Satinavs Ketten

Ein Point and Click Adventure

Das erste reine DSA Adventure – bei diesem Spiel handelt es sich wirklich um ein klassisches Adventure. Also nichts mit Charakter bauen und steigern, sondern Point and Click – Satinavs Ketten kommt wie die meisten Spiele heutzutage in mehrere Versionen daher. Die normale Variante enthält neben dem eigentlichen Spiel noch eine Soundtrack CD, ein Poster und ein paar Artworks im beiliegenden Handbuch, dann gibt es eine weiter, die zumindest laut Amazon diese zusätzliche Vorzügen nicht hat und eine Special Edition in der noch deutlich mehr enthalten ist.

Eins vorweg: Das Spiel ist nur über Steam zu aktivieren. Man muss also eine Internetverbindung haben und auch einen Account und den Steam Client. Zudem läd Steam nochmal grob 7 GB runter, wenn man den Aktivierungscode eingegeben hat.

Story:

Dem junge Vogelfänger Geron aus Andergast wurde als Kind prophezeit, dass er für den Untergang Andergasts verantwortlich sein würde. Damals trieb ein Unhold namens „Der Seher“ sein Unwesen und tötete Menschen, bis eine wackre Heldengruppe auszog und ihm das Handwerk legte – und ihn dann auf den Scheiterhaufen brachte. Nun ist Geron erwachsen und lebt bei seinem Ziehvater, einem Fallensteller und versucht sich selbst zu beweisen, dass er kein Unglücksvogel ist. Er ist Magiedilettant und kann zerbrechliche Gegenstände zerspringen lassen.
Zu Beginn des Spiels versucht Geron gerade die Eichblattqueste zu lösen, welche der König von Andergast ausgelobt hat zu Ehren des Besuchs der Königin von Nostria. Doch nachdem er diese abgeschlossen hat wird er von seinem Ziehvater losgeschickt eine Fee zu suchen, da diese allein die magische Harfe spielen kann, und der Seher die Fee mit der Harfe benutzen möchte – sein Ziehvater war damals auch an der Geschichte beteiligt, deswegen weiß er dies – und jetzt zurück gekehrt ist. Also macht Geron sich auf und findet tatsächlich jene Fee, die er dann mit zurück bringt nur um seinen Ziehvater im Sterben liegend an zu treffen. Er bittet Geron die Fee zu töten, damit sie nicht verwendet wird, aber Geron will dies nicht und zieht daher aus um den Feenforscher in den Blutzinnen zu suchen und einen anderen Weg zu finden…

Grafik:
Die Grafik ist wie bei vielen Adventures zusammengesetzt aus einem gemalten Hintergrundbild und darauf aufgesetzten ebenso gemalten Interaktionspunkten und beweglichen Dingen (Tiere und Wasserfälle und sowas), sowie natürlich den handelnden Personen. Der Stil der Bilder ist weniger detailreich, als mehr darstellerisch. So sind oft nur grobe Striche, die etwas andeuten, so aber auch eine gewisse Stimmung verbreiten. Manchmal passend jedoch die Figuren nicht recht in die gemalten Hintergründe hinein, weil sie kleinschrittiger gemalt sind. Zwischen zwei Kapiteln sind animierte 3D Sequenzen in beige/schwarz die die Zeit zwischen den Kapiteln klären. Dabei sind es aber kaum mehr als Schattenrisse, eher wie ein Schattentheater.
In Gesprächen mit NSCs wird in der Regel eine Nahaufnahme der Gesprächsteilnehmer gezeigt.

Handling, Steuerung und Programmierung:

Der Spieler benutzt die Maus um Geron zu steuern und ihn mit Dingen interagieren zu lassen. Dazu steht ihm der Linksklick für Interaktion und hinlaufen – so man wo hin klickt wo kein Interaktionspunkt (Hot Spot) ist – und der Rechtsklick für Begutachten zur Verfügung. Geron kann auch Gegenstände mitnehmen. Diese tauchen dann im Inventar auf, welches sich öffnet, wenn man mit der Maus in Richtung unterer Bildschirmrand kommt. Wenn man die Einstellung vorgenommen hat, kann man mittels Leertaste alle Interaktionspunkte anzeigen lassen, was manchmal hilfreich ist, damit man nichts übersieht. Im einfachen Modus werden die Interaktionspunkte in drei Farben dargestellt. Blau für nicht angesehen, weiß für angesehen, aber es ist noch was damit zu machen und grau für ist nicht mehr wichtig. Weiterhin ist neben der Inventarleiste noch ein kleiner Platz für Zauber in dem Gerons „Zerdeppern“ und später auch ein weiterer Zauber zu finden sind.
Bei der Dialogauswahl scheint es kaum ein richtig oder falsch zu geben. So ist es für die NSCs egal wie man sie zu etwas bringt, man kann dabei nicht versagen, aber unterschiedliche Achievments frei schalten.

Handbuch:
Das Handbuch umfasst 40 Seiten und beginnt mit einer Einführung und einem „was bisher geschah“ bevor die Charaktere erläutert werden. Allerdings nur vier der auftretenden, die man recht schnell im Spiel trifft und eine größere Rolle spielen. Dann wird das übliche Vorgehen für Installieren und das Hauptmenü erklärt – obwohl das alles schon sehr selbsterklärend ist. Spielinhalte werden im Rest erklärt. Wobei Steuerung, das Interaktionsmenü welches im Grunde auch gleichzeitig Inventar ist und wie schon gesagt am unteren Bildschirmrand auftaucht, Spielhilfen (wie die Hotspotanzeige), Dialoge (wer auch immer da Hilfe braucht) und Tastaturbefehle erklärt werden. Letztere braucht man aber kaum im Spiel.
An sich ist das Handbuch gut gemacht, aber wie bei vielen Spielen ist es nicht wirklich nötig um das Spiel zu verstehen. Ein bisschen störend ist jedoch, dass sich auf fast jeder zweiten Seite Werbung für andere Spiele der Softwareschmiede befinden. Man fühlt sich eher in einem Werbekatalog, denn einem Handbuch.

Sound:

Das Spiel besitzt neben der Hintergrundmusik für die es eine Extra Soundtrack CD gibt und die sich wunderbar für Rollenspielsessions eignet, auch eine komplette Sprachausgabe. Die Stimmen sind durchaus passend gewählt, aber leider ist die Sprachanimation selbst sehr, sehr.. schl.., nein eigentlich grottig schlecht. Es ist eher ein Glückstreffer, wenn die „Lippenbewegung“ mal passen sollte. Die Regel ist es leider nicht. Aber zum Glück gewöhnt man sich da schnell dran.

Schwierigkeit:
Es gibt in diesem Spiel zwei Schwierigkeitsmodi, welche sich in der Handlung aber nicht unterscheiden, sondern darin ob die hilfreichen Anzeigen von vornherein aktiviert sind. Also die Möglichkeit sich alle Interaktionspunkte anzeigen zu lassen und das diese verschiedenfarbig dargestellt werden und so weiter. Die Schwierigkeit der Rätsel steigt mit Verlauf des Spiels leicht an, wobei es von der Lösungsmöglichkeit eigentlich eher absurder wird, und man deshalb nicht gleich auf die richtige Lösung kommt. Hier hilft oft einfach ausmachen und was anderes erledigen. Das Spiel ist aber gut auch ohne Komplettlösung in 10 – 15 Stunden spielbar.

Stimmigkeit:

Bei einem Spiel, dass auf einem RPG beruht, und vor allem DSA, dass ja nun nicht wenig Metaplot besitzt, ist die aventurische Stimmigkeit auch ein Merkmal auf das der Käufer wohl achten wird (zumindest, wenn er hier auf A! Rezensionen liest). Und mit der ist es leider nicht so ganz gut bestellt. Zwar gibt es natürlich die aventurischen Namen und immer mal wieder bekanntes, etwa ein Kraut das in der Spielwelt existiert, oder ein Ort, aber so richtig „This is Aventurien“ kommt leider nicht auf. Dazu ist die Geschichte einfach zu abgehoben mit Besuchen in Feenwelten, wiederauferstehenden Sehern (da wird jetzt nicht zuviel verraten, das klärt sich am Ende) und all dem. Das könnte zwar alles so in Aventurien auftreten, aber eben auch in jeder anderen generischen Fantasywelt. Wo Drakensang – gerade der zweite Teil – wirklich nach Aventurien schmeckte, ist es hier nur ein Aroma unter vielen.

Fazit:
Wenn man ein Spiel, dass so sehr eingebunden ist, wie Drakensang, nur ebene als Adventure erwartet hat, wird man sicherlich etwas enttäuscht sein. Das macht es aber keinesfalls zu einem schlechten Spiel. Es ist immer noch ein recht passables Abenteuer, dass eine nette Geschichte erzählt und einem ein wenig Rätselspaß nach einem anstrengenden Arbeitstag bieten kann. Für Freunde von Point-and-Click-Adventures definitiv einen genauen Blick wert.

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