Dresden Files: Fallstudien

Eine Kurzgeschichten-Rezension von Caninus

Fallstudien ist nicht wie der vorherige Kurzgeschichtenband Nebenjobs, bzw der hieraus ausgekoppelten Jeti-Akten eine weitere Sammlung von Erzählungen aus Harrys Perspektive, sondern enthält vor allem, wenn auch nicht ausschließlich Geschichten aus der Perspektive von anderen Charakteren des Dresdenverse, aber seht selbst:

[ACHTUNG: Leser welche nicht den letzten regulären Roman von Harry Dresden gelesen haben werden in dieser Rezension gespoilert, da viele Geschichten nach dem vorletzten oder sogar letzten Roman spielen – falls ihr das nicht möchtet, bitte nicht weiterlesen und am besten auch vor diesem Band erst den Rest lesen]

Hexenmeister-Quartett – Anastasia Luccio ist eigentlich ausgeschickt worden um einen Hexenmeister aus dem nicht gerade großen Städtchen Dodge City zu fangen. Dort angekommen muss sie jedoch feststellen, dass es gar nicht einer ist, sondern gleich vier und mit einer solchen Übermacht legt man sich dann doch nicht mal so eben an. Glücklicherweise hat sie Unterstützung durch einen lokalen Hilfsscheriff, doch ob ein einfacher mundaner Mensch hier wirklich etwas reißen kann?

Magie für Anfänger – Harry, gerade verantwortlich für die Unterweisung junger Magier, muss diesen erklären worauf es im Umgang mit unbekannten magischen Problem so ankommt. Um dies zu illustrieren erzählt er von einem eigenen Fall in dem die Kinder eines jungen Päärchens schreckliche Alpträume zu haben scheinen, die ja eigentlich nur von einem Monster stammen können. Oder? Diese Geschichte erschien ursprünglich in „Our World“, dem zweiten Band des Dresden Files-Rollenspiels.

Flüche – Wenn man der einzige Magier im Telefonbuch ist führt das zwangsläufig dazu, dass Kunden mit interessanten Wünschen zu einem kommen. So auch der Manager der Chicago Cubs, der möchte das Harry den Fluch vom Team nimmt, der verhindert, dass diese die World-Series gewinnen. Seinen Ursprung nahm der Fluch, weil man einen Ziegenbock, den ein Fan in den 40ern mitgebracht hatte, vom Spiel verwies.

Mit ruhiger Hand – Eigentlich hatte der Tag ganz gut angefangen. Bis plötzlich Justine, die Geliebte vom White Court Vampir Thomas und beständig im Auftrag von Laila, der führenden Figur des White Court, bei Mr. John Marcone um Asyl bittet. Asyl, da sie von einem Fomorer verfolgt wird, weil sie ein Kind aus dessen Gefangenschaft befreit hat, und auch selbst dieser entkommen ist. Nach dem von ihm unterzeichneten Unseelieabkommen, ist Marcone dazu verpflichtet sich um diesen Fall zu kümmern, doch der Fomor möchte seine Beute auf jeden Fall zurück…

Granaten – Molly, die seit Harrys Tod mehr oder weniger auf der Straße lebt und bei Harrys Feenpatin Lea weiter in Magie unterrichtet wird, wird von Justine gebeten nach Thomas zu suchen. Er ist verschwunden und sie weiß nur, dass er im Auftrag von Laila unterwegs ist. Molly findet ziemlich schnell das Gebäude in dem er stecken muss, wird jedoch von Lea darauf hingewiesen, dass dieses eine Festung der Kobolde ist und man da mitnichten einfach reingehen sollte. Also beschließen Molly, Justine und Butters Freundin und Werwölfin Andi, dass es an der Zeit ist den am Abend geplanten Empfang aufzusuchen. Doch was die drei Engel für Butters dort entdecken, hat wesentliche mehr brisanz als ein verschwundener White Court Vampir…

Ein ungeklärter Fall – Molly, gerade zur Prinzessin des Winters ernannt, bekommt ihren ersten Auftrag. Hoch im Norden soll sie herausfinden warum ein Stamm Winterfeen ihren Tribut nicht bezahlt hat. Ebenso vor Ort ist der junge Magier Carlos Ramirez, dieser im Auftrag des weißen Rates, der verdächtige Aktivitäten im Städtchen Unalaska überprüfen lassen möchte. Un gerade eingetroffen können beide auch direkt erleben, was mit verdächtig gemeint ist. Eine Gruppe Einwohner benimmt sich äußerst seltsam, andere Einwohner scheinen Angst vor ihnen zu haben… doch was genau macht diese Gruppe? Und was hat sie mit den Feen zu schaffen?

Geschworenenpflichten – Harry erhält eine Berufung zum Geschworenen. Und eigentlich will er nicht hingehen, aber nachdem ihm erklärt wird, was passiert, wenn er es nicht macht, tut er es doch. Und muss einen Fall miterleben, bei dem wohl doch etwas übernatürliches passiert sein muss. Natürlich kann es Harry nicht auf sich beruhen lassen und macht sich auf die Wahrheit über die Tat herauszufinden, bevor er dann im Gericht sein Urteil abgibt.. doch damit tritt gerät er zwischen zwei Fronten.

Tag eins – Eigentlich war Butters nur joggen, als plötzlich über einem Typen, der verdächtig nach viel Drogenmissbrauch ausschaut, ein schwebendes Ausrufezeichen erscheint. Nach kurzer Rücksprache mit Michael ist sich Butters sicher, dass dies die erste Aufgabe in seinem Leben als Ritter des Kreuzes ist. Eine Lebensaufgabe, die er erst vor kurzem indirekt von Michael übernommen hat. Doch der junge Mann auf der Bank ist nicht der einzige der Hilfe braucht, muss Butters feststellen, nachdem er ihn ins Krankenhaus gebracht hat. Auch einige Kinder können seinen Schutz dringend gebrauchen.

Ein Tag im Zoo – Es sollte ein ruhiger Tag im Zoo für Harry, seine Tochter Maggie und ihren Hund Mouse werden, doch jeder der drei hat mit eigenen Problem zu kämpfen. Harry trifft auf einen jungen Hexenmeister, Maggie auf Ekelfetzen – die können nur Kinder sehen, Erwachsene nehmen sie nicht wahr – und Mouse auf einen anderen Wächter. Und doch versuchen alle drei diesen ersten richtigen Ausflug von Vater und Tochter zu einem großen Augenblick zu machen.

Fallstudien enthält also neun Kurzgeschichten von sehr unterschiedlicher Länge. Vier davon sind aus Harrys Perspektive, zwei aus Mollys Perspektive und je eine aus Luccios, Marcones und Butters Perspektive. Gerade jene Geschichten in denen Harry nicht auftritt, weil er entweder gerade nicht weltlich verfügbar ist, oder sich einfach an einem anderen Ort aufhält, geben dem Dresedenverse noch einmal einen tieferen Einblick. Hat sich nicht jeder schon mal gefragt was der oberste Verbrecherboss Marcone so wirklich denkt? Oder Molly? Hier hat man die Gelegenheit einen kleinen Einblick zu bekommen.
Jede Geschichte für sich ist eine abgeschlossene Einheit, doch in Zusammenhang mit der Hauptstoryline, ist sie viel mehr – und das ist auch ein wenig das Manko an dieser Sammlung. Zwar ist jede Geschichte verständlich, aber so richtig toll werden sie erst, wenn man auch den Rest kennt (was aber ja nicht schlimm ist, den kann man schließlich auch sehr gut lesen).
Die letzte Geschichte wirkt allerdings etwas aufgesetzt, und Burchers einleitende Worte, welche sich zu Beginn von jeder Geschichte finden, machen auch zwischen den Zeilen deutlich, dass er hier mehr etwas geschrieben hat um den Fans etwas zu geben, als das er etwas schreiben wollte.

Fazit:
Harry Dresden-Romane gefallen? Dann wird man mit diesem Band nichts falsch machen. Wer allerdings noch nie etwas, oder nur die ersten Bände von Harry Dresden gelesen hat, der sollte hier auf keinen Fall mit starten oder weiter machen. Erst die bisher erschienen Bände lesen, dann diesen Band. Ansonsten wird einem von der Storyline etwas vorweg genommen.

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