Im Griff der schwarzen Eiche

Abenteuer 185 (Solo)

Das zweite Soloabenteuer nach der Reaktivierung und zugleich auch die Fortsetzung von „Die schwarze Eiche“. Neben dem eigentlichen Abenteuer enthält der Band auch noch zwei Charaktere welche der Spieler selber spielen kann und zwei NSCs die im Abenteuer ebenfalls auftreten, sowie einen Bogen um den Fortschritt des Abenteuers zu markieren und eine Karte von Andergast in der ein Großteil des Abenteuers spielt.

Nachdem der Held im letzten Abenteuer zusammen mit einer Gefährtin aus den Klauen der Orks und des schurkischen Darion entkommen konnte, machte er sich nun bevor da Abenteuer startet auf den Weg möglichst schnell davon zu kommen. Auf seinem Weg erreicht er ein kleines Dörfchen mit einem Firuntempel und einem Schmied. Nachdem er möglicherweise diese besucht hat und im Gasthaus eingekehrt ist, wird seine Gefährtin auf dem Rückweg vom Abort überfallen und schwer verletzt. Ein junger Andergaster Magier versucht ihr zu helfen, während unser Held den Täter verfolgt. Nach einem langen Weg über ein paar Dächer erreicht er diesen auch und erkennt in ihm die eine Hälfte eines Päärchens aus dem Gasthaus. Doch bevor dieser den Helden ebenso töten kann wird er von Darion erstochen, der sich nun scheinbar doch wieder auf die Seiten des Guten geschlagen hat und dem König von der Sache mit den Orks berichten möchte, die wohl nicht nur mit ihm, sondern auch mit anderen Adeligen gemeinsame Sache machen. Zusammen mit dem Helden und dem Magier, der die Gefährtin nicht retten konnte, machen sich die drei dann auf nach Andergast wo das Abenteuer erst richtig startet.

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass es sich um eine durchaus innovative Variante von Soloabenteuern handelt. Denn im Gegensatz zu den früheren Solos ist dieses doch auf eine gewisse Art und Weise mehr wie ein Computerspiel zum Lesen. So kann man nicht nur einfach den Ziffern folgen, sondern hat die Möglichkeit zunächst zu markieren ob man schon einmal an einem Ort war – dann passiert nämlich etwas anderes. Kann auf einem Extrabogen aufschreiben welche Gegenstände oder Situationen man gelöst hat und erhält ebenfalls auf Grund dessen unterschiedliche Texte. Weiterhin gibt es eine Art Moralsystem mit dem die Begleiter ein bisschen variabler gestaltet werden (dies lenkt jedoch sehr in Richtung Gutmensch – andererseits spielt man ja auch einen Helden). Zusätzlich gibt es noch eine Karte von Andergast auf der man, sobald man etwas von einem neuen Ort erfahren hat, diesen eintragen kann und sich die Nummer notiert unter der dieser Ort bei Wunsch aufgesucht werden kann. Ohne Kenntnis der Nummer kann man ihn im Abenteuer nicht finden.
Dies zusammen macht das Solo doch zu einer noch spannenderen Art und Weise und erhört den Wiederspielwert.. bis man merkt, dass es doch irgendwo ein Solo wie alle anderen und die Auswahlmöglichkeiten begrenzt sind. Leider gibt es auch die üblichen Logikfehler, wenn man merkt, dass der Text nicht nochmal durchgegangen wurde und Ereignisse Folgen haben, die dann nicht da sind, oder Folgen beschrieben werden, die aber keine Ursache haben (so bekommt der Held Schuhe gegen den Schlamm in Andergast vom Besitzer des Gasthauses NACHDEM er dort schon eine Nacht war und ja auch irgendwie dort hin gekommen sein muss). Zudem gibt es ziemlich am Anfang eine Fast-Endlosschleife, die bei Würfelpech nur durch den Tod des Helden unterbrochen werden kann, weil eben ein bestimmtes Ergebnis erst erreicht werden will. Trotzdem sind das alles nur Kleinigkeiten und das Abenteuer lohnt sich wirklich zu lesen.

Aber…

Zusatzinfo für die, die auch nur mit dem Gedanken gespielt haben Ulisses bei ihrem pdf Wahnsinn mit diesem Produkt zu unterstützen:
Pdfs als „Erzatzbüchlein“ nehmen ja immer mehr zu, und bei Regelwerken ist das auch eine sehr gute Sache, da sie in der Regel über die Suche sehr viel besser zu navigieren sind, als etwa der unübersichtliche Index am Ende eines Buchs. Bei Abenteuern wird der Grund sich das als pdf zu besorgen schon kleiner, da man dort öfters blättern möchte, aber auch da kann die Suche bzw seid neuestem das Einfügen von eigenen Lesezeichen durchaus eine Hilfe sein. Nicht mehr sinnvoll ist es bei netten IT Büchern, wie den Vademeci. Soll der LARPer jetzt sein Tablet mit auf die Con nehmen um die Texte vor zu lesen?
Aber der Abgrund von Unnütz ist wohl bei diesem Solo pdf erreicht worden. Vielleicht sogar noch ein Stück tiefer. Denn… überlegen wir mal: Wir haben ein Soloabenteuer in dem man vor der Wahl steht einer oder mehrerer Zahlen zu folgen, Markierungen zu machen, Dingen zu notieren wenn man sie erreicht hat, Moralboni und -mali fest zu halten und die tollen geheimen Orte auf der Karte auf zu schreiben.
Was macht dieses pdf? Unterstürzt NICHTS von all dem. Obwohl es nun wirklich kein großer Aufwand wäre Links unter die Zahlen zu setzen und die entsprechenden Felder und Seiten einfach ausfüllbar zu machen. Eigentlich hätte es nicht überraschen sollen, hat doch Ende letzten Jahres Ulisses schon gezeigt, dass sie mit dem neuen Medium (Brotkasten und aufwärts) wohl nicht richtig umzugehen weiß (wer erinnert sich nicht an die große DSA Umfrage die er zunächst als pdf gab, welches der arme Spieler auszudrucken und per Post einzuschicken hatte, bevor sie dann Wochen später ein ausfüllbares pdf nachgereicht haben?) Zumal die pdfs von Ulisses verglichen mit den pdfs anderer Verlage riesig große Dateien sind, die beim Querlesen und blättern doch ihre ein, zwei Sekunden beim Seitenaufbau benötigen (nachzulesen im Ulisses Forum) und es so praktisch unmöglich machen das Solo vernünftig zu spielen, da man nicht blättern kann und bei ein und zweistelligen Zahlen auch mit der Suche ewig klicken muss, bis man an der Stelle angelangt ist, die man gesucht hat (und nebenher natürlich sieht, was es noch so an Punkten gibt, die zu dieser Zahl führen…)
Der Höhepunkt der ganzen Sache ist wohl, dass zunächst im Original die Karte von Andergast vergessen wurde (nachzulesen im Ulisses Forum), diese dann in einer weiteren Version hinzugefügt worden ist und nun in der neuesten Version wiederum fehlt.

Fazit:
Also handfestes Buch ein sehr solides Solo-Abenteuer, welches auf jeden Fall einen Blick wert ist und gespannt den dritten Teil erwarten lässt. Als pdf… eine absolute Katastrophe.

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.

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