Die Schatten der Wüste

Einsamer Wolf Band 5

Ich habe den fünften Band der „Fantasy-Spielbuch“-Reihe „Einsamer Wolf“ vom Mantikor-Verlag bekommen und war vorab etwas skeptisch. Ich bin eigentlich nicht der Typ der Solo-Abenteuer spielt, aber als man mir anbot das Buch zu rezensieren wollte ich zumindest aus Neugier mal einen Blick rein werfen.

Das Buch an sich ist im Din A5 Format und umfasst über 360 Seiten aus hochwertigem Papier.
Das Cover zeigt den letzten Kai-Lord Einsamer Wolf, der mit Flammendem Schwert gegen den schwarzen Lord Haakon kämpft.
Auch im Buch selber sind zahlreiche schwarz-weiß Illustrationen, die bildhaft die Ereignisse der Textinhalte wiedergeben, sowie eine farbige Karte Vassagoniens auf den ersten Seiten.
Der Einleitung folgen die Regelerläuterungen, auf denen der Charakterbogen, Kampfablauf und besonderen Kai-Fertigkeiten erklärt werden.
Die Geschichte ist in 2 Abschnitte unterteilt, die je 200 Textteile umfassen.
Dazu gibt es noch ein 90-Teile umfassendes Bonus-Abenteuer „Das Grabmal der Majhan“, ein Prequel in dem man Tipasa, eine Kernfigur in „Die Schatten der Wüste“ spielt.
Zum Abschluss gibt es dann noch die Kampfresultat-Tabelle und die Zufallszahlen-Tabelle.
Zu letzterer sein hier schon einmal gesagt das ich jedem einen W10 statt der Tabelle empfehle. Erspart viel Blätterei.

Die Story ist ziemlich simpel, auch wenn ich erst in den fünften Band eingestiegen bin.
Ihr spielt den letzten Kai-Lord, Einsamer Wolf. Ein außergewöhnlicher Krieger mit besonderen Fähigkeiten. Die Kai wurden einst von die schwarzen Lords von Helgedad vernichtet.
In diesem Band erhaltet ihr den Auftrag des Königs eures Landes in diplomatischer Mission in das Wüstenreich Vassagonien zu reisen und eine Friedensvertrag zu schließen.
Doch das Reich gilt als verschlagen und hinterlistig.
Wie könnte es also auch anders sein, das man bei der Ankunft nicht als Diplomat erwartet wird, sondern von einem trupp Wachen begrüßt wird.
Ich hatte mir weniger 08/15 erwünscht.
Ein weiterer Punkt den ich erwartet, aber mir ganz und gar nicht erhofft hatte war das die Situationen sich auf verschiedene weisen lösen lassen.
Doch meist ist das nicht der Fall. Bereits die erste Handlung läuft nach der 7., 8. Alternative trotzallem noch auf das selbe Ende zu.
Dazu wird das Eintreten der gewollten Situation noch durch zahlreiche Zufallsereignisse und Kämpfe gefördert, die gemeistert werden müssen, um jenen einen Alternativweg zu gehen. Ziemlich enttäuschtend wenn man ernsthaft andere Lösungswege erspielen will.
Als nächsten Kritikpunkt sehe ich die Kai-Fähigkeiten. Auf der einen Seite machen sie bestimmte Dinge, wie zB. den Kampf wesentlich einfacher, zum anderen bringen sie nichts in Situationen wo man eigentlich meinen sollte, dass sie genau für solche Situationen geschaffen sind. Dadurch wird gefördert das man in bestimmte Ereignisse hineinrutscht.
Ich habe mich beispielsweise für die Fähigkeit Tarnung entschieden. Man sollte jetzt meinen, dass sie hilfreich wäre um in den gleich mehrfach vorkommenden Verfolgungssituationen andere Spielvarianten zu ermöglichen. Leider war dem nicht so und der Nutzen der Fähigkeit eher fraglich.

Insgesamt war ich nicht sonderlich begeistert von dem Buch, weil mir einfach der Spannungsbogen, durch die großteils vorhersehbare Story fehlte, als auch das ständige geblättere und die aufgezwungenen Textelemente.
Am Ende hätte mir bloß noch gefehlt das der schwarze Lord den man verbannt schreit: „EW ich bin dein Vater!“
Die einzige wirkliche Überraschung die ich erlebt habe, war das ein Beutegegenstand böse war – im Gegensatz zur gesamten anderen Beute die natürlich irgendeinen besonderen Spielsinn hatte.

Meiner Meinung nach 15 fehlinvestierte Euros und (glücklicherweise nur) 2 Std. in den Sand gesetzt. Denn mehr Spielzeit habe ich für den gesamten Band auch nicht gebraucht. Was auch objektiv betrachtet reichlich wenig für 300 Seiten Buch sind.
Mein Rat ist, sich lieber ein paar Kumpels anzurufen und lecker Essen zu gehen.
Vielleicht gehöre ich aber auch nicht zur Zielgruppe – ich könnte mir vorstellen das es einer/m 8-14-jährigen gefallen könnte. Nette Nachmittagsbeschäftigung die zum Lesen und Spielen animiert.

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