Emperor Mollusk versus the Sinister Brain

Ein Roman von A. Lee Martinez

Es gibt Bücher, die man kauft weil man sie braucht. Es gibt Bücher, die man kauft weil man den Autor schätzt, die Reihe sammelt, oder weil man ein Geschenk braucht. Und DANN gibt es Romane, die man kauft weil man dem Titel einfach nicht widerstehen kann weil dieser absoluten Wahnsinn verspricht. Zur letzteren Kategorie gehört der vorliegende Titel, Emperor Mollusk versus the Sinister Brain, von A. Lee Martinez – ich habe den Titel in der örtlichen Buchhandlung gelesen, und musste das Buch mitnehmen. Ob es sich gelohnt hat, fragt ihr? Nun, die kurze Antwort darauf kann nur ein irres Kichern sein…

Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um ein Taschenbuch in einem etwas größerem Format als im englischsprachigem Raum üblich, aber noch nicht um das alternative „Trade“ Format. Das Buch ist 312 Seiten lang, wobei die Geschichte selbst auf Seite 293 zu Ende ist, und danach ein Auszug aus einem weiteren Roman des Autors folgt. Das Cover spielt recht erfolgreich mit verschiedenen Schriftarten, und stellt noch fast diagrammartig einen Roboter da, der von einem Tintenfisch gesteuert wird.

Emperor Mollusk ist eine außerirdische Nacktschnecke, vom Neptun, um genau zu sein. Und wie alle Neptunier ist auch Mollusk ein Genie – allerdings ein wahnsinniges und böses Genie – er hat die Erde erobert, ohne einen Schuß abzugeben, hat die Venusier in die Knie gezwungen, und auch sonst im gesammten Sonnensystem genug Kriege geführt, böse Pläne durchgeführt und „Mad SCIENCE!“ auf die Bewohner losgelassen um  jeden Club der Superschurken stolz zu machen. Aber eigentlich befindet sich der ehemalige Kriegsherr der Erde im Ruhestand. Wenn es nach ihm ginge würde man ihm seine Ruhe lassen, die Erdlinge könnten ihren Planeten wieder selbst regieren, und er würde ab und an die Grenzen der Mad SCIENCE! weiter stecken. So als Hobby, im Ruhestand braucht man ja etwas zu tun. Der Roman beginnt damit, das unser Protagonist gerade einen Klon seiner selbst ausschaltet, bevor dieser mit einer Weltuntergangsmachine die Erde unterjochen kann. Danach wollte Mollusk eigentlich nur schnell einkaufen und dann zurück ins Labor, aber auf dem weg dorthin wird er von einer Truppe venusianischer Soldaten, angeführt von Zala, einer Offizierin mit einer persönliche Fehde mit dem ehemaligen Kriegsherren, angehalten. Allerdings nicht wie üblich mit dem Wunsch ihn festzunehmen und zu verurteilen, sondern um ihn zu schützen: der venusianische Geheimdienst hat in Erfahrung gebracht das ein bisher unbekannter Gegner vorhat, Mollusk zu ermorden. Dieser ist zunächst versucht die Gefahr abzutun, aber nach einem Angriff auf sein Zuhause zieht er zusammen mit Zala und seinem kybernetisch verstärkten Megatausendfüßler los um herauszufinden wer ihm nach dem Leben trachtet. Dabei geht die Reise zu einem Todeskult auf dem Mond, über Atlantis und dem Südpol bis hin zu den Himalaya, immer auf der Spur des Schurken der die Welt erobern will – dem sinistren, körperlosen Gehirn…

Fazit:
Wer hier ernsthafte Science Fiction erwartet wird schwer enttäuscht sein – Emperor Mollusk versus the Sinister Brain ist eine schamlose Liebeserklärung an SF wie man ihn aus den Pulp Serials kennt, gepaart mit einem verrückten Sinn für Humor wie man ihn im SF-Bereich seid Douglas Adams nur selten gesehen hat. Die Jagd nach dem geheimnisvollen und sinistren Gehirn wird spannend und witzig erzählt, und sowohl die inneren Monologe des Kriegsherrren in Ruhestand als auch seine Dialoge mit Zala, seine Zwangsverbündete, sind herrlich komisch und gleichzeitig nicht witzig um des witzig seins willen. Dazwischen liegen immer wieder Kapitel in denen die Ereignisse liegen die dazu geführt haben das sich Mollusk eines besseren besonnen hat und in den Ruhestand ging. er leichte und humorvolle Lektüre sucht und keinen bock mehr auf Scheibenwelt oder Anhalter hat kommt hier auf seine Kosten – der Rezensent kam jedenfalls sehr zum Leidwesen von Caninus und dem Kater während der Lektüre aus dem Lachen und irre Kichern nicht mehr raus.

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