Flüsternde Schatten

Libri Mortis Band 1 von 3

 

„Flüsternde Schatten“ ist der erste Band der Trilogie „Libri Mortis“ von Peter Schwindt, in der der Autor seine Heldin in die Katakomben von Paris schickt, um sie dort über einige phantastische Ereignisse stolpern zu lassen.

Inhalt

Einmal im Jahr häuft sich für jeden Menschen auf der Welt ein besonderer Tag: Der eigene Geburtstag. Doch anders als die Meisten Menschen hasst Rosalie Claireveaux eben genau diesen Tag am meisten in ihrem ganzen Leben. Denn Zeitgleich mit ihrer Geburt jährt sich auch wieder einmal das große Drama ihrer Familie: Ihre Mutter liegt seid ihrer Geburt in einem Koma, aus dem sie nicht mehr aufwacht, einzig und allein von Maschinen am Leben gehalten, was von Rosalies Vater, Maurice Claireveaux, veranlasst wurde. (Zu erwähnen, dass das Tochter-Vater-Verhältnis in all den Jahren reichlich abgekühlt ist, muss man wohl nicht extra, oder?)

Soweit, so normal: Doch dieses Jahr beginnt sich die Welt von Rosalie mit einem mal zu verändern, nachdem sie zu ihrem 16ten Wiegenfest von ihrer Großmutter einen wertvollen Anhänger geschenkt bekommt, der einmal ihrer Mutter gehört hat. Kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse: Sie sieht auf dem Schulhof einen Mann, der im Augenblick eines Lidschlages wieder verschwunden ist. Kurz darauf wird ein Spiegel aus der Wohnung der Claireveaux entwendet und sie hört nachts Stimmen, die aus dem Keller des Mietshauses, in dem sie wohnt zu kommen scheinen.

Und alles deutet immer wieder auf die verbotenen Katakomben unter Paris hin, was bedeutet das sich Rosalie in die Dunkelheit unter Paris stürzt und eine Welt kennen lernt, die sie nie zuvor sich auch nur hätte erträumen lassen. Mit Rat und ständigen Gewissensbissen steht ihr dabei ihr Freund Ambrose zur Seite, der sie immer wieder davon abhalten will, in die Welt unter der Stadt der Liebe abzutauchen. Doch Rosalie weiß, dass sie bestimmte Antworten auf Fragen scheinbar nur da finden kann. Vor allen Dingen nachdem auch noch der geheimnisvolle wie einflussreiche Immobilienhai Quentin Pylard auf sie aufmerksam wird. Mit der Zeit wird aus dem zuerst spannendem Abenteuer eine immer stärkere Reise in Rosalies Vergangenheit, in der sie Hinweise über ihre Mutter findet, die sie so nicht erwartet hätte.

Bewertung

Popcornkino für Jugendliche möchte ich die Geschichte jetzt erst einmal nennen. Der Band liest sich mit seinen 395 Seiten extrem flüssig herunter und ist dabei spannend geschrieben. (Genug also für ein Wochenende, an dem man sich von allem nach Möglichkeit ablenken will.) Ebenfalls positiv ist anzumerken, dass die Geschichte in diesem Buch in sich erstmal abgeschlossen ist. (Es werden zwar leichte Ansätze für den nächsten bereits gelegt, aber diese sind nicht Cliffhangerartig präsentiert, dass der Leser sich darüber schwarz ärgert den nächsten Band kaufen zu müssen – was nicht heißt, dass man ihn nicht kaufen will.)
Mir gefällt darüber hinaus, dass Peter Schwindt ganz langsam die Phantastischen Elemente nach und nach ins Spiel bringt und immer wieder mit den Pariser Katakomben verknüpft. Wichtig in dem Zusammenhang ist aber zu erwähnen, dass es sich hierbei nicht mit einem Paukenschlag mächtige Charaktere geschaffen werden, die gegen noch mächtigere Widersacher jenseits aller Möglichkeiten angehen. Sowohl die Protagonistin, als auch der Antagonist müssen sich eher weltlichen Mitteln bedienen, um ihre Ziele zu erreichen. Dabei aber sind immer wieder Momente im Spiel, die auf eine Gruselige Weise unheimlich sind. Soviel zum positiven Teil.

Die Grauzone, die weder gut noch schlecht ist, ist der Antagonist: Er ist von Anfang an der Unsympath, bei dem man merkt, dass man sich vor ihm zurückhalten soll. Insofern könnte man fast meinen, dass er platt zu sein scheint, währen da nicht so ein paar verschiedene Details, wie der Moment, sich zum ersten Mal seine Kräfte entfalten und er sein Interesse an Rosalie quasi entdeckt. (Jedoch ist das hier nur der erste von drei Bänden. Man kann also davon ausgehen, dass Pylard vermutlich in den nächsten ein wenig ausgebaut wird.) Von daher kann ich auch nicht sagen, dass mir dieser Punkt für sehr schlecht erscheint. Ich finde den Charakter nur ein wenig zu mysteriös noch, als das ich ihn wirklich vollständig abwerten möchte. Und deshalb Grauzone.

Peter Schwindt ist mit diesem Band ein hübscher kleiner Mix auf leichten Gruselelementen in der Gegenwart gelungen, indem er alles mit dem Hauch des verbotenen verknüpft hat und eine Welt beschreibt, die so kein Mensch zu sehen bekommt. (Bis auf einen für Touristen extra begehbar gemachten Bereich sind die unterirdischen Steinbrüche von Paris verboten.) Und vor allen Dingen kommt das unglaubliche Element nicht mit einer derartigen Keule daher, wie es z.B. bei „Harry Potter“ und seinen ganzen Klonen der Fall war. Hier spielt nicht die Magie die zentrale Rolle, sondern ist nur dann und wann ein kleines Hinweisschild, bis sich alles zur großen Auflösung hinbewegt. Wer eine stimmungsvolle und spannend geschriebene Geschichte sucht, die man locker an ein paar Nachmittagen durchlesen kann wird hier garantiert seine Freude mit haben, sofern er nichts dagegen hat, dass die wichtigsten Figuren durch die Bank weg Jugendliche sind.

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