Unter dem Sternenpfeiler

Es lebe das Imperium!

Nach der ersten Ankündigung dieses Buches ist nun schon einige Zeit verstrichen, aber nun ist es da. Eine Geografica des Imperiums von Myranor. Der über 300 Seiten starke Band ist tatsächlich in Vollfarbe gehalten! Farbige, leicht gelbbrauen Seiten und bunte Bilder von allem Möglichen machen das durchblättern bunter. Inhaltlich umfasst er alles was zum Imperium gehört inklusive der direkten Randgebiete, da ja auch Streit mit den Nachbarn und Kriegsführung zu einer Beschreibung eines Reiches gehören.

Das Buch beginnt neben dem Vorwort mit den Grundlagen der imperialen Gesellschaft. Zunächst allerdings mit einem historischen Überblick über die Welt. Diese sind von Anbeginn der Zeit geführt, jedoch so, wie sie ein „normaler“ Imperiumsbürger wohl kennen könnte. Also nicht etwa so wie es aus Sicht der Autoren wirklich gewesen ist. Natürlich sind daher die Zeitalter vor der Gründung des Imperiums recht frei gehalten und verklärt. Mit Beginn des ersten Imperiums wird die Beschreibung dann genauer und geht wesentlich detailreicher auf die einzelnen Ereignisse ein. Noch genauer wird es dann im zweiten Imperium, welches bis zur Jetztzeit reicht. Danach folgt eine ausführliche Beschreibung des „Lebens“ im Imperium, seien es die Regelung der Stände, das Rechtssystem, oder die Politik des Imperiums. Beeindruckend sind hier neben dem Text, die illustrierenden Bilder, die eine Eisenbahn (gibt es auf ganz wenigen Strecken – und natürlich nicht mit Dampf, sondern Archomagisch) und eine Art Filmprojektor zeigen.
Damit der SL in dem doch recht leeren Land des Imperiums seine eigenen Städte bauen kann, gibt es ähnlich zum schon länger bekannten Verfahren um sich neue Rassen und Kulturen, usw. zu bauen nun eine Möglichkeit sich Städte zu bauen. Über etwa 20 Seiten gibt es eine gelungene Mischung von Tabellen um Zufälligkeit zu erzeugen, sowie Erklärungen was denn die erwürfelten Begriffe bedeutet (falls man sich das aussuchen möchte natürlich auch brauchbar) So gibt es nicht nur Einwohnerzahl und Herrscher der Stadt, sondern auch Wirtschaftslage und Vorherrschende Stimmung. Ebenfalls in diesem zweiten Kapitel finden sich Beschreibungen des „Lebens“ im Imperium. Von Brot und Spielen, der Kultur und schöner Künste.
Rassen und Völker stehen als nächstes auf dem Beschreibungsplan, wobei dies nicht die Beschreibungen aus Wege nach Myranor sind, sondern tatsächlich Informationen über das Volk an sich mit den bekanntesten Kulturen, sowie jeweils einem groben Beispiel welche Kulturenkunde, Vor und Nachteile, Sonderfertigkeiten, Talente, etc hauptsächlich bei Mitgliedern dieses Volkes auftreten. Sollte natürlich niemanden daran hindern nicht einfach was anderes zu nehmen, so er möchte.
Der nächste Teil befasst sich mit jenem, dass wohl allen Myranorcharakteren irgendwann einmal wiederfahren wird. Dem Reisen. Und zwar nicht nur an Land oder zur See, sondern auch in der Luft. Außerdem befindet sich hier eine Beschreibung der sogenannten Domäne. Der Siedlungsform außerhalb von Städten, an denen die Charaktere mit Sicherheit auch vorbei kommen werden. Leider finden sich hier nicht wie im Stadtkapitel Zufallstabellen um eine zu erzeugen, sondern nur genaue Beschreibungen der verschiedenen Formen. Ebenfalls hier zu finden ist ein Abriss über Tier und Pflanzenwelt, zunächst nach Geländetyp beschreiben und dann nochmal im Falle der Tiere als fünfseitige Extrabeschreibung.
Den bei weitem größten Teil nimmt die Beschreibung der einzelnen Provinzen, unterteilt in den Norden, das Herz und den Süden, ein. Und diese sind nicht gerade wenige. Zu jeder Provinz gibt es eine Beschreibung über mehrere Seiten mit detalierten Angaben zu Landschaft und Klima, Bevölkerung, Gesellschaft, Regierung, usw.
Den Abschluss des Bandes nimmt ein kleiner Teil mit Informationen für den Spielleiter ein – ja richtig. Der restliche Teil -bis auf das Erschaffen von Städten vielleicht – ist auch einfach als Handout an den Spieler zu geben, wenngleich es auch nicht IT verwendet werden kann.
Hier jedenfalls gibt es Informationen zu solchen Dingen, die man gut in ein Abenteuer einbauen kann, allerdings wird explizit darauf hingewiesen, dass es sich nicht um Vorschläge, sondern eben um Möglichkeiten handelt. Besonders amüsant sind hier die Geheimkulte, allen voran der vermutlich durch die Lichtvogelexpedition entstandene Kult des Lichtvogels, der sich dadurch auszeichnet, dass er den Menschen über allen anderen Spezies, ja selbst den Optimaten, die nur teilmenschlich sein könnten, sieht.
Mit im Band ist eine große, farbige Karte des Imperiums und auf dessen Rückseiten eine politische Karte mit allen Provinzen (bei der aber vergessen wurde zu sagen, was die Linien bedeuten – auch wenn es nach Lesen des Buches wohl die Grenzen von Horasiaten sein sollen) und eine von Dorinthapolis, mit der man aber eher wenig anfangen kann, da diese doch recht grob ist.

Fazit:
Wer auch nur irgendwie gedenkt in Myranor zu spielen und vor allem zu leiten, wird um diesen Band nicht herum kommen. All die Informationen schreien zum Teil danach in Abenteuern verwendet zu werden und geben auch dem Spieler einen guten Überblick über das Leben seines Charakters im Imperium. Bei den Karten allerdings, hätte man sicherlich etwas besseres produzieren können.

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