Bevor die Flut kommt

Ein Roman von Susan Cooper

Barney, Jane und Simon machen zusammen mit ihren Eltern Urlaub in Cornwall bei ihrem Onkel Merryman, der dort ein Haus von einem alten Kapitän gemietet hat. Onkel Gummerry – wie er von den Kindern genannt wird – ist etwas seltsam und verschwindet gerne mal plötzlich irgendwo hin, scheint aber im Dorf recht gut bekannt zu sein. Das Haus selbst ist geräumig und schon am zweiten Tag entdecken die drei ein Geheimversteck auf dem Dachboden, da es draußen regnet und man ja irgendwas machen muss. Auf dem Dachboden findet sich in einer dunklen Ecke eine sehr alte Karte mit einem kaum zu entziffernden Text. Einzig die Worte Markus und Arthurius lassen sich entziffern, was Barney sofort an König Arthus denken lässt, sein Steckenpferd, denn Mark war einer der Ritter von König Artus und König von Cornwall. Doch noch am gleichen Abend tauchen die Besitzer einer schicken Yacht aus der Bucht auf und laden die Kinder auf diese ein – fragen aber auch nebenher, ob die Kinder schon Geheimverstecke gefunden habe, was diese natürlich verneinen. Jane geht am nächsten Tag nicht mit aufs Boot und entdeckt, dass die Karte genau dem Ort ähnelt an dem sie gerade sind – Kenmare Head, jedoch mit veränderter Küstenlinie. Doch als dann in der kommenden Nacht in das Haus eingebrochen wird und sämtliche Bücher und Karten angeschaut oder mitgenommen werden ist für die drei Kinder klar, hier sucht jemand nach der von ihnen gefunden Karte. Doch wem sollen sie sich anvertrauen? Ihre Eltern würden es für albernes Gerede halten, die Polizei erst recht. Da kommt es doch gelegen, dass ihr Onkel einen Ausflug mit ihnen machen möchte. Und er hält das ganze überhaupt nicht für albern, im Gegenteil, erklärt er ihnen, dass es sich um den Wegweiser zu einem Gral handelt auf dem die Geschichte Arthurs niedergelegt ist und der hier in der Gegend versteckt wurde. Doch leider suchen tatsächlich nicht nur Onkel nach dem Kelch, sondern auch etwas von der anderen, der bösen Seite, und durch ihren Fund sind die Kinder nun mitten im Kampf zwischen Licht und Dunkel um den silbernen Gral.

Dies ist der erste Roman der fünfteiligen Reihe, welche im Deutschen „Wintersonnenwende“ und im Englischen passender als „The dark is rising“ bezeichnet wird. Hier lernen wir die drei ganz und gar menschlichen Akteure der Serie kennen, die neben Will, der ja in Wintersonnenwende die Hauptrolle ist, über das Schicksal aller Menschen im Kampf des Lichts gegen die Finsternis entscheiden werden. Doch davon wissen die drei Geschwister nichts und zunächst wirkt das Buch auch wie ein typisch englischer Jugendroman ala Fünf Freunde, nur eben mit drei Geschwistern, welche im Urlaub halt eine Schatzkarte in einem alten haus finden und dann den Schatz heben wollen. Aber spätestens mit dem Gespräch der drei mit ihrem Onkel über die ganze Sache führt dann die Wende in Richtung des Phantastischen, wenn auch nicht so sehr wie es in Wintersonnenwende der Fall ist. Wirklich magisch ist hier eigentlich nur eine Szene an der nicht mal alle Akteure teil nehmen – von daher ist der Band leider in diesem Punkt etwas enttäuschend, aber ein guter Kontrast zum Rest der Serie und auch eine Aussage darüber, dass auch die unwissenden Menschen einen Einfluss auf die Geschicke in diesem Kampf haben werden.
Das Buch selbst ist etwas schwergängiger geschrieben als seine Nachfolger und man merkt der Autorin an, dass sie noch den Weg in die Geschichte finden muss und noch nicht völlig klare Vorstellungen von allem hat.

Fazit
Wer einen Blick in diese Reihe werfen möchte, sollte tatsächlich eher mit dem zweiten Band – Wintersonnenwende – beginnen, als mit diesem hier, da dort der Hintergrund der Geschichte deutlicher erklärt wird. Dennoch kommt man nicht wirklich um diesen ersten Band herum um das Werk in seiner Gänze zu betrachten.

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