Fünf Fragen Für… blut_und_glas

Ein Kurzinterview mit b_u_g

Heute sprechen wir mit jemanden, den ich (trotz des Nicks) eher als „feature“ in der deutschen Blogosphäre sehe:

1.) Wer ist Blut_und_Glas
Ist das eine philosophische Frage, eine von diesen biographischen „im bürgerlichen Leben“-Fragen, oder eine Frage nach Rollenspiel- und/oder Szenebiographie? Davon abgesehen: „blut_und_glas“. Mit kleinem b und kleinem g.

2.) Was ist d6Ideas, und wie kam es zur Eröffnung des Blogs?
Die urspünglichen Ideen zu dem, was d6ideas wurde, müssten circa zehn bis fünfzehn Jahre zurückgehen. Damals dachte ich an eine Plattform – nicht zwangsläufig ein Blog – um Material aus und für verschiedene Spielrunden abzulegen.
Wirklich Gestalt angenommen haben diese Pläne dann allerdings erst, nachdem ich immer unzufriedener mit der Erstellung und der Präsentation von Material über Foren wurde – der gemeinsamen Arbeits- und Austauschplattform standen einfach zu viele negative Aspekte gegenüber, die schlechte Signal-to-Noise-Rate, das geringe Feedback im Kontext einer extrem interaktiven Umgebung, die schlechte Wiederauffindbarkeit älteren Material, die Ablenkung, teilweise auch das Gefühl zu „stören“, wenn andere Themen in der Gemeinschaft klaren Vorrang bekamen, …, und vor allem eine fast strukturelle Bevorzugung des Anreißens neuer Ideen gegenüber der fertigen Ausarbeitung einer existierenden. d6ideas sollte hier Abhilfe schaffen – gemeinsames Arbeiten, Präsentation eigenen Materials, Motivation zu „vollständigen“ Artikeln ohne die empfundenen Nachteile.
Gerade in der Anfangsphase haben wir uns dabei allerdings in einem beinahe klassischen Fall von „design by committee“ sehr stark verzettelt und versucht Strukturen zu schaffen und Vorgaben zu machen, die verschiedenen Vorstellungen im Team gerecht werden sollten, aber den Kern des Projekts „eine Plattform für selbsterstelltes Material“ ausgebremst haben. Um nur ein konkretes Beispiel zu nennen – um den Eindruck zu vermeiden, d6ideas sei einzig und alleine mein Privatblog – was es nach wie vor nicht ist -, habe ich mir in den ersten Monaten einen Maulkorb anlegen lassen und weniger geschrieben und veröffentlicht, als ich eigentlich wollte – letztlich also das exakte Gegenteil von dem, was wir eigentlich für alle Teilnehmer erreichen wollten – mehr Motivation zum Schreiben und ein Platz das Geschriebene abzulegen.
Letzten Endes haben sich diese unterschiedlichen Vorstellungen auf dem natürlichen Weg geregelt, und die Zusammensetzung des „Teams“ hinter d6ideas hat sich verändert, so dass unsere Einstellungen jetzt besser zusammenpassen. Insbesondere der Anspruch, aus d6ideas so etwas wie eine zentrale Anlaufstelle für alle möglichen Interessierten – Schreiber wie Leser – an Fanmaterial aus allen möglichen Rollenspielsparten zu machen, der hinter vielen der Ansätze und Kompromisse der Anfangszeit stand, ist dabei auf der Strecke geblieben. Wir machen jetzt einfach Material zu Spielen, die wir mögen, in dem Tempo und auf die Art, die wir mögen, ohne dabei Rücksicht auf Werbung, Breitenwirkung, auf Attraktivität für „den Leser“ oder was auch immer zu nehmen. Im Prinzip ist d6ideas mittlerweile also genau das, was es vor fünfzehn Jahren einmal werden sollte: Ein Ort im Netz, an dem „wir“ unser Material ablegen…

3.) Was sind die Schwerpunkte von d6Ideas?
…und das wäre dann im Großen und Ganzen wohl auch der Schwerpunkt von d6ideas.

Wir erstellen Spielmaterial im weitesten Sinne, also ganz klassisch Abenteuer, Charakterbögen, Hausregeln, magische Gegenstände, NSCs, Locations, eigene Settings und ganze eigene Spiele, wobei immer wieder auch einmal eine allgemeinere Überlegung abfällt, was für uns aber nicht im Fokus steht.

Besonders häufig bedienen wir dabei Blue Planet, SLA Industries, The Red Star und Warhammer 40.000, sowie Beutelschneider und Unknown Mobile Suit.

Aber das ist eine lebendige Liste, die sich entsprechend unserer eigenen aktuellen Interessen entwickelt – beispielsweise hat D&D 5 in letzter Zeit zugenommen, während Earthdawn oder Unknown Armies schwächer geworden sind.

4.) Warum die Zweisprachigkeit?
Die hat passenderweise zwei Hauptgründe:

Zum einen ist sie ein Artefakt aus der skizzierten Anfangsphase von d6ideas, als wir im alten Team noch den Anspruch formuliert hatten eine möglichst große, auf Breitenwirkung/Reichweite bei Lesern und Schreibern ausgelegte, gemeinsame Plattform aufbauen zu wollen. Den englischsprachigen „Markt“ mitabzudecken, war eine Folgerung daraus.

Der andere – und was mich angeht der schon damals entscheidende – war, dass manches – viel – von unserem Material ohnehin auf Englisch entstand, häufig auch in Ermangelung deutscher Versionen der jeweiligen Spiele (entweder generell oder nur in unseren eigenen Bücherregalen), anderes Material aber wiederum originär deutsch war.

Abhängig von hauptsächlich Lust und Laune fabrizieren wir dann von manchen dieser Artikel eine Übersetzung in die jeweils andere Sprache.

5.) Was ist deine Lieblingsfarbe dein Lieblingsrollenspiel?
Ich hasse „Lieblings-„-Fragen. Im Zweifelsfall wird mir wohl SLA Industries unterstellt. Ist nicht unbedingt falsch.

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