Hesinde Vademecum

Für die Wissenden

160 Seiten kommt das zweite Vademecum der Reihe daher. Nach dem Rondra im ersten Buch näher mit Inhalten versorgt wurde, ist nun Hesinde dran. Vorne auf dem dicken Kunstlederumschlag zeigt sich dementsprechend eine eingeprägte Schlange, hinten in klein „Das schware Auge“ und „Ulisses-Spiele“.

Nach einem einseitigen Vorwort vom Autor Daniel Simon Richter und einem ebenso einseitigem Text, welcher nochmal kurz erklärt wie das ganze Büchlein gedacht ist – nämlich als im Spiel nutzbares genau so vorhandenes Buch, beginnt der Band mit Gebeten zu Ehren von Hesinde. Zu jedem Gebet ist eine kurze Erläuterung gegeben, wann dieses angebracht ist. Zu finden sind über 20 Gebete nicht nur der Hauptausrichtung der Kirche, sondern auch z.B der Draconiter oder der Schwesternschaft der Mada.
Dann folgt ein sehr kurzer Abschnitt mit Liedern zu Ehren Hesindes, jedoch sind auch hier nur Texte zu finden und keine Angaben über eine entsprechende Melodie.
Dafür bringt das dritte Kapitel Einzelheiten und passende Sprüche zu den Hesindegeweihten zugänglichen Liturgien, wobei auch hier jeweils ein kleiner Text dabei steht, der die Liturgie passen erläutert.
Das vierte Kapitel widmet sich den Göttinendiensten und Ritualen. Damit sind zum Beispiel Gesten der Hesindekirche oder auch die Festtage gemeint. Außerdem findet sich hier ein recht langer Abschnitt über die Weihezeremonie mit einem Bericht einer eben solchen Zeremonie aus dem Buch der Schlange einer Hesindegeweihten.
Das fünfte und sechste Kapitel lassen sich recht gut zusammenfassen, da hier ein Überblick über Hesinde selbst gegeben wird. Zunächst im fünften Kapitel über Hesinde und die ihr zugehörigen Alveraniare und einige Heilige, dann im sechsten Kapitel über heilige Gegenstände. Ein Großteil der Texte ist so angelegt, dass man diese auch direkt im Spiel vorlesen könnte, so man zu den Sachen gefragt wird oder gerne seine Meinung von sich gibt.
Das siebte Kapitel „von den Prinzipien unserer Gemeinschaft“ beschreibt auf acht Seiten eben genau jenes. Das woran sich alle Hesindegeweihten halten sollten und vor allem, was genau es eigentlich bedeutet.
Die letzten beiden Kapitel, welche sich auch direkt im Spiel verwenden lassen, befassen sich mit der Geschichte und den Hauptströmungen der Hesindekirche – das achte Kapitel, bzw. den verschiedenen Zirkeln im neunten Kapitel. Hier sind vier Zirkel genannt und zu jedem gibt es dessen Besonderheiten bezüglich des Dienstes an der Göttin, spezielle Heilige und Heilige Stätten, sowie die Gewandung der Mitglieder dieses Zirkels.
Das letzte Kapitel ist nun das einzige, welche sich mit den Sachen beschäftigt, die außerhalb des Spiels wichtig sind. Anregungen wie man Hesindegeweihte ausgestalten kann, eine genaue Beschreibung der drei Verehrungsrichtungen (Mystiker, Lehrer und Forscher) mit Vorschlägen zu Vor und Nachteilen, Talenten und Liturgien und letztlich ein paar Zeilen zum Umgang mit Liturgien inklusive einer Beschreibung der inzwischen zusätzlich bekannten Liturgie Xeledons Auge, welche nicht im WdG zu finden ist, sondern erst mit der dazugehörigen Anthologie ins Spiel gebracht wurde.

Zuerst einmal vorweg: Das Buch hat eine echt praktische Größe. Da es ja durchaus auch für die LARP Gemeinde gemacht ist, so dass der geneigte Hesinde Geweihte auch Live daraus vortragen kann, macht sich ein so kleines Büchlein natürlich viel besser in der Wamstasche, als ein A4 Wälzer. Ein wenig schade ist, dass durch den Aufdruck auf der Rückseite die Immersion etwas verloren geht, denn durch „Ulisses-Spiele“ klar zu erkennen ist, dass es eben nur ein Buch aus unserer Welt ist. Gerade weil so viel Rücksicht im Inneren auf die passenden Texte – bis jetzt auf das letzte Kapitel –  und die allgemeine Gestaltung mit Art der Seiten und Bebilderung genommen wurde.
Aber gut, ist vielleicht irgendeine Auflage oder sowas.
Inhaltlich ist es auf jeden Fall eine Bereicherung für einen Hesindegeweihten, wenn dieser nicht Lust hat sich selbst stundenlang hin zu setzten und entsprechende Texte zu verfassen. Einfach in den gegebenen Situationen das Büchlein aufklappen und den Segensspruch oder was auch immer gerade angebracht ist, vortragen. Vielleicht ist es in diesem Sinne ganz gut, dass die paar Lieder nicht mit Noten versehen sind, gäbe es doch bestimmt einige Runden, die ihrem Hesindegweihten den Mund nach der ersten Kostprobe verbieten würden.
Das letzte Kapitel erscheint jedoch etwas überflüssig, stehen doch solcherlei Dinge schon im WdG im entsprechenden Kapitel – wo es ja auch hingehört und bietet so nur eine leichtere Möglichkeit, dass auch bei sich zu tragen.

Fazit:
Spieler von Hesindegeweihten sollten definitiv einen Blick in das Büchlein werfen, und auch Spieler, die noch keinen Geweihten spielen, dürften durch die Möglichkeiten, die dieses Buch bietet sehr auf den Geschmack kommen, doch einen zu entwerfen. Für Spielleiter – wenn sie nicht gerade große Selbstdarsteller ihrer NSC Rollen sind – ist das Buch vermutlich eher uninteressant.

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.

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