Building Character – Wraith: the Oblivion

Charaktererschaffung mit Infernal Teddy

Der folgende Artikel ist Teil einer fortlaufenden Reihe in der wir bei verschiedenen Rollenspielen die Charaktererschaffung schritt für schritt durchgehen. Zum einen können sich so Spieler und Spielleiter die sich für das Spiel interessieren sich ein Bild von der Charaktererschaffung machen, etwas das bei der Entscheidung für oder wider dem Spiel helfen kann. Zum anderen erhält ein Spielleiter, welcher bereits das Spiel kennt, einen fertigen NSC den er direkt im Spiel einsetzen kann.

Nach einem ziemlich lethalen Abend in der Vampire LARP-Domäne die Caninus leitet hat Teddy einigen spielern die sehr an ihren Charakteren hängen angeboten, Montags statt Changeling: the Lost in Zukunft Wraith: the Oblivion zu leiten, was von der Runde sehr positiv angenommen worden ist. Also macht Teddy das, was er (fast) immer macht wenn er sich auf eine neue Runde vorbereitet: er baut einen NSC (Hat ja auch den Vorteil das er sich mit den Charaktererschaffungsregeln wieder vertraut machen kann.). Zur Charaktererschaffung zieht nutzt er das 2nd Edition Grundregelwerk von Wraith: the Oblivion. Das Spielerhandbuch bleibt zunächst im Regel, da er erst noch mit seinen Spielern klären will ob sie die Vor- und Nachteile nutzen will.

I.) Concept
Teddys erster Gedankt ist das er einen Heretic bauen möchte, einen Wraith der glaubt das die Unterwelt nur das Fegefeuer ist, und das jenseits dieser Prüfung das Paradies liegt. Der Priester der sich in der Unterwelt wiederfindet und seinen Glauben hinterfragt ist zwar ein ziemliches Klischee, aber da seine Spieler noch nie Wraith gespielt haben kann es ganz hilfreich sein die Klischees für sich zu nutzen. Als Todesart entscheidet Teddy sich für Selbstmord – vielleicht eine besonders schwere Glaubenskrise? Mal sehen. Sein Bedauern, das was ihn in der Unterwelt hält ist, wie Teddy entscheidet, das er es nicht geschafft hat das Leben seiner Gemeinde zu verbessern. Abschließend bleibt noch, wie für die World of Darkness üblich, Wesen und Verhalten auszuwählen. Teddys wahl fällt auf Märtyrer als Wesen und Überlebender als Verhalten – der Charakter gibt vor, sich an sein neues „Leben“ zu klammern, aber in seinem Innersten ist er immer noch bereit sich selbst als Opfer zu bringen wenn es sein muss.

II.) Attributes
Hier folgt alles den WoD-Standard – Attributskategorien einstufen, Punkte verteilen. Teddy entscheidet das sein Priester wie folgend einteilt: Soziales, Geistiges, Köprerliches. Er verteilt bei den Sozialen Attributen je drei Punkte auf Charisma und Manipulation, und einen auf Aussehen. Bei den Geistigen ist die Verteilung je zwei Punkte auf Intelligenz und Geistesschärfe, und einen auf Wahrnehmung. Abschließend verteilt er bei den körperlichen Attributen einfach jeweils einen Punkt auf jedes Attribut.

III.) Abilities
Auch hier ist alles so wie man es kennt. Hier entscheidet sich Teddy dafür seinem Priester 13 Punkte für Kenntnisse zu spendieren, 9 Punkte für Talente, und 5 Punkte für Fertigkeiten. Drei Punkte werden auf Bürokratie und Okkult gelegt, zwei auf Enigmas, Linguistik (Latei und Altgriechisch) und Politik. Den letzten Punkt legt Teddy einer plötzlichen Eingebung folgend auf Nachforschungen. Bei den Talenten ist die Verteilung schnell abgeschlossen: hier werden jeweils drei Punkte auf Empathie auf Ausdruck gelegt, zwei Punkte auf Aufmerksamkeit, und einen Punkt auf Awareness. Fertigkeiten sind noch schneller verteilt: zwei Punkte jeweils auf Etikette und Meditation, und einen auf Leadership.

IV.) Advantages
Wie jedes andere WoD-Spiel auch hat auch Wraith seine „cool powers“. Teddy ist sich noch nicht ganz sicher wie er das mit seinen Spielern machen will da sie zu Spielbeginn gerade gestorben sein sollten, aber zumindest der Priester sollte schon welche haben. Hier hat er fünf Punkte. Es ist verlockend alle fünf Punkte in eines dieser Arcanoi zu legen, aber das Regelwerk sieht maximal drei Punkte für Anfangscharaktere vor. Als Allererstes fällt Teddy Castigate auf – mit diesem Arcanum kann der Anwender Kontrolle über den Schatten (Die böse Seite eines Charakters, dazu später mehr) eines Charakters gewinnen und diesen schwächen. Das passt zu Teddys Konzept des Priesters, weswegen hier direkt drei Punkte vergeben werden. Arcanoibieten neben den üblichen „Kräfte pro Stufe“-Modell das man von Disziplinen her kennt auch immer eine Basiskraft. Daneben nimmt Teddy noch den ersten Punkt in Fatalism (erlaubt den Anwender das Schicksal eines Charakters zu „sehen“ und manipulieren) und Lifeweb (Die Verbindung eines Charakters mit der Welt der Sterblichen manipulieren).
Schritt zwei an dieser Stelle sind die Hintergründe. Wie auch Mage: the Ascension gibt Wraith Charakteren sieben Punkten. Teddy legt direkt drei Punkte auf Haunt – damit hat der Charakter eine Zuflucht und ein Zuhause, vermutlich die Kirche deren Pfarrer er war. Zwei Punkte gehen an Notoriety, ein Maß dafür wie bekannt der Charakter ist. Als letztes legt er zwei Punkte auf Allies, da er vermutlich jemand hat innerhalb der Hierarchy die ihn so weit schützen wie sie können. Teddy macht sich eine geistige Notiz das hier vielleicht noch ein paar Punkte hin sollten.
Als letztes kommen an dieser Stelle Passions und Fetters. Passions sind Kernaussagen die den Wraith vorantreiben und motivieren, quasi die Gründe für seine Existenz. Passions werden dreiteilig zusammengesetzt: Eine kurze Aussage zur Passion, eine kernemotion und ein Punktewert von 1 bis 5. Hier hat man zehn Punkte. Teddy nimmt als erste Passion „Meine Gemeinde schützen (Hoffnung) 5“. Die zweite Passion kommt ganz überraschend für Teddy – „Den Bischof hindern meine Kirche zu schließen (Zorn) 3“. Die letzte Passion hat zwei Punkte, und ist wohl etwas neuer: „Anderen helfen die Erlösung zu finden (Pride) 2“ – ob da wohl sein Schatten dahinter steckt? Fetters sind dinge – Orte, Gegenstände oder Personen – die den Wraith an die körperliche Welt binden. Auch heir hat man zehn Punkte, und je mehr Punkte ein Fetter hat, desto wochtiger ist dieser für den Charakter. Teddy legt direkt vier Punkte für die Kirche seines Charakters nieder, gefolgt von drei Punkten für die alte Frau Franke, die einzige Person seiner Gemeinde die Blumen auf sein Grab legt. Die letzten zwei Punkte binden den Charakter an die Bibel die ihm seine Großmutter geschenkt hat und die er kurz vor seinem Tod seinem Neffen geschenkt hat.

V.) Finishing it off
Hier folgen die letzten kleinen Details. Jeder Charakter beginnt das Spiel mit 5 Punkte Pathos (emotionale Energie, ähnlich wie Blutpukte bei Vampire oder Quintessence bei Mage), fünf Punkte Willenskraft und zehn Punkte Corpus („Gesundheit“). Außerdem hat Teddy noch 15 frei Zusatzpunkte, von denen gleich vier ausgegeben werden um zwei Punkte Willenskraft zu kaufen. Er steigert außerdem Fatalism um einen Punkt, für fünf Freebies. Fünf weitere Punkte werden ausgegeben um Wahrnehmung um einen Punkt zu steigern. Den letzten Punkt gibt Teddy aus um Pfarrer Gerd Meinhard einen Punkt im Hintergrund Memoriam zu kaufen, wodurch auch sein Pathos um Eins steigt.

VI.) Shadow
Man würde meinen, jetzt wäre die Charaktererschaffung abgeschlossen, aber bei Wraith gehört zu jedem Charakter auch ein Schatten, welcher am besten beschrieben wird als „Die böse Stimme im Hinterkopf, die bösen Impulse die man manchmal hat, aber als eigene Persönlichkeit im selben Körper“. Und diese böse Seite kann einerseits den Charakter unterstützen… aber manchmal auch die Kontrolle übernehmen und den Charakter wirklich in die Scheiße reiten. Ach ja, und gespielt wird der Schatten von einem ANDEREN Spieler. Als erstes wählt man den Archetypen, welcher definiert wie der Schatten agiert. Es wäre recht einfach das Monster zu nehmen als komplettes Gegenstück zum Priester, aber Teddy entscheidet sich dafür den Pusher zu nehmen, welcher immer wieder dem Charakter seine Hilfe anbietet, nur um irgendwann seinen Preis zu fordern (Welcher immer zu hoch ist). Danach würfelt man eine Anzahl von w10 die der Willenskraft des Charakters entspricht, und würfelt gegen eine Schwierigkeit von 6. Die Anzahl an Erfolgen entspricht dem Angstwert des Shattens – Teddy hat hier vier Erfolge gewürfelt. Danach werden sieben Punkte für Dark Passions ausgegeben, welche genauso aufgebaut werden wie beim Charakter. Teddy nimmt hier „Treibe Frau Franke in den Wahnsinn (Lust) ***“, „Zerstöre meine Gemeinde (Zorn) **“ und „Töte meine Familie (Neid) **“. Zuletzt hat man für den Shatten zehn Freebies die man unter anderem ausgeben kann um coole Kräfte zu kaufen, die der Schatten nutzen kann um den Charakter zu schaden oder zu unterstützen… Teddy nimmt Dark Allies (1p) damit der Schatten mit Spectres agieren kann, und Shadow Call (2p) damit er diese rufen kann. Shadowed Face (3p) ist auch interessant, da der Shatten damit ganz anders aussieht als der Charakter. Als letztes kauft Teddy dem Schatten einen Punkt Angst. Und damit wäre der Charakter fertig.

Pfarrer Gerd Meinhard
Life: Priester
Death: Selbstmord
Regret: Ich konnte das Leben in meiner gemeinde nicht verbessern

Nature: Martyr
Demeanor: Survivor

Strength: **
Dexterity: **
Stamina: **

Charisma: ****
Manipulation: ****
Appearance: **

Perception: **
Intelligence: ***
Wits: ***

Talents:
Alertness: **
Awareness: *
Empathy: ***
Expression: ***

Skills:
Etiquette: **
Leadership: *
Meditation: **

Knowledges:
Bureaucracy: ***
Enigmas: **
Investigation: *
Linguistics: **
Occult: ***
Politics: **

Arcanoi:
Castigate: ***
Fatalism: **
Lifeweb: *

Backgrounds:
Allies: **
Haunt: ***
Memoriam: *
Notoriety: **

Passions:
Meine Gemeinde schützen (Hope) *****
Den Bischof hindern meine Kirche zu schließen (Rage) ***
Anderen helfen die Erlösung zu finden (Pride) **

Fetters:
Kirche ****
Alte Frau Franke ***
Meine alte Bibel **

Corpus: 10
Willpower: 7
Pathos: 6

Shadow
The Pusher
Treibe Frau Franke in den Wahnsinn (Lust) ***
Zerstöre meine Gemeinde (Rage) **
Töte meine Familie (Envy) **

Thorns:
Dark Allies
Shadow Call
Shadowed Face

4 Kommentare zu Building Character – Wraith: the Oblivion

  1. Okay… jetzt mache ich mich wirklich sorgen, dass Maria Zenger Marx auf Ewig heimsucht. ^^

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