Die träumende Finsternis 2: Das zerstörte Land

Ein Roman von Keith Baker

Xen’drik – das Land auf dem die Riesen lebten und in tiefen Dschungeln ungeahnte Geheimnisse versteckt gelassen haben, nachdem ihre Hochzeit vorbei war. Dorthin müssen Daine, Lei und Stoß reisen. Denn irgendetwas von außerhalb der Welt will Daines Geist verwenden um Einlass zu finden. Das er dabei vermutlich in den Wahnsinn getrieben wird, ist dieser Entität egal. Aber weder Lei noch Stoß möchte Daine alleine zum verlorenen Land reisen lassen, denn so richtig trauen sie der merkwürdigen Fremden, welche all diese Zusammenhänge mehr schlecht als recht erklärt nicht.
Und schon auf der Überfahrt zum Südkontinent wird es turbulent. Ein Wasserwesen taucht auf, das erklärt Leis Eltern getroffen zu haben als diese vor Leis Geburt auf den Kontinent wollten, und ein Wassergeist bringt wieder einmal eine Prophezeiung für die Zukunft.
Auf Xen’drik angekommen stellt sich zunächst die Frage wohin der Weg geht und wer die Gruppe dorthin führen kann, doch zumindest letzteres wird schnell ersichtlich als den Suchenden ein schwarzhäutiger Fremder unverhofft bei einem Überfall zur Seite steht. Zwar sind sowohl Lei als auch Daine misstrauisch als dieser behaupte von Daines Ankunft gewusst und den Auftrag zu haben die Gruppe zu führen, aber da es kaum eine bessere Alternative gibt, vertrauen sie sich ihm an und reisen in den tiefen Dschungel, der nicht nur Reste von Riesensiedlungen, seltsam schwarzhäutige Elfen verschiedener Glaubensrichtungen und absonderliche Monumente beherbergt, sondern auch Verrat von allein Seiten.

Der zweite Teil der Trilogie beginnt einige Zeit nach dem Ende des ersten Bandes „Die Stadt der Türme„, führt aber die Ereignisse direkt fort. Zwar wurde im letzten Band die Sache mit den Drachensplittern aufgeklärt und Lei weiß nun auch, dass sie verfemt ist weil ihre Eltern aus dem Haus geworfen wurden, aber noch immer nicht warum das passierte. Allen voran hat aber zunächst Daine Probleme. Und zwar durchaus von einer Art, die man so auch in seinem heimischen Rollenspiel einbauen könnte.
Wo der erste Band eine typische Stadtgeschichte mit entsprechenden Elementen gewesen ist, ist „das verlorene Land“ ein klassischer Entdecker Plot. Und natürlich in seiner Art und Weise auch wieder wunderbar geeignet um dem Leser den Kontinent Xen’drik näher zu bringen und dafür zu sorgen, dass er ein Bild davon bekommt, wie der Auto Eberrons sich wohl den Kontinent der Riesen und Dunkelelfen gedacht hat. Diese sind im übrigen gerade im zweiten Abschnitt des Romans sehr präsent und mal etwas anderes als die „klassische“ Dunkelelfenvariante, die man vielleicht von den Forgotten Realms kennt.
Die Charaktere selbst machen hier zum Teil sehr interessante Entwicklungen durch und man merkt als Leser schnell, dass sie dem Autor zunehmend ans Herz wachsen und er praktisch mit der Geschichte auch seine eigenen Charaktere entdeckt. Gerade für Spieler von Kriegsgeschmiedeten dürften die Abschnitte aus Stoß‘ Sicht sehr hilfreich sein um einen Eindruck von der Welt eines künstlich geschaffenen Kriegers zu bekommen.
Das Ende dieses Bandes ist etwas weniger vollständig als das vom ersten Band, denn Daines Problem wird zwar gelöst, aber eigentlich auch nicht so richtig.

Auch wenn das Bild den englischen Roman zeigt, ist diese Rezension vom deutschen Werk. Und ebenso wie der erste Teil hervorragend übersetzt.

Fazit:
Wer den ersten Teil gerne gelesen hat, kann hier bedenkenlos zugreifen. Aber auch wer die Stadt der Türme noch nicht gelesen hat, kann durchaus mit diesem Band einsteigen, da die Verbindungen zum ersten Teil zwar vorhanden sind, die Geschichte aber auch ohne zu verstehen ist.

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