Zeitenwende 3

- Für immer und ewig

Der Abschlussband – das große Finale sozusagen – der Zeitenwende Trilogie von Mark Chadbourn. Das Cover zeigt wie auch schon die anderen beiden Teile ein Skelett von irgendwas saurierartigem auf dem Cover und dieses Mal hat der Band eine moosgrüne Färbung bekommen. Er ist noch dicker als die anderen beiden (mehr als 600 Seiten) und zumindest hat das Rezensionsexemplar einen wirklich guten Schnitt der Seiten. Fühlte sich ein wenig wie Seide an.

Achtung! Spoiler für Band 1 und 2!!!

Der dritte Band beginnt wie schon der zweite mit einer recht langen Zusammenfassung was alles in den anderen beiden Bänden passierte. Dieses Mal aus Sicht eines jungen Reporters, welchen die Helden in Band zwei in einem kleinen Dorf getroffen haben. Nachdem der Leser wieder auf dem aktuellen Stand ist – das Church und Ruth am Mamtor stehen, Balor durch Lauras Opfer nicht aus Ruth, sondern ihr selbst entstiegen ist, Tom und Veitch am Hof bleiben müssen, da Veitch dort etwas gegessen hat und Shavi im Windsorpark von Callow ermordet wurde – wird direkt mit Church und Ruth fortgefahren. Diese bekamen im letzten Band mitgeteilt, dass Church den Makel durch die Roisn dub nur auf den Westinseln loswerden könnte, einem Inselbereich in der Anderswelt. Und zu diesen Inseln fährt ein Schiff von Mousehole an der Küste Cornwalls. Doch noch in der Nacht werden die beiden von Callow in einem Gasthaus angegriffen, können ihn jedoch stellen.
Sie entscheiden sich ihn mit auf das Schiff zu nehmen und Church ruft am nächsten Tag am Strand nach diesem.
Wenig später erscheint Wellenreiter (ja, nur Wellenreiter, nicht die Wellenreiter) und mit ihr eine sehr merkwürdige Besatzung aus Tutha Da Dannan, sowie anderen mystischen Kreaturen inklusive zweier Tutha Da Dannan, die die beiden schon von einem Lagerfeuerbesuch aus dem zweiten Band kennen, sowie Niahm, die noch immer in Church verliebt ist.
Die beiden werden auf dem Schiff willkommen geheißen – Callow wird eingesperrt – und dann beginnt die Fahrt zu den Westinseln.
Doch schon die Reise ist nicht ohne Probleme. Das Schiff selbst birgt einige Gefahren, und dann greift auch noch ein Riesenkraken an, der eigentlich gar nicht dort sein sollte. Während des Tumults wird einer der Tutha Da Dannan getötet, was für die scheinbar unsterblichen Wesen eine große Erschütterung ist.
Und auch die Inseln, welche das Schiff danach anläuft sind nicht vom Bösen verschont geblieben. Auf einer lauert eine Horde Fomori, auf der nächsten dann der Seuchenbringer und die dritte weist nur noch eine Rauchsäule auf. Church und Ruth schaffen es zwar immer dem ganzen zu entkommen und dabei ihren Heldenmut zu beweisen, ahnen aber, dass irgendetwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.
Auch die restlichen Helden sind bei weitem nicht so gebunden, wie es vielleicht nach dem zweiten Band scheint. Tom und Veitch werden mehr oder weniger vom Hof geworfen und beginnen nach Shavi zu suchen und Laura entdeckt endlich was es mit ihrem grünen Blut auf sich hat.

Ende. Finito. Für immer und ewig. Passender Titel im Grunde.
Der Band führt zu Ende was zu ende gehört. Und das auf eine wirklich passende Weise. Die Geschichte lässt sich im Gegensatz zu vielen Trilogien tatsächlich an genau jenen Punkten teilen, so dass sie jeweils eine Geschichte für sich sind und mit der Zusammenfassung am Anfang bietet auch der dritte Band alleine Lesevergnügen, aber natürlich nicht in dem Ausmaß, wie wenn man die Charaktere seid der ersten Stunde begleitet, zumal einige Dinge in der Zusammenfassung natürlich nicht auftauchen, aber im Band noch wichtig werden.
Die abschließenden Fragen werden geklärt und lassen den Leser mit einem positiven Gefühl auf der letzten Seite von dannen ziehen. Die Charakterentwicklung, welche im Grunde im ersten Satz des ersten Bandes begann, wird hier zu einem logischen Schluss geführt und sogar das Thema Drogen, welches ja in den vorherigen Bänden als etwas zu nützlich herausgestellt wurde, erhält hier einen warnenden Unterton, dass es nur zu gebrauchen sei, wenn man wirklich etwas bestimmtes möchte und nicht um sich einfach zu zu dröhnen.
Die unterschwellige Fantasy nimmt im Verlauf der drei Bände immer mehr zu und so ist in diesem Band nicht nur ein lebendiges, sich immer veränderndes Riesenschiff mit seltsamer Besatzung zu finden, nein auch ein Totenreich und eine Zeitreise kommen drin vor, wobei letztere sogar (für eine Zeitreise) halbwegs sinnvoll ist. Und auch die Fähigkeiten der Charaktere, zumindest jene von Ruth und Laura bekommen einen erheblichen boost und so können die fünf nun wirklich getrost als Helden bezeichnet werden.

Fazit: Der dritte Band ist ein würdiges Ende der Trilogie, der tatsächlich fast alle Fragen die beim Lesen der Bände auftreten löst, so dass sich nun wirklich eine runde Geschichte ergibt (zum Beispiel warum am Anfang wer unter der Brücke ermordet wird und wer die Freundin von Church getötet hat) Wem die ersten beiden Bände gefallen haben, kann hier beherzt zugreifen.

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