Forsaken Lore

Kleiner Nachwuchs für Eldritch Horror

Eldritch Horror ist wohl mein Lieblingsspiel aus der Arkham Horror Serie. Auch wenn sich das Spiel etwas mechanischer anfühlt als der große Vorgänger können mich die cleveren Regelmechanismen und das etwas kontrollierbarere Spielgefühl immer wieder begeistern. Die größte Schwäche des Spiels ist aber sicher der relativ geringe Content des Grundspiels. Hat man einige Partien gespielt kennt man den Großteil der Ereigniskarten und wird nur noch durch die variierenden großen Alten überrascht. Diese haben zwar einen deutlich größeren Effekt als bei Arkham Horror und kommen mit relativ vielen eigenen Karten daher – die sich schnell wiederholenden Basiskarten fallen aber trotzdem deutlich ins Gewicht. Wenn man sich aber bei Fantasy Flight auf eines verlassen kann sind das Erweiterungen für die gut laufenden Spiele, weswegen mit Forsaken Lore relativ schnell eine erste kleinere Erweiterung erschienen ist…

Neue Karten

Forsaken Lore ist eine reine Inhaltserweiterung. Die neuen Regeln schaffen es auf eine knappe Din A4 Seite und lassen dabei noch genug Platz für eine Komponentenübersicht eine Zeichnung und zwei FAQ-Fragen. Die Neuerungen kommen also durch die etwa 250 neuen Karten hinzu, was fverglichen mit den etwa 300 Karten des Hauptspiels einen enorm großen Umfang darstellt. Die Erweiterung setzt dabei auch an den richtigen Stellen an. So haben die oft angespielten Ortskarten je 8 neue Karten spendiert bekommen, was genau der Kartenanzahl im Grundspiel entspricht, also die Auswahl verdoppelt. Auch die bekannten Zauber- und Zustandskarten haben jeweils zusätzliche Karten mit neuen Rückseiten spendiert bekommen, was zu mehr Abwechslung und Überraschung führt.

Etwas enttäuschend ist dafür das die Other World Encounter und Mythoskarten nur wenige neue Karten spendiert bekommen haben. Dies ist insbesondere bei den Other World Encountern schade, da diese für alle reisen durch Tore verwendet werden und daher sehr oft angespielt werden. Sie sind darüber hinaus eigentlich die interessanteren Karten, da sie mehrstufige Begegnungen enthalten, was gleichzeitig dazu führt das im Gegensatz zu den irdischen Begegnungen jede Karte nur genau eine Begegnung enthält. Die 6 neuen Karten bieten also sicher etwas Variation, sind aber schnell bekannt und werten den Stapel nur beschränkt auf. vergleicht man das mit den 8×3 neuen Begegnungen der Kontinente ist das wirklich etwas enttäuschend.

Ebenfalls erweitert werden die Siegesmöglichkeiten (Mythoskarten) und Hinweiskarten der bekannten großen Alten. Bestehende Kartensets auszubauen ist also ein konsequent genutztes Konzept das den Wiederspielwert auch bei bereits gespielten großen Alten erhöht. Wer also alle Karten aus dem Set nutzen will, muss bzw. darf auch die vier bekannten großen Alten noch einmal besiegen.

Neue Zustände und Zauber

Der Großteil der Karten sind also Variationen bereits bekannter Zustände und Zuber, einige neue Artefakte und Gegenstände sowie neue Monster (eines für die Monsterquelle und 7 epische Monster). Wirklich neue Effekte sind dafür überschaubar. Die Erweiterung führt lediglich zwei neue Zustände und Zauber ein. Zum ersten ist da das aus Arkham Horror bekannte „Lost in Time and Space“. Der Zustand stellt dar das ein Investigator bei einer Reise in eine andere Welt verloren gegangen ist und führt letztlich zu einer neun Begegnung auf der Rückseite der Karte. Spieltechisch ist das sehr simpel ohne viel Stimmung zu verlieren. Als neue zauber werden „Healing Words“ und „Poison Mist“ eingeführt. Ersterer unterstützt eine Ruheaktion und erlaubt besser zu regenerieren, während letzterer erlaubt ein Monster mit einer Stärke in Höhe der Erfolge ohne Kampf abzuwerfen. Der Giftnebel greift zumindest bei seiner Auswirkung für den Zaubernden auf ein Hauptthema der Erweiterung zurück: Vergiftungen. Solche Vergiftungen werden durch die gleichnamige zweite neue Zustandskarte dargestellt. Vergiftungen werden leicht anders umgesetzt als die bekannten Verwundungstypen. Statt bei jedem „Flipping“ gegen eine passende Fertigkeit zu Proben um keine negativen Konsequenzen auszulösen, machen sich Vergiftungen beim Rasten bemerkbar. rastet man regeneriert man weder Gesundheit noch geistige Stabilität, sondern darf den rückseitigen Effekt auslösen,d er zum Ablegen der Karte führt. Entscheidet man sich auf das Rasten zu verzichten gibt es bei jedem „Flipping“ einen körperlichen Schadenspunkt. Diese kleine Änderung führt dazu das man bei Vergiftungen wirklich anders spielen muss als bei anderen Schadenszuständen und sie fügen sich nahtlos in das Grundspiel ein.

Yig

Die deutlich spürbarste Änderung ist die Vergiftung. In den meisten Spielen werden Vergiftungen nur selten ausgelöst werden. manch ein misslungener „OPoison mist“-zauber kann den Charakter vergiften und natürlich bringen einige der neuen Begegnungen Vergiftungseffekte mit sich. Die volle Stärke entfaltet die Erweiterung aber natürlich erst wenn man sich Yig stellt. Der König der Schlangenmenschen ist ein recht schwerer Gegner und greift bei den Kultisten in zahlreichen Investigationsbegegnungen immer wieder auf den Vergiftungseffekt zurück. Damit unterscheidet sich Yig spürbar von den anderen Großen Alten und macht den stärksten nutzen von den neuen Effelten. Auch sonst ist Yig interessant da einige seiner Mythoskarten in das mysteriöse K’n-Yan führen, was sich spielerisch durch einen neuen Begegnungsstapel darstellt.

Fazit

Für unter 20€ verdoppelt die erste Erweiterung den Inhalt des Grundspiels fast. Wer Eldritch Horror mag und wen die Redundanz stört kommt um die Erweiterung nicht herum. Auch wer lediglich etwas mehr Spielstoff sucht wird überzeugt werden. Die neuen Effekte sind gut gewählt und fügen sich auch in alle Partien mit den früheren Großen Alten problemlos ein. Die neuen Effekte sind klar beschrieben und führen nicht zu einer Überkomplexität. Mit Yig kommt außerdem ein neuer Großer Alter hinzu, der Motivation für einige Partien liefert und das Set intensiv ausschöpft. Bis auf die ärgerliche Entscheidung kaum neue Outer World Encounter einzuführen gibt es wenig auszusetzen. So durchdacht sollten Erweiterungen öfter sein.

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