Fünf gute Umsetzungen von Rollenspielen im Computer

Ein Friday Five von Caninus und Infernal Teddy

Wir kennen sie ja vermutlich alle, die mehr oder weniger erfolgreichen Umsetzungen von Rollenspielen auf dem Computer. Ich möchte jetzt hier beileibe keine Übersicht über das ganze Thema bieten, einfach weil das inzwischen doch eine ganze Menge geworden sind, gerade bei DnD Umsetzungen in allen Varianten. Deswegen gebe ich euch hier meine eigenen persönlichen Perlen und vielleicht ist ja auch noch was neues für euch dabei. Das ist übrigens KEINE Rangliste. Ich spiele/spielte die alle sehr gerne, je nach Stimmung

Perle 1 – Planescape Torment

Von vielen als das beste DnD artige Spiel bezeichnet, hat es zum Erscheinungsdatum JJJ eine Menge Preise und Auszeichnungen eingeheimst. Der Grund dafür dürfte das wohl eher ungewöhnliche Konzept im praktisch ungewöhnlichsten DnD Setting Planescape sein. Für alle die dieses Spiel noch nicht gespielt haben: Nachholen. Oder den Roman lesen. Ja, es gibt einen Roman dazu, der einzig aus dem im Spiel erreichbaren Dialogen besteht. Ja, die sind gut genug für so etwas. Kurz Zusammengefasst worum es geht: Man spielt einen äußerst merkwürdigen Typen, der zusammen mit einem fliegenden, sprechenden Schädel in der Leichenhalle aufwacht, aber leider nicht weiß warum er da gelandet ist. Eigentlich weiß er gar nichts mehr so wirklich. Und macht sich dann auf die Suche nach seiner eigenen Vergangenheit und erkundet dabei nicht nur Sigil, die Stadt der Türme, sondern auch andere Planes und sogar einen Modron-Kubus.

Das Spiel ist wie eine Menge der älteren DnD Computerspiele isometrische Aufsicht und eine gesunde Mischung aus Kampf, Fallen und Rätseln. Mit dem Unterschied, dass der Charakter nicht sterben kann. Nie. Man kann also praktisch nicht verlieren. Und dem Zusatz das durch den Ort der Handlung Sigil wirklich obskure Szenen möglich sind. Wie etwa die Zombie-Pinnwand. Oder der Straßenzug, der gebähren will, aber nicht darf und erst wenn man das Problem gelöst hat, einem den Zugang zu einem anderen Stadtteil gewährt. Man bekommt auch anders als bei regulärem DnD eine ganze Menge Attributspunkte bis zum Ende und ist praktisch ein Gott kurz vor Schluss.

Also. Kaufen. Leihen. Spielen. Los! (Die Entwickler arbeiten übrigens derzeit an einem neuen Spiel, welches ähnlich sein soll)

Perle 2 – Drakensang: Am Fluß der Zeit

Gibt es ja hier auf dem Blog eine Rezension zu, weswegen ich nicht weiter auf den Inhalt eingehen möchte – kann ja jeder nachlesen, wenn er mag. Drakensang 2 fällt unter die Kategorie „Genau richtige Mischung“. Denn es hat Kämpfe in sinnvoller Anzahl, die schwierig, aber nicht unschaffbar sind, interessante Plots, eine Menge sehr guter Anspielungen für DSA Fans und einer gelungenen Umsetzung des Regelwerks auf den Computer.

Perle 3 – Bloodlines

Das zweite Computerspiel zum Rollenspiel Vampire:Die Maskerade. Das erste war mehr eine Art Diablo im Vampiresetting, Bloodlines hingegen ist bis auf das Finale sehr atmosphärisch und setzt einen Großteil des Regelsystems passend um. Natürlich nicht alles, da muss man Abstriche machen, aber doch genug. Man spielt einen der sieben Camarilla-Clans und fängt schon mitten in der untersten Schublade an: Als unerlaubt gezeugtes Kind. Der Erzeuger wird auch gleich im Intro getötet und man muss nun sehen wie man mit dem Untoten Leben klar kommt. Je nach Wahl des Clans gibt es zum Teil sehr unterschiedliche Szenen und Vorgehensweisen für die Lösung der Aufaben. Und auch wie bei den ersten beiden Games ist hier genau die richtige Mischung getroffen worden. Amüsante Szenen, wenn bei Wahl eines Malkavianers etwa ein Straßenschild mit einem spricht, aber auch ergreifendes, da man einen Ghoul zeugen kann und natürlich Kämpfe. Am Ende leider sehr, sehr viele davon. Das ist wirklich ein Manko des Spiels, aber der Rest ist 1A.

Es gibt inzwischen übrigens unzählige Mods für das Spiel, die nochmal alles rausholen was möglich ist.

Perle 4 – Baldur’s Gate II

Ok.. davon wird jeder wohl schon mal gehört haben. Der zweite Teil und zusammen mit dem ersten und den beiden Icewind Dale Teilen DIE Computerrollenspiele Ende der 90er/ Anfang 2000. Man kann, wenn man möchte im zweiten Teil mit dem Helden aus dem ersten Teil weiter spielen und so die „nette“ Geschichte des ersten Teils fortführen. Was jetzt dieses Spiel zu etwas besonderem macht ist nicht etwa die gute Umsetzung der Regeln (die gabs ja in Teil 1 und den anderen Games auch schon), sondern die Geschichte, welche erzählt wird und die Interaktionen, die man als Spieler mit allen NSCs hat. So gibt es ja die Möglichkeit eine Romanze zu beginnen und bei bestimmten Voraussetzungen wird dann der Freund (und anderer Gruppencharakter) im späteren Verlauf entführt und zu einem Vampir gemacht für den man dann eine Heilung suchen kann. Das passiert aber wie gesagt nicht immer, so dass jedes Mal spielen irgendwie neu ist. Auch Humor kommt nicht zu knapp, taucht doch auch hier an einer Stelle der bekannte Drizzt auf und es gibt einen Höhle – ich hab die Stelle NIE wieder gefunden – in der man bei Betreten eine Videosequenz von einer typischen Heldengruppe sieht, die dann Unsinn mit einem Versteinerungsspruch anstellen. Dabei sind die Charaktere so glaubhaft dargestellt, dass es auch in der eigenen DnD Runde so passieren könnte. Jedenfalls kann man diese Leute später mit einem Wish wieder befreien, aber wie gesagt, die Stelle hab ich nur einmal gefunden… Falls ihr also wirklich noch zu denen gehört, die dieses Spiel nicht kennen, ändert das. Man muss den ersten Teil dafür auch nicht gespielt haben.

Perle 5 – Star Wars: Knights of the Old Republic (von Infernal Teddy)
Ich muss zugeben, als das Caninchen mich nach meiner Lieblingsumsetzung eines Rollenspiels gefragt hat war es schwer. Die meisten CRPGs die auf Pen & Paer-Spiele basierten die ich gespielt habe sind älter als die meisten Rollenspieler heute. Oder hat Caninus schon genannt. Oder sind Mechwarrior 2 und damit keine Rollenspiele. Aber dann fiel mir doch noch eine Perle ein – KOTOR.

Gut, die meisten von euch kennen das Spiel in- und auswendig, aber für mich als eigentlich nicht mehr zocker war das Spiel ein absolutes highlight. Die Grafik war topp, die Engine eine gelungene weiterentwicklung der in Neverwinter Nights eingesetzten, und die Regelumsetzung durchaus eine gelungene Portierung des Star Wars d20-Systems. Wenn man dazu die sehr starke Story dazunimmt, welche aber auch gleichzeitig dem Spieler genug Optionen offenlässt (Inklusive der Wahl zwischen der Hellen und der Dunklen Seite) und den vielen faszinierenden Charakteren welche die Spielwelt bevölkern hat man ein Spiel das nicht nur überzeugt sondern auch einen nicht zu vernachlässigenden Wiederholungswert hat.

Ich glaube, ich sollte das mal mit dem Caninchen zusammen spielen…

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