Aventurisches Bestiarium

Ungeheuer und Tiere

Was wären Abenteuer ohne Gegner? Oft langweilig natürlich. Und ein Dungeon, ob er nun unter- oder überirdisch ist, natürlich erst recht. Also bekommt nun auch die 5te Edition von DSA, wie schon die Vorgängereditionen, eine Sammlung von generischen Gegnern für eben jene Gelegenheiten spendiert. Der Band unterscheidet zwischen Ungeheuern und Tieren. Ungeheuer haben je zwei DinA4 Seiten Beschreibung bekommen, Tiere nur eine. Jeweils enthalten sind nicht nur eine Beschreibung und ein Bild des Wesens, sondern auch der obligatorische große Statblock, den man schon aus den neuen Abenteuern kennt und der alles wichtige zusammen fasst.

Bevor man allerdings zu den einzelnen Wesenheiten kommt, gibt es neben dem Vorwort erst einmal eine einseitige Erklärung zu den Beschreibungen. Eigentlich ist das meiste davon selbsterklärend und hätte in der Form nicht erwähnt werden müssen, aber es schadet natürlich auch nicht es nochmals schwarz auf weiß bzw braun zu haben. Da die hier aufgeführten Ungeheuer und Tiere einige besondere Kampfsonderfertigkeiten haben, werden diese danach auch noch mal aufgeführt. Zehn Stück sind das, unter anderem die aus vorherigen Regelwerken bekannten Flugangriff, Schwanzschwung (wer war denn für das Wort verantwortlich??) und Verbeißen.

Insgesamt 40 Ungeheuer haben es in diesen Band geschafft. Und sie decken eine ordentliche Bandbreite ab, wobei sich bei dem einen oder anderen Wesen die Leser wohl fragen werden warum es hier steht und ob man da nicht besser etwas anderes für rein getan hätte. So finden sich ganze fünf verschiedene Drachenwesen, sechs Dämonen (der Zant ist dabei, ebenso wie der Shruuf, welche wohl neben Gotongis und Heshtotim die häufigsten Dämonen seien dürften), fünf kulturschaffende Wesenheiten (darunter Grolme und Zyklopen – Kobolde gelten nicht als kulturschaffend), vier Untote/Geister und weiteres hauptsächlich Übernatürliches. Warum einige der Kreaturen hier unter Ungeheuer stehen und nicht unter Tiere, ist aber nicht ersichtlich. Ein Säbelzahntiger etwa, oder eine Sumpfranze. Bei Typus steht sogar, dass es ein Tier ist… Jede Beschreibung hat immer einen inneraventurischen Text, der mal lang mal kürzer ausfällt, eine Beschreibung der Verbreitung und der Lebensweise. Im Statblock stehen dann die Besonderheiten, etwa Sonderregeln, Kampfverhalten oder auch was man mit bestimmten Talenten erfahren kann.

Neben den Ungeheuern gibt es noch 28 Tiere (wobei wie oben schon erwähnt die Unterteilung manchmal etwas willkürlich erscheint.. wer einem Alligator begegnet ist, wird den sicherlich auch eher als Ungeheuer bezeichnen.. aber gut). Hier finden sich vorwiegend Tiere aus der Wildnis, denen die Helden in eben jener begegnen können. An Haustieren sind nur Esel, Kamel und orkischer Kriegshund zu finden. Die restlichen Wesenheiten sind entweder Gegner oder Beute. Und da die Tiere nur eine Seite bekommen haben, gibt es auch nur einen kurzen Beschreibungstext damit der Statblock noch mit auf die Seite passt. Einen inneraventurischen Text gibt es aus Platzmangel auch nicht.

Zusätzlich gibt es noch einen Anhang in dem weiters erklärt und ergänzt wird. Hier finden sich neue Vor- und Nachteile für die Heldenerschaffung (was auch immer das hier zu suchen hat), wie etwa XYtöter (Drachen, Chimären etc) oder Raubtiergeruch, neue Statuszustände, wie etwa Pechmagnet oder „Übler Geruch“ und Regeltexte über die Beuteverwertung. Was macht man mit den Fellen und Fleisch? Wie kann ich Gift von Gifttieren melken (hier gibt es ein neues Talent)? Und was gibt es für Trophäen. Außerdem gibt es noch Ergänzungen zu Krankheiten, Schwärmen und einzelnen Typen von Wesenheiten.

Fazit
Braucht man ein solches Buch zum Spielen? Sicherlich nicht notwendigerweise. Und schon gar nicht, wenn man nur vor hat vorgefertigte Abenteuer zu spielen, da dort ja immer alles enthalten ist (außer man möchte von den neuen Regeln profitieren, die vermutlich nur hier zu finden sein werden). Für jene Spielgruppen aber, die gerne eigene Abenteuer bauen, kann es schon ganz hilfreich sein, wenn man mal ein paar Werte parat hat um sich nicht alles selber überlegen zu müssen – gerade falls man eigentlich gar nicht weiß was da so kreucht und fleucht. Allerdings muss man auf der anderen Seite sagen, dass die Auswahl zwar breit gefächert, aber zum Teil eher merkwürdig ist (wer braucht bitte die Werte von Todeshörnchen, so witzig diese alte Idee ist). Und mit 40+28 Kreaturen ist auch keine wirkliche Masse abgedeckt. Vergleicht man das mit dem ersten Monsterbuch von Pathfinder, so enthält das über 350 Viecher auf 356 Seiten… schon ein Unterschied zu 68 auf 128 Seiten und das für etwas mehr als 10€ Preisspanne (zum Vergleich, die Zoo-Botanica hat immerhin 304 Seiten, aber in schwarz-weiß). Aber gut, das wird vielleicht nicht das letzte Monsterbuch für DSA gewesen sein, jetzt ist ja noch viel Platz für weiter Monster. Und hübsch anzuschauen ist das Büchlein schon. Die meisten Bilder sind dank Farbe gut getroffen und mit den Extra-Kästen hat man alles auf einen Blick. Nur eben nicht so viele…

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.

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