Dune: The Road to Dune

Eine Romanrezension von Infernal Teddy

Mein Jahresprojekt für dieses Blog für 2014 war eine so vollständig wie mögliche Reihe von Rezensionen der Dune-Romane, sowohl der ursprünglichen Roman von Frank Herbert als auch der Fortsetzungen, Prequels und Prequels der Prequels von seinem Sohn Brian Herbert und dem berühmt-berüchtigtem Star Wars-Autor Kevin J. Anderson. Ich gehe dabei innerhalb des Settings chronologisch vorgehen, sprich nicht in der Veröffentlichungsreihenfolge. Erinnern wir uns also: “A beginning is a very delicate time…”

Legends of Dune:
Butlers Djihad
The Machine Crusade
The Battle of Corrin

Schools of Dune:
Sisterhood of Dune

Prelude to Dune:
Das Haus Atreides
Das Haus Harkonnen
Das Haus Corrino

Dune:
Der Wüstenplanet
Der Herr des Wüstenplaneten
Die Kinder des Wüstenplaneten
Der Gottkaiser des Wüstenplaneten
Die Ketzer des Wüstenplaneten
Die Ordensburg des Wüstenplaneten

Heroes of Dune:
Paul of Dune
The Winds of Dune

Dune 7:
Hunters of Dune
Sandworms of Dune

Da sind wir also. Endgültig am Ende unserer „kleinen“ Betrachtung der Dune-Romane. Es ist jetzt fast auf den Tag genau ein Jahr her das wir euch meine Besprechung von Butlers Djihad präsentiert haben, da erscheint es passend das wir heute das letzte Steinchen euch vorlegen: The Road to Dune. Dieses kleine Buch ist eine Materialsammlung, Fragmente die Frank Herbert hinterließ, vermischt mit Material von Brian Herbert und Kevin J. Anderson, Texte die einen etwas anderen Einblick in dieses fiktionale Universum bieten. Erkunden wir also ein letztes mal Arrakis.

Das Buch eröffnet mit zwei Vorworten. Das erste, längere, ist von Bill Ransom, einem Autor, Dichter und langjährigem Freund von Frank Herbert, und erzählt etwas über Frank als Menschen. Im zweiten Vorwort reißen Brian und Kevin wieder die Geschichte an, wie sie zum verschollenen Material von Frank Herbert gekommen sind. Danach geht es an das eigentliche Buch, welches aus drei große Teilen besteht: Spice Planet, The Road to Dune, und Short Stories. Davon ist Spice Planet vielleicht der interessanteste Teil. Hierbei handelte es sich nämlich um die Geschichte, aus der später Dune werden würde – oder zumindest um den Entwurf. Dieses detaillierte Exposé haben Brian und Kevin bei ihren Arbeiten an der Dune-Reihe wiederentdeckt, und… nicht in diesem Buch veröffentlicht. Statt dessen erhalten wie hier ihre Version der Geschichte, die Frank Herbert vielleicht aus dem Exposé gemacht hätte, wenn er nicht statt dessen Dune geschrieben hätte. Dabei sind viele der Kernelemente dessen bereits vorhanden, was Frank in seinem Meisterwerk später verarbeiten sollte. Ironischerweise hätte er leichter einen Verleger gefunden wenn er sich an seinem ursprünglichen Entwurf gehalten hätte – die Geschichte wäre in etwa so lange geworden wie es damals für Science Fiction-Romane üblich war – wäre aber heute kaum noch in Erinnerung. Die prophetische Gabe Pauls fehlt ebenso wie die Bene Geserit, die Gilde existiert noch nicht, und das Spice ist nur eine Droge. Alles in allem trotz der Handarbeit von Brian und Kevin ein sehr interessanter Einblick in die Entstehungsgeschichte von Dune.

The Road to Dune, der zweite Teil des Buches, sammelt eine ganze Reihe von Materialien. Es beginnt mit einem Artikelentwurf, den Frank Herbert seinem Agenten schickte, mit einer Anfrage zu einem Artikel über eine Forschungsgruppe, welche versuchte die Verschleppung der Wüsten aufzuhalten, und erstreckt sich dann über eine Reihe von Briefen. Hier finden wir Anfragen von Fans, Einladungen zu Preisverleihungen, und ähnliche Dokumente aus der Zeit nach der Veröffentlichung des Romans – zunächst als Fortsetzungsgeschichte, dann in Romanform. Selbst die Kommentare und Einwürfe von John W. Campbell, dem legendären Chefredakteur der Zeitschrift Analog, welche wohl Muad’dib und dessen Fähigkeiten mitprägten. Ebenfalls Teil dieses Kapitels sind Szenen und Kapitel aus Dune bzw. Dune Messiah (Der Wüstenplanet und Der Herr des Wüstenplaneten), welche in der fertigen Version der Romane nicht mehr enthalten waren – diese Kapitel stammen oft aus der ersten Entwurfsphase, aber manche sind wohl bis kurz vor der Vollendung des Buches noch Teil der Geschichte gewesen, was man zum Teil sehr deutlich an der Sprache merkt.

Der letzte Abschnitt des Buches besteht aus vier Kurzgeschichten, welche Brian und Kevin vor und während ihrer Arbeit an der Dune-Reihe verfasst haben. Diese sind A whisper of Caladan seas (Eingeschlossene Soldaten der Atreides während des Angriffs der Harkonnen in Der Wüstenplanet erinnern sich an ihre ehemalige Heimat), Hunting Harkonnens (Angesiedelt einige Jahre vor Butlers Djihad erleben wir wie Xavier Harkonnens Eltern von den Cymeks getötet wurden, und das es vielleicht mehr als eine Verbindung zwischen den Harkonnen und Atreides gibt), Whipping Mek (Ein Brückenstück zwischen den ersten beiden Romanen der Legends-Trilogie, und mit dem Trainingsmek der Schwertmeister in einer unbequemen Lage) und The faces of a martyr (Einem letzten Brückenstück im Jihad). Die Geschichten sind unterhaltsam, und füllen tatsächlich ein oder zwei Handlungslücken, welche in der Legends-Trilogie entstanden sind, bleiben aber nur Ergänzungen.

Fazit:
Ein Jahr. 18 Bücher. Wir haben es aber geschafft, wir sind mit Dune durch. The Road to Dune ist dabei eine faszinierende Sammlung an Ausschnitten und Momentaufnahmen, welche zwar nur für den „echten“ Fan des Wüstenplaneten von Interesse sein dürfte, diesen aber mit neuen Einblicken ausstattet. Für den Gelegenheitsleser, den Leser, der es gerade mal durch Der Wüstenplanet geschafft hat dürfte der Band allerdings eher uninteressant sein, dafür sind hier zu viele Materialien enthalten welche auf spätere Bücher Bezug nehmen.

Okay, wow. Wir sind also fertig. Was machen wir als nächstes?

4 Kommentare zu Dune: The Road to Dune

  1. Insgesamt wirklich ein sehr interessanter Einblick, diese Artikelreihe. (Da ich von Dune ja nur Verfilmungen bisher kenne.)

    Und deine „als nächstes“-Frage: War nicht „Foundation“ ebenfalls eine „Endlosansammlung“ an Geschichten? ^^

  2. Ach verflixt. Stimmt ja: Da war was.
    Hmm…

  3. Ulrik Eldgrimm // Februar 20, 2015 um 10:26 // Antworten

    Sehr schöner Einblick und macht mir Lust die Bücher zu lesen. Die sind ind der Vergangenheit doch glatt an mir vorbei gegangen.

    Wie wäre es mit Robert Jordans Wheel of Time? Ist ja endlich abgeschlossen 🙂

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