Die Herren der Dunkelheit

Einsamer Wolf Band 12

Mit den „Herren der Dunkelheit“ ist der 12. Band der Neuauflage des Einsamen Wolfes erschienen. Damit ist auch der letzte Band der in den 80ern in Deutschland veröffentlichen Bände als Neuauflage erschienen. Gleichzeitig ist Band 12 das große Finale der Magnakai-Abenteuer…

Handlung
Nachdem der Kai Lord in Band 11 erfolgreich die letzten beiden Weisheitssteine gefunden hat ist er in das vertrautere Magnamund zurückgekehrt. Hier muss er jedoch feststellen das 8 Jahre vergangen sind obwohl er nur wenige Tage in der Dämmerwelt verbracht hat. Einige Mitglieder des Hohen Rates erwarten ihn, die ihm mitteilen wie es mittlerweile um den Krieg in Magnamund gestellt ist und ihn mit einer Aufgabe belegen die eine Entscheidende Wende oder gar das Ende im Krieg gegen die dunklen Lords bringen soll! Dazu muss der Kai Lord in das Herz der dunklen Armeen, nach Helgedad selber reisen und sich dort mit einem Abtrünnigen treffen…
Diese Reise nimmt den großen Teil des Bandes ein. Der Einsame Wolf muss per Schiff in die finsteren Lande reisen um sich dort klandestin nach Helgedad durchzukämpfen. Das Abenteuer bietet dabei interessante Einblicke in die Kultur und inneren Streitigkeiten der Diener des Bösen. Äußerlich sind die Lande angelehnt an eine rücksichtslose Industrialisierung. Schwefel, Dampfmaschinen, Metall und Planierraupen sind ein ständiger Begleiter in dieser lebensfeindlichen Umgebung.

Handlungsmöglichkeiten
Die Reise nach Helgedad und die dortigen Handlungsmöglichkeiten sind deutlich abwechslungsreicher als im vorherigen Band. Zwar ist die Reise weitestgehend vorgezeichnet, dennoch gibt es viele verschiedene Wege um Konflikte zu lösen und kleinere Alternativrouten. Interessant ist, das der Wolf unerkannt reisen muss und dabei mit Gewalt, Heimlichkeit oder Bestechungen vorgehen kann. Ebenfalls schön ist, das aufgefundene Gegenstände und die gefundene Währung der dunklen Lande später im Spiel genutzt werden können. Kleine Ereignisse am Rande, wie die Chance auf einen Kampf zu wetten machen die Reise ins tote Land noch einmal etwas lebendiger. Hier kommt die Stärke durch, die ich schon in manchen früheren Bänden zu schätzen wusste. Denn immer wieder ist die erstaunlich lange Reise von vielen interessanten Einblicken geprägt, die die Phantasie anregen.
Ansonsten ist der spielerische Teil durch einige Fertigkeitsproben geprägt die angenehm selten in Sackgassen führen. Auch gerät der Kai Lord immer wieder in Kämpfe, die jedoch abwechslungsreich gestaltet werden. Indem besondere Bedingungen genannt werden, manche Gegner besondere Aktionen ausführen wenn ein Kampf nicht schnell genug entschieden wurde oder im Fall von Kämpfen mit mehreren Beteiligten taktische Entscheidungen abgefragt werden, sind die Kämpfe ein interessanter Teil des Spiels.

Umfang
Mit etwa 420 Seiten ist der Band etwas umfangreicher als der Vorläufer. 350 Abschnitte auf knapp 300 Seiten widmen sich dem Hauptabenteuer, das wie erwähnt erstaunlich umfangreich ist. Das Zusatzabenteuer umfasst 100 Abschnitte. Beide Abenteuer sind ausführlich illustriert und eine Farbkarte über Sommerlund und die Finsteren Länder rundet das Buch ab. Alles in allem ist es also auch von Optik und Umfang her ein gewohnt Qualitatives Produkt.
Das Zusatzabenteuer „An Bord der Unerschrocken“ lässt den Leser in die Rolle des Kapitäns der „Unerschrocken“ schlüpfen, genau dem Schiff das den Kai-Lord in die dunklen Lande geführt hat. Die Handlung hat ansonsten nichts mit dem Hauptabenteuer zu tun. Dafür ist die sehr schnelle Charaktererstellung ebenso gelungen wie einige im Spiel genutzte Sonderregeln. Die Handlung schafft es durch sehr gute „Wegführung“ auf wenig Platz alternative Wege zu vereinen. Auch gibt es gleich drei verschiedene Enden, was natürlich nur für ein abgeschlossenes (kurz)Abenteuer möglich ist.

Fazit
„Die Herren der Dunkelheit“ ist ein wirklich gelungenes Finale für die Magnakai-Reihe, das Lust auf die folgenden Bände macht. Das Buch hat eine erstaunlich lange Spielzeit und ermöglicht ausreichend Spielfreiheit. Auch wenn man erwartet dass der Band seinem Ende zugeht sind Zusatzereignisse oder Auswahlabschnitte eingefügt die den Band erweitern. Auch inhaltlich kann mich der Band überzeugen, die Kultur der Finsteren Kreaturen ist interessant und der Einblick ins Innere von Helgedad ist wirklich lohnenswert.
Wie immer ist der Band am stärksten wenn er als Teil der gesamten reihe gespielt wird. Wer aber erst jetzt einsteigen möchte kann das meines Erachtens versuchen, findet sich doch eine starke Zäsur zu Beginn des Bandes und kann man so das große Finale nachspielen was Band 13 einleitet. Wer die Gesamtreihe oder auch nur die Magnakai-Reihe (ab Band 6) spielen möchte wird mehr von den Bänden haben, wer erst jetzt starten möchte findet hier aber durchaus einen lohnenswerten Anfang.

1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Der Fluch von Naar | Neue Abenteuer

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*