Herr der Legionen

Roman 138

Der zweite DSA Roman der Autorin Judith C. Vogt ist als Zweiteiler angedacht, von dem hier nun der erste Band besprochen werden soll. Die gesamte Geschichte ist während der dunklen Zeiten angesiedelt, genauer gesagt zu Zeiten von Dalek-Horas. Auf dem Cover ist (vermutlich) eine der drei Hauptpersonen der Geschichte im Portrait zu sehen. Im Inneren gibt es neben der Geschichte selbst noch ein Personen und Begriffsverzeichnis, was dem einen oder anderen vermutlich helfen wird, da die Namen im alten Bosparan doch zum Teil anders sind, oder im modernen Aventurien nicht mehr vor kommen.

Drei im Grunde zunächst voneinander unabhängige Geschichten werden in diesem Band abwechselnd erzählt und kommen erst später dann zusammen. Die erste ist von einer jungen Legionärin, die mit ihrer Einheit tief im Feindesland steckt – genauer gesagt auf dem Weg nach Garethia, bei dem nämlich schon länger niemand mehr nach dem Rechten gesehen hat. Seid sieben Jahren ist die Shinxiria zwischen Bosperan und Garethia unterwegs und kämpft sich durch Orks und wilde Tiere. Der Einstieg in die Handlung von Eiria ist während einer Schlacht gegen die Orks, bei der es ihr gelingt einen Oger zu töten. Nach und nach entdeckt sie jedoch, dass in der Leitung der Legion nicht alles Gold ist was glänzt und das da ganz eigene Ränkespiele laufen.
Die zweite Geschichte ist die der jungen Sklavin Puella, die von einem Magier namens Satuarnos in Bosperan gekauft und zunächst im Keller untergebracht wird. Puella hat jedoch nicht unerhebliche magische Fähigkeiten, die sich Satuarnos zu nutzen machen weiß. Puella jedoch, zunächst zufrieden mit dem Los nicht mehr im Keller hocken zu müssen, beginnt schnell zu sehen, dass der Magier alles andere als nette Dinge tut, experimentiert er doch mit Wesen aus dem Reich der nachtblauen Tiefen. So gilt es nun auch diesem Schicksal irgendwie zu entkommen.
Die dritte „Heldin“ ist Sahina, die Patronin der Veneter, welche den Leser auf das gesellschaftliche Ballett führt. Es beginnt mit einem Auftritt bei ihrer Rivalin Fluvia, bei deren Fest sie versucht für sich das beste heraus zu schlagen, und geht weiter über Liebschaften und betrogene Ehre um in ihren Augen dafür zu sorgen, dass der Horas persönlich zu ihrem Fest erscheint. Denn eigentlich ist ihr Hintergrund ein ganz, ganz anderer.

Der Band wirkt zunächst etwas unsortiert, da recht häufig zwischen den drei Handlungen gesprungen wird und man einige Zeit benötigt um die Zusammenhänge zu verstehen. Dann wird aber recht schnell klar, dass doch irgendwo die ganzen Ereignisse zusammen hängen, wenn auch gerade in Bezug auf Eiria nur peripher mit Sahina und bei Puella erst sehr spät mit dem Rest der Handlung.
Die Charaktere selbst sind zwar zu Beginn ihrer Handlung kaum charakterisiert, entwickeln sich aber im Laufe der Zeit zu Persönlichkeiten, so dass der Leser dies miterleben kann und nicht vorgesetzt bekommt.
Die Autorin schreibt selbst zu Beginn, dass sie mehr als nur einen Blick in die HBO Serie Rome geworfen hat um sich Anregungen für das alte Bosparan zu suchen und dies ist auch gelungen. Die Beschreibungen wirken authentisch und nicht nur durch andere Namen und Götter definitiv nicht wie das moderne Horasreich. Wer allerdings nicht unbedingt ein Freund von Sexszenen ist, wird sich vielleicht etwas irritiert fühlen, da im alten Bosparan mit einigen Dingen doch sehr freizügig umgegangen wird und die Autorin auch kein Blatt vor den Mu.. die Feder nimmt.
Der Band endet offen, was ja nicht ungewöhnlich für einen Zweiteiler ist und so darf man auf den nächsten Band: Herrin des Schwarms, gespannt sein.

Fazit: Wer einen Eindruck von den dunklen Zeiten für seine Spielrunde sucht, dem sei dieses Buch wirklich ans Herz gelegt, auch wenn es natürlich eine persönliche Sicht von Bosparan ist, die geschildert wird, ist es dennoch eine durchaus praktikable. Und eine interessante Handlung bekommt der Leser dann noch oben drauf.

Mit freundlicher Unterstützung in Form eines Rezensionsexemplars von der Ulisses-Spiele GmbH und dem F-Shop.

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