessen Körper nie gefunden wurde – vergangen sind. Die übernatürlich Welt ist durcheinander geraten und die wenigen Freunde von Harry versuchen alles um die Unschuldigen zwischen den Fronten zu schützen. Die Unschuldigen sind hierbei oftmals jene Menschen, die nur am Rande mit dem Übernatürliche zu tun haben. Doch noch während der Unterhaltung mit den alten Bekannten wird Murphys Haus beschossen und Harry macht sich auf herauszufinden warum. Und als dann auch noch Morts Haus am nächsten Abend angezündet und der kleine, dickliche Ektomant von einer weiteren Fraktion entführt wird, ist guter Rat teuer. Immerhin hat man Dresden im jenseitigen Chicago erzählt, dass wenn er nicht ins Hier und Jetzt zurückkehrt, drei seiner Freunde sterben werden.

Dieser Band lässt sich leider nicht ohne Spoiler für das Ende von Band 12 – Wandel rezensieren. Entsprechende Beschwerden sind an Butcher, Jim zu richten, der den Band so umfassend auf dem Epilog von Wandel aufbaute, dass man ohne zu verraten was da passiert, einfach hier eine leere Seite hätte. Allerdings dürfte vielen Leser – die dann von Band 12 auf 13 warteten – klar gewesen sein, dass irgendetwas in dieser Form kommen musste, denn Harry war ja in Wandel zu einer extremst mächtigen Person geworden und es sollen ja noch eine Menge Bücher folgen. (Außerdem ist das hier ja Band 13!). Und die Monster immer noch besser zu machen, langweilt den Leser auf Dauer. Harry beginnt den Roman ja als unterster Lehrling der von Nichts eine Ahnung hat und eben alle neu erkundet. Zwar kennt er natürlich die Welt, war aber eben sechs Monate weg in denen einiges passiert ist, was eben das Setup zu diesem Roman liefert. Allerdings wäre das ganze nicht Dresden Files, wenn nicht Harry als Geist mal wieder was besonders wäre. So wird schon früh angedeutet, dass er nicht ganz normal ist, aber was genau Sache ist, wird erst zum Ende hin erklärt.
Wie auch schon die vorherigen Bände, schafft es auch dieser den Leser direkt in seinen Bann zu ziehen. Man möchte einfach am Ende jedes Kapitels wissen wie es denn nun weiter geht. Und auch wenn – mal wieder – die Seitenanzahl zugenommen hat, empfindet man das beim Lesen nur auf eine Art und Weise enttäuschend – das es nämlich nicht noch mehr sind.
Ebenfalls wie in vorherigen Bänden wirkt das Setup des ganzen so, als hätte Butcher am Anfang für den band einfach mal ausgewürfelt wer denn drin vorkommen soll. Vermutlich aus einer Liste für einen W100 – immerhin ist der gute Rollenspieler. Das stört allerdings wenig, denn es fügt sich dennoch zu einer nachvollziehbaren Geschichte zusammen, die im Nachhinein auch noch etwas aus Band 12 erläutert.
Die Weiterentwicklung der Charaktere, die zum Teil recht heftig ist, lässt allerdings beim Leser das Gefühl zurück, dass es in Zukunft sehr anders werden könnte und man doch irgendwo nicht mehr zurück kann in die Welt vor den Ereignissen in Band 12.
Die Übersetzung von Feder und Schwert ist größtenteils fehlerfrei und in gewohnter Qualität.

Fazit
Für Fans der Serie ist dieses Buch genau wie die restlichen zu empfehlen – gerade jene, die unbedingt wissen wollen wie es weitergeht, werden hier eine sinnvolle Fortsetzung finden, die das Niveau erst einmal wieder leicht absenkt nach Band 12. Leser, die überlegen mal in die Dresden Files rein zuschnuppern, sollten mit Band 1 beginnen, auch wenn sie den Inhalt hier ohne weiteres verstehen werden, aber die ganzen Hintergründe nicht begreifen können.

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