Das mechanische Herz

Ein Roman von Dru Pagliassotti

Taya ist eine Ikaria die frei zwischen den drei Kasten Ondiniums Briefe und Päckchen auf stählernen Flügeln verteilt. Ondinium selbst liegt auf einem Berg in dessem inneren eine große Maschine die Zukunft der Stadt bestimmt in dem sie für alle Kinder festlegt wohin sie gelangen und auch Zölle und ähnliches berechnet. Die Auswertung der Maschine übernehme neben den Programmierern der Rat aus Erhabenen, der obersten Klasse. Einer solchen Erhabenen rettet Taya das Leben, als diese droht mit einer Drahtfährengondel zusammen mit ihrem kleinen Sohn abzustürzen. Doch durch diese heldenhafte Tat gerät Taya in das Intrigennetz zwischen Spionen, Erhabenen und Idealisten und muss die Erfahrung machen, dass ihre Einschätzungsgabe doch nicht immer so gut funktioniert wie sie soll. Ganz besonders, wenn es um das Brüderpaar Forlore geht – der eine ein aufstrebender Stern im Rat, der andere repariert Chronometer im dreckigsten Teil Ondiniums und ignoriert, ja verabscheut die Standeszeichen, die ihm zustehen würden.

Der Roman ist locker geschrieben und hat mit Taya eine sehr reizvolle Identifikationsfigur. Aus eher ärmlicheren Verhältnissen geboren kann sie als Ikarierin dennoch nicht ihre Herkunft leugnen, obwohl diese eben als außerhalb der Klassen gelten. Darüber machen sich gerade die beiden Brüder auf ihre Weise lustig und zeigen damit, dass eine Prägung trotz eines ‚jetzt dürft ihr aber‘ nicht so einfach vergessen werden kann. Durch die Ereignisse im Buch erlebt sie jedoch eine große Wende in diesem Punkt.
Die Welt selbst wird praktisch nicht beschrieben und auch von der Stadt erfährt man nur die Sachen, die für die Geschichte wichtig sind – was sehr gut ist, da ja die handelnden Personen ihre Stadt kennen. Man kann Ondinium auch nicht als typische Steam Punk Stadt bezeichnen, da sehr wenig auf den Steam eingegangen wird. Zwar wird erwähnt, dass die große Maschine – ein Computer mit Lochkarten – mit Dampf arbeitet, aber mehr dann auch wieder nicht. Denn das eigentliche Thema ist wie weit darf eine Maschine sich in das Leben der Menschen einmischen. Die Tatsache, dass festgelegt wird, welchen Werdegang jeder Bürger nimmt, wird von allen kommentarlos hingenommen. Als es dann jedoch darum geht, dass Ehen vorhergesagt werden sollen, wird dies als ziemliche Einmischung gewertet. Und der Plan des Verursachers geht sogar noch weiter. .. Und gerade diese Punkte sind in der heutigen Zeit gar nicht mehr so völlig unwahrscheinlich. Mit zunehmender Rechenleistung ist es vielleicht wirklich möglich solche Berechnungen anzustellen. Und die Gedanken der Akteure in diesem Roman werden mit Sicherheit aufkommen. Ebenso wie die Untergrundgruppen, die solche Maschinen abschalten wollen. Die Idee einfach ein Element zu nehmen, welches leichter als Luft ist und damit die Leute fliegen zu lassen ist ebenso genial.

Fazit:
Ein sehr guter Roman, nicht nur für Steam Punk Fans, sondern auch für Informatiker interessant zu lesen und einer der eher seltenen Romane mit einer weiblichen Hauptfigur.

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